Arbeitslosenquote in Schleswig-Flensburg im Juli 2026: deutlich gestiegen

Kreis Schleswig-Flensburg steht am Arbeitsmarkt besser da als Schleswig-Holstein: 5,6 Prozent Arbeitslosenquote im Juli 2026 gegenüber 5,9 Prozent. Konkret waren 6.208 Menschen arbeitslos gemeldet, 248 mehr als noch im Juni.

Die Entwicklung zum Vormonat überdeckt allerdings eine gegenläufige Bewegung im Jahresvergleich: Verglichen mit Juli 2025 sind 68 Menschen weniger ohne Arbeit — ein Minus von 1,1 Prozent.

Wer wird wie unterstützt? 2.366 Menschen bekommen Arbeitslosengeld, weil sie erst vor Kurzem ihren Job verloren haben (Quote: 2,1 Prozent). Deutlich mehr – 3.842 – sind schon länger ohne Arbeit oder verdienen zu wenig zum Leben und beziehen deshalb Bürgergeld vom Jobcenter (Quote: 3,5 Prozent).

Wer auch Fördermaßnahmen und kurzzeitige Krankheitsfälle mitzählt, kommt auf eine Unterbeschäftigung von 7.266 Personen beziehungsweise 6,5 Prozent. Diese Menschen tauchen in der Arbeitslosenstatistik nicht auf.

Wen es besonders trifft

Hinter der Gesamtzahl stehen sehr unterschiedliche Lebenslagen. 2.589 Menschen im Kreis Schleswig-Flensburg sind seit einem Jahr oder länger ohne Arbeit, das entspricht 42 Prozent. 784 sind jünger als 25 Jahre (124 mehr als im Vormonat), 2.101 haben die 50 überschritten. 1.588 sind Ausländerinnen und Ausländer, 519 sind schwerbehindert. Weil eine Person mehreren dieser Gruppen angehören kann, lassen sich die Zahlen nicht zusammenzählen.

Wie hat sich die Arbeitslosigkeit im Kreis Schleswig-Flensburg in den vergangenen zehn Jahren entwickelt?

Seit 2015 hat sich die Lage im Kreis Schleswig-Flensburg entspannt: von 6,7 auf 5,7 Prozent im Jahresdurchschnitt 2025. Den Tiefstand gab es allerdings schon 2019 mit 4,3 Prozent. Dahinter standen im Jahresmittel 6.309 Menschen ohne Arbeit.

Haben wir zu viele Unternehmenspleiten im Kreis Schleswig-Flensburg?

Die Zahl ist gestiegen: 58 Unternehmen meldeten 2024 im Kreis Schleswig-Flensburg Insolvenz an, nach durchschnittlich 41,0 Fällen in den fünf Jahren zuvor. Gegengerechnet entstanden im selben Jahr 263 Betriebe mehr, als aufgegeben wurden.

Arbeitsmarkt in Schleswig-Holstein im Überblick

Zum bundesweiten Überblick

Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit. Eigene Auswertung digitaldaily.de.

(Martina Berger, Wirtschaftsredaktion digitaldaily)

Dieser Bericht wurde von unserer Redaktion erstellt. Die amtlichen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit werden automatisiert eingesetzt und redaktionell geprüft.