Die Zahl der Asylanträge in Deutschland ist im ersten Halbjahr 2026 deutlich eingebrochen. Nach bislang unveröffentlichten Zahlen der EU-Asylagentur (EUAA) wurden zwischen Januar und Juni insgesamt 51.147 Asylanträge – sowohl Erst- als auch Zweitanträge – gestellt. Das entspricht einem Rückgang von 27 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres, als noch 70.000 Anträge eingereicht worden waren.
Die „Welt am Sonntag“ berichtet über die Daten aus einem als „vertraulich“ gekennzeichneten Bericht der EU-Kommission vom 2. Juli 2026 zur Lage der Migration in der EU und in Drittstaaten („Integration Situation Awareness and Analysis“ – ISAA, Report No. 533).
Mit diesem Rückgang hat Deutschland in der Rangliste europäischer Länder deutlich verloren. Das Land rangiert nun nur noch an vierter Stelle innerhalb der EU plus Norwegen und der Schweiz (EU+). Spitzenreiter bleibt Frankreich mit 65.538 Asylanträgen, gefolgt von Italien mit 63.985 und Spanien mit 53.888 Anträgen. Die geringsten Antragszahlen verzeichneten Ungarn mit 49 Anträgen, die Slowakei mit 66 und Litauen mit 130 Anträgen.
Bei den Herkunftsländern zeigt sich in Deutschland ein klares Bild: Mehr als ein Drittel der Asylbewerber stammt aus Afghanistan (37 Prozent). Deutlich kleinere Anteile entfallen auf die Türkei und Syrien, aus beiden Ländern kamen jeweils neun Prozent der Antragsteller.
Auf europäischer Ebene stellten zwischen Januar und Juni insgesamt 321.627 Menschen einen Schutzantrag. Das bedeutet einen Rückgang von 19,3 Prozent im Vergleich zum ersten Halbjahr 2025, als noch 399.000 Anträge eingereicht worden waren. EU-weit kamen die meisten Schutzsuchenden aus Afghanistan (37.419 Personen), Venezuela (33.754) und Bangladesch (18.970). Deutschland ist dabei Zielland Nummer eins für Afghanen, während Venezolaner bevorzugt nach Spanien gehen und Asylsuchende aus Bangladesch eher nach Italien ausweichen.
Autor: dts Nachrichtenagentur