In der Nacht zu Sonntag ist es nach dem WM-Fußballspiel Deutschland gegen die Elfenbeinküste zu Verkehrsstraftaten und gefährlichen Situationen im Bereich des Ludgeriplatzes in Münster gekommen. Rund 400 Feiernde und knapp 200 Fahrzeuge versammelten sich am Kreisverkehr und brachten den Verkehr dort sowie in den angrenzenden Straßen zeitweise zum Erliegen. Während die überwiegende Mehrheit ausgelassen feierte, ereigneten sich mehrere bedenkliche Zwischenfälle.
Gegen 00:30 Uhr stürzte ein bislang unbekannter E-Scooter-Fahrer mit einem gelben Leih-E-Scooter am Kreisverkehr. Dabei kollidierte der Roller mit einem verkehrsbedingt haltenden Kia und beschädigte das Fahrzeug. Der Mann gab dem Fahrzeugführer an, sich leicht an der Hüfte verletzt zu haben, und verschwand anschließend, ohne sich um den Schaden zu kümmern.
Wenige Minuten später, um 00:38 Uhr, kam es zu einem schwerwiegenderen Vorfall: Ein 32-Jähriger fuhr mit seinem VW auf der Hammer Straße in Richtung Ludgeriplatz und kollidierte kurz vor dem Kreisverkehr mit einem am Straßenrand geparkten Peugeot. Statt anzuhalten, flüchtete der VW-Fahrer. Polizisten stoppten den Mann wenig später im Kreisverkehr. Ein freiwilliger Atemalkoholtest ergab einen Wert von über 2,4 Promille. Zudem war der deutsche Staatsangehörige nicht im Besitz einer gültigen Fahrerlaubnis. Gegen ihn läuft nun ein umfassendes Strafverfahren. Im Rahmen des Autokorsos kam es zusätzlich zu einem Auffahrunfall im Kreisverkehr, bei dem niemand verletzt wurde.
Einige Personen zündeten während der Feierlichkeiten Pyrotechnik. Bereits am Samstagabend gegen 22:25 Uhr meldete ein Zeuge der Polizei eine Person mit einem Messer im Bereich der Kreuzstraße. Polizisten stellten einen 34-jährigen Mann in einem Hauseingang sitzend fest und konfiszierten das mitgeführte Gemüsemesser sowie aufgefundenes Amphetamin. Der bulgarische Staatsangehörige wird sich wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz und Besitzes von Betäubungsmitteln verantworten müssen.
Polizeipräsidentin Dorndorf würdigte das verantwortungsvolle Verhalten der Mehrheit der Feiernden, kritisierte aber die Verkehrsunfälle und Fahrerfluchten scharf: „Verkehrsunfälle, Fahrerfluchten, das Fahren unter erheblichem Alkoholeinfluss sowie der unsachgemäße Umgang mit Pyrotechnik sind keine Begleiterscheinungen einer Feier, sondern Straftaten und Ordnungswidrigkeiten, die konsequent verfolgt werden.“ Sie appellierte an alle Verkehrsteilnehmenden: „Wer Alkohol konsumiert, lässt das Fahrzeug stehen. Sicherheit und Rücksichtnahme haben auch in den Momenten der Freude oberste Priorität.“ Zum Thema Messer betonte Dorndorf: „Wo viele Menschen zusammenkommen, sind Messer absolut tabu. Für solche Gegenstände gilt eine klare Regel: Zuhause lassen!“