Die Bundespolizeidirektion Berlin hat eine vielversprechende Bilanz zu ihrem Mitführverbot für gefährliche Gegenstände gezogen. Vom 20. März bis 26. Juli 2025 kontrollierten Beamtinnen und Beamte an 16 Bahnhöfen in Berlin und Brandenburg täglich zwischen 14 Uhr und 4 Uhr des Folgetages Reisende auf verbotene Waffen und Gegenstände.
Das Verbot galt an den 15 Berliner Bahnhöfen Hauptbahnhof, Zoologischer Garten, Friedrichstraße, Alexanderplatz, Gesundbrunnen, Spandau, Jungfernheide, Wedding, Ostbahnhof, Warschauer Straße, Ostkreuz, Lichtenberg, Neukölln, Hermannstraße und Südkreuz sowie am Brandenburger Bahnhof Potsdam Hauptbahnhof. Verboten waren nicht nur Waffen im Sinne des Waffengesetzes, sondern auch Tierabwehrsprays, Schlaggegenstände und andere Gegenstände, die erhebliche Verletzungen verursachen können.
In viereinhalb Monaten kontrollierten die Einsatzkräfte insgesamt 17.318 Personen. Bei 905 von ihnen stellten die Beamten 1.011 Gegenstände sicher. In 318 Fällen verstießen die kontrollierten Personen gegen die Allgemeinverfügung der Bundespolizei. In 509 weiteren Fällen lag ein Verstoß gegen das Waffengesetz oder die in Berlin geltende Waffen- und Messerverbotszone im öffentlichen Nahverkehr vor.
Die Bilanz der beschlagnahmten Gegenstände fällt beeindruckend aus: Die Beamten sicherten 469 Messer, 280 Reizstoffe, 80 Hiebwaffen, 30 Waffen, 138 potenzielle Schlag- und Stichgegenstände sowie 14-mal Pyrotechnik. Darüber hinaus deckten die Kontrollmaßnahmen 1.818 weitere Straftaten auf – überwiegend Gewaltdelikte (457). Hinzu kamen 308 Betäubungsmitteldelikte und 285 Verstöße gegen das Aufenthaltsgesetz. Die Kontrollen führten zudem zu 2.041 Fahndungstreffern und zur Vollstreckung von 211 offenen Haftbefehlen.
Die Bundespolizei hatte den Einsatz ins Leben gerufen, weil Gewalttaten im Bahnbereich ein bedeutsames Kriminalitätsphänomen darstellen. In der Vergangenheit hatte die Behörde eine zunehmend höhere Gewaltintensität bei Bahnhofsvorfällen beobachtet und damit verbunden schwerere Verletzungen der Opfer registriert. Tatverdächtige setzten dabei vermehrt Tierabwehrsprays oder Schlag- und Stichgegenstände ein. Nach Einschätzung der Bundespolizei ist der Einsatz erfolgreich verlaufen und hat zu einem Sicherheitsgewinn im Bahnverkehr beigetragen.
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