Die Woche vom 15. bis 21. Juni 2026 forderte in Bayern zwei Todesopfer: Ein 19-jähriger Bergsteiger kam am Kleinen Waxenstein ums Leben, ein seit Tagen vermisster 67-Jähriger wurde tot in Landshut aufgefunden. Daneben beschäftigten die Behörden mehrere Gewaltdelikte, Brände und ein schwerer Verkehrsunfall auf der B 16.
Der tragischste Vorfall ereignete sich am Samstagabend, 20. Juni, am Kleinen Waxenstein bei Grainau. Ein 19-Jähriger und sein 20-jähriger Begleiter waren von Hammersbach aus in Richtung des Gipfels gestartet. Unterhalb des sogenannten Mannls, auf etwa 1700 Metern Höhe, brach ein Griff aus, an dem sich der 19-Jährige festhielt. Er stürzte rund 100 Meter über steiles, felsdurchsetztes Gelände ab. Die alarmierte Bergwacht Grainau und ein Notarzt trafen am Unfallort ein, konnten aber nur noch den Tod des 19-Jährigen feststellen. Bei der Unfallaufnahme und Bergung des Verstorbenen waren zahlreiche Kräfte der Bergwacht Grainau und des KID-Berg im Einsatz; ein Polizeihubschrauber und zwei Beamte der örtlich zuständigen Alpinen Einsatzgruppe wurden hinzugezogen. Mehr dazu.
Ebenfalls mit tödlichem Ausgang endete die Suche nach einem 67-jährigen Mann aus Landshut, der seit dem 17. Juni 2026 vermisst worden war. Er wurde tot in der Stadt aufgefunden. Nach bisherigen Ermittlungen liegen keine Hinweise auf Fremd- oder Gewalteinwirkung vor. Das Polizeipräsidium Niederbayern widerrief daraufhin die Öffentlichkeitsfahndung und bat alle Medien, veröffentlichte Fotos und personenbezogene Daten des Mannes dauerhaft zu löschen. Mehr dazu.
Einen lebensbedrohlich verletzten Mann hinterließ ein Unfall auf der Bundesstraße B 16 bei Mindelheim am Sonntagvormittag. Ein 22-jähriger E-Bike-Fahrer überquerte die Straße von einer Ortsverbindungsstraße aus Nassenbeuren kommend und missachtete dabei die Vorfahrt eines 20-jährigen Autofahrers, der von Hausen in Richtung Mindelheim fuhr. Der Pkw erfasste das E-Bike nahezu ungebremst frontal und schleuderte den Fahrer in ein angrenzendes Feld. Der 22-Jährige erlitt lebensbedrohliche Verletzungen und musste mit einem Rettungshubschrauber in ein Unfallkrankenhaus geflogen werden. Mehr dazu.
In Niederbayern nahm die Polizei nach einer Bedrohung einen 29-Jährigen fest. Der Mann hatte zuvor seine Mutter bedroht; mehrere Streifen und ein Polizeihubschrauber wurden zur Fahndung eingesetzt. Schließlich konnten Beamte den Gesuchten in Frontenhausen stellen und festnehmen. Mehr dazu.
Gleich mehrere Vorfälle registrierte die Polizei in der vergangenen Woche in Augsburg und der Region. Am Freitag, 19. Juni, gegen 16.45 Uhr entwendete ein 49-jähriger Deutscher Getränke aus einem Supermarkt und bedrohte dabei Mitarbeiter. Am Abend desselben Tages kam es auf der A8 zu einer Unfallflucht. Am Samstag, 20. Juni, gegen 22.30 Uhr geriet am Königsplatz ein 43-jähriger Deutscher mit einer 18-Jährigen und ihrem 19-jährigen Begleiter in Streit: Er beleidigte die junge Frau und erhob, als der Begleiter ihn zur Rede stellte, drohend die Hand. Die Polizei trennte die Beteiligten; der 43-Jährige erhielt einen Platzverweis und muss sich wegen Beleidigung und Bedrohung verantworten. Mehr dazu.
