Betrüger geben sich als Bankmitarbeiter aus: Senioren im Schwalm-Eder-Kreis um Tausende Euro gebracht

Symbolbild Seniorin am Telefon

Im nördlichen Schwalm-Eder-Kreis häufen sich Betrugsfälle, bei denen Kriminelle sich als Bankmitarbeiter ausgeben. Am Donnerstag, 2. Juli 2026, kam es zu drei weiteren Taten dieser Art – nach bereits mehreren ähnlichen Fällen Ende Juni. Die Kasseler Kriminalpolizei ermittelt und sucht Zeugen.

Den Anfang machte ein Anruf gegen 12:30 Uhr bei einer Seniorin aus Guxhagen in der Bergstraße. Der Anrufer gab vor, ein Mitarbeiter der Kreissparkasse Schwalm-Eder zu sein, und stellte die Funktionsfähigkeit ihrer Bankkarte in Frage. Dadurch bewog er die Frau, ihre Karte an einen vermeintlichen Komplizen auszuhändigen. Gleichzeitig fragte der Anrufer auch nach der PIN – und erhielt sie. Kurz darauf wurde das Konto der Seniorin um 5.000 Euro geleert.

Der Mann, der die Karte abholte, wird beschrieben als etwa 25 Jahre alt, 170 bis 180 Zentimeter groß, schlank und sportlich, mit mitteleuro­päischem Erscheinungsbild, blonden kurzen Haaren, weißem Hemd und beiger Hose.

Zwei Stunden später, gegen 14:00 Uhr, spielte sich ein ähnliches Szenario im Melsunger Ortsteil Röhrenfurth ab. Wieder rief ein vermeintlicher Bankmitarbeiter an, wieder wurde eine Seniorin überredet, ihre Bankkarte herauszugeben – diesmal an der Haustür in der Bergstraße. Die Seniorin nannte dem Abholer auch die PIN. Das Konto wurde daraufhin um 300 Euro belastet.

Der Abholer hier war männlich, etwa 170 Zentimeter groß, schmale Statur, mitteleuropäisches Aussehen, dunkelblonde gesträhnte Haare bis zum Kinn, weißes Hemd und dunkle Hose.

Am selben Tag folgte um 15:00 Uhr ein dritter Fall in Malsfeld-Elfershausen. Ein Senior erhielt einen Anruf von jemandem, der behauptete, ein Bankmitarbeiter zu sein. Dieser erklärte dem Senior angebliche Probleme mit seinen Bankkarten und forderte, diese zwecks Überprüfung an einen Kollegen auszuhändigen. Kurz darauf erschien tatsächlich jemand an der Wohnanschrift des Seniors in der Straße Am Sportplatz und entgegennahm zwei Bankkarten nebst PIN-Nummern. Anschließend wurden 1.000 Euro vom Konto abgehoben.

Der Abholer hier wird beschrieben als männlich, etwa 30 bis 35 Jahre alt, 170 Zentimeter groß, schlanke Statur, dunkle Baseballkappe und helles Hemd oder Shirt.

Ob es sich bei den drei Abholern um dieselben Personen handelt, können die Ermittler bislang nicht eindeutig sagen, obwohl die Beschreibungen Ähnlichkeiten aufweisen.

Das Kommissariat der Kasseler Kriminalpolizei, das auf Straftaten gegen ältere Menschen spezialisiert ist, hat die Ermittlungen in allen drei Fällen übernommen. Die Polizei sucht Zeugen, die im genannten Zeitraum verdächtige Personen oder Fahrzeuge beobachtet haben. Hinweise werden unter der Telefonnummer 0561-9100 entgegengenommen.

Die Polizei Hessen warnt eindringlich: PIN und TAN sind persönliche, geheime Daten und dienen als digitaler Schlüssel zu Konten und Geldmitteln. Banken, Behörden, Versicherungen und die Polizei fordern diese Nummern niemals telefonisch, per E-Mail oder SMS an. Auch werden sie niemals persönlich an der Haustür erscheinen, um Bankkarten zu fordern. Ebenso sollte man sich nicht telefonisch zur Durchführung von Online-Überweisungen überreden lassen.

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