Wegen einer ätzenden Flüssigkeit in einem Fernverkehrszug ist am Dienstagabend der Bahnhof Böblingen evakuiert worden. Ein Intercity auf der Fahrt von Stuttgart nach Singen musste außerplanmäßig halten, nachdem ein Reisender gegen 17:40 Uhr einen stechenden Geruch bemerkt und das Zugpersonal informiert hatte.
Bundes- und Landespolizei evakuierten daraufhin alle 130 Reisenden aus dem Zug. Die Bahnsteige 4 und 5 wurden für den Zugverkehr gesperrt. Zwei Personen klagten über Atemwegsreizungen und mussten vor Ort vom Rettungsdienst medizinisch versorgt werden.
Einsatzkräfte der Feuerwehr durchsuchten anschließend den betroffenen ersten Wagen. Dabei entdeckten sie in einem Mülleimer eine mutmaßlich ammoniakhaltige Flüssigkeit. Die Feuerwehr band und verpackte die Substanz entsprechend ab. Eine später von Spezialkräften durchgeführte Probe bestätigte, dass es sich um ein Ammoniak-Konzentrat handelte.
Nach der Belüftung des Zuges durch die Feuerwehr konnte dieser als Leerfahrt den Bahnhof Böblingen verlassen. Die Sperrung der Gleise 4 und 5 wurde um 20:51 Uhr wieder aufgehoben.
Die Bundespolizei hat die Ermittlungen zu den Hintergründen des Vorfalls aufgenommen und bittet Zeugen, sich mit der Bundespolizeiinspektion Stuttgart unter der Telefonnummer 0711/55049-1020 oder per E-Mail an bpoli.stuttgart.oea@polizei.bund.de zu wenden.