Gleich drei Brände hielten Feuerwehr und Polizei in der Woche in Atem. In Memmingen bemerkte ein Passant am Samstag, 20. Juni, gegen 22.15 Uhr Rauch aus einer Industriehalle in der Schlachthofstraße. Ein Transporter stand darin in Flammen; 55 Einsatzkräfte der Feuerwehren Memmingen, Amendingen und Steinheim verhinderten ein Übergreifen des Feuers auf die Halle. Menschen wurden nicht verletzt, der Sachschaden wird auf einen niedrigen sechsstelligen Betrag geschätzt. Die Brandursache ist noch offen, Hinweise auf Brandstiftung liegen bislang nicht vor. Mehr dazu. In Hohenlinden brannte am Samstag kurz nach 11.00 Uhr der Dachstuhl eines Einfamilienhauses im Ortsteil Neupullach. Alle Bewohner verließen das Gebäude unverletzt; der Sachschaden liegt nach ersten Schätzungen im mittleren fünfstelligen Bereich. Die Kriminalpolizei Erding hat die Ermittlungen zur Brandursache übernommen. Mehr dazu. Im Landkreis Roth brannte am frühen Sonntagmorgen gegen 3.45 Uhr eine Scheune in Göggelsbuch in der Gustav-Schreier-Straße nieder. Als Polizei und Feuerwehr eintrafen, stand das Gebäude bereits in Vollbrand; zahlreiche Feuerwehrteams aus umliegenden Gemeinden verhinderten ein Übergreifen auf benachbarte Gebäude. Weder Menschen noch Tiere kamen zu Schaden, der Sachschaden beläuft sich nach ersten Schätzungen auf mehrere hunderttausend Euro. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen zur Brandursache übernommen. Mehr dazu. Ebenfalls von der Kriminalpolizei untersucht wird ein Kellerbrand, der am Freitag gegen 16.15 Uhr in einem Mehrfamilienhaus in der Nürnberger Welserstraße ausgebrochen war. Die Berufsfeuerwehr löschte das Feuer rasch; Verletzte gab es keine. Mehr dazu.
Messerattacken und Schusswaffen-Gebrauch
Im Nürnberger Stadtteil St. Johannis kam es am Freitag, 19. Juni, gegen 14.50 Uhr in einem Verbrauchermarkt im Kirchenweg zu einer Auseinandersetzung zwischen zwei Männern. Nach bisherigen Erkenntnissen entstand der Streit zwischen den beiden Männern ohne erkennbaren Grund. Im Verlauf der Auseinandersetzung versetzte der 49-Jährige dem 37-Jährigen die Messerstichverletzung. Der 37-jährige Deutsche erlitt dabei eine Schnittverletzung im Bereich des Oberkörpers und wurde vom Rettungsdienst zunächst vor Ort versorgt, anschließend in ein Krankenhaus transportiert. Nach bisherigen Erkenntnissen entstand der Streit zwischen den beiden Männern ohne erkennbaren Grund. Im Verlauf der Auseinandersetzung versetzte der 49-Jährige dem 37-Jährigen die Messerstichverletzung. Die Polizei brachte den Tatverdächtigen daraufhin in eine Fachklinik. Gegen den 49-Jährigen wird nun wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung ermittelt. Streifen der Polizeiinspektion Nürnberg-West hatten den 49-jährigen rumänischen Tatverdächtigen noch vor Ort vorläufig festgenommen. Mehr dazu.
Die Häufung von Bränden innerhalb weniger Tage fällt in dieser Woche auf: In Memmingen, Hohenlinden, Göggelsbuch und Nürnberg mussten Feuerwehr und Kriminalpolizei jeweils ausrücken. In keinem der vier Fälle steht die Ursache bisher fest; in drei Fällen ermittelt die Kriminalpolizei. Ob ein Zusammenhang zwischen den Bränden besteht, ist nicht bekannt.