Betrüger, Sprengstoff und Gewalt: Kriminalitätswelle in der Region Heilbronn

(Symbolbild)

Die Region Heilbronn wurde am Wochenende von einer Serie schwerer Straftaten heimgesucht. Betrüger täuschten Seniorinnen, Unbekannte sprengten einen Zigarettenautomaten, ein Mann bedrohte Autohaus-Angestellte mit einem Messer, und auf der Autobahn ereignete sich ein Massenunfall mit 13 Verletzten. Dazu kamen mehrere Brände und eine Auseinandersetzung im Freibad.

Betrüger bringen zwei Seniorinnen um ihr Geld

Am Freitagnachmittag fielen zwei Heilbronner Seniorinnen Betrügern zum Opfer, die sich als Bankmitarbeiter ausgaben. Beide Frauen erhielten Telefonanrufe, in denen ihnen mitgeteilt wurde, dass die Daten ihrer Bankkarten im Internet einsehbar seien und bereits mehrere tausend Euro unberechtigt abgebucht worden sein sollten. Die Betrüger forderten die Kartenpins und kündigten an, dass ein Mitarbeiter vor Ort vorbeikommen würde.

Gegen 15 Uhr klingelte dann ein Mann bei der ersten Seniorin in der Eppinger Straße. Er nahm die Bankkarte entgegen, hob damit Geld an einem Automaten ab und kehrte zurück. Unter dem Vorwand, dass die Scheine Falschgeld sein könnten, nahm der Täter das abgehobene Geld sowie weiteres Bargeld mit. Etwa 1,5 Stunden später erschien vermutlich derselbe Mann bei der zweiten Seniorin in der Schongauer Straße und erbeutete auf dieselbe Weise Bargeld.

Der Mann wird beschrieben als 25 bis 35 Jahre alt, groß und schlank mit sehr dunklem Teint. Das Polizeirevier Heilbronn Böckingen bittet Zeugen, die am Freitagnachmittag im Bereich der Eppinger oder Schongauer Straße verdächtige Wahrnehmungen gemacht haben, sich unter 07131 204060 zu melden.

Zigarettenautomat in Bad Friedrichshall gesprengt

In der Nacht zum Samstag sprengten Unbekannte einen Zigarettenautomaten in Bad Friedrichshall-Kochendorf. Kurz vor 1 Uhr meldete eine Verkehrsteilnehmerin den zerstörten Automaten im Riedweg über Notruf. Die Sprengung beschädigte auch Teile des Mauerwerks, an dem der Automat befestigt war. Der Sachschaden wird auf etwa 3.000 Euro geschätzt. Ob Zigaretten oder Bargeld entwendet wurden, ist noch unklar. Das Polizeirevier Neckarsulm sucht Zeugen unter 07132 93710.

Mann mit Cuttermesser bedroht Autohaus-Angestellte

Am Freitagabend bedrