Am Arbeitsmarkt im Kreis Segeberg hat sich die Lage im Juli 2026 deutlich angespannt: 8.481 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 308 mehr als im Juni. Mit 5,2 Prozent liegt die Quote unter dem Landeswert von Schleswig-Holstein von 5,9 Prozent.
Im Vergleich zum Vorjahr setzt sich die Entwicklung fort: 248 zusätzliche Arbeitslose gegenüber Juli 2025 entsprechen einem Zuwachs von 3,0 Prozent.
Die Zahlen verraten auch, wovon die Betroffenen leben: Für 3.503 von ihnen zahlt noch die Arbeitsagentur Arbeitslosengeld, ihre Jobverluste liegen noch nicht lange zurück – Quote: 2,1 Prozent. Für die größere Gruppe von 4.978 Menschen reicht das nicht mehr: Sie sind auf Bürgergeld vom Jobcenter angewiesen, meist weil die Arbeitslosigkeit schon länger andauert – Quote: 3,0 Prozent.
Die Unterbeschäftigung fällt mit 10.616 Menschen und 6,4 Prozent höher aus, weil sie auch Teilnehmende an Fördermaßnahmen und kurzzeitig Erkrankte einbezieht. In der Arbeitslosenstatistik erscheinen diese Personen nicht.
Ein Blick auf die einzelnen Gruppen
Die Bundesagentur weist für den Juli auch aus, wen die Arbeitslosigkeit im Kreis Segeberg trifft. 879 der Gemeldeten sind jünger als 25 Jahre (111 mehr als im Vormonat), 2.873 sind 50 Jahre oder älter. 2.436 Menschen und damit 29 Prozent gelten als langzeitarbeitslos. 2.599 haben eine ausländische Staatsangehörigkeit, 444 sind schwerbehindert. Weil eine Person mehreren dieser Gruppen angehören kann, lassen sich die Zahlen nicht zusammenzählen.
Wie hat sich die Arbeitslosigkeit im Kreis Segeberg in den vergangenen zehn Jahren entwickelt?
Die Quote im Kreis Segeberg bewegt sich seit zehn Jahren in einem engen Band: 4,8 Prozent waren es im Jahresdurchschnitt 2015, 5,1 Prozent 2025. Zwischen dem Tiefstand 2019 (4,0 Prozent) und dem Höchstwert 2024 (5,1 Prozent) liegen 1,1 Punkte. Dahinter standen im Jahresmittel 8.259 Menschen ohne Arbeit.
Haben wir zu viele Unternehmenspleiten im Kreis Segeberg?
Die Zahl ist gestiegen: 92 Unternehmen meldeten 2024 im Kreis Segeberg Insolvenz an, nach durchschnittlich 58,0 Fällen in den fünf Jahren zuvor. Zugleich wurden 84 Gewerbe mehr abgemeldet als angemeldet.
Arbeitsmarkt in Schleswig-Holstein im Überblick
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit. Eigene Auswertung digitaldaily.de.
(Martina Berger, Wirtschaftsredaktion digitaldaily)
Dieser Bericht wurde von unserer Redaktion erstellt. Die amtlichen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit werden automatisiert eingesetzt und redaktionell geprüft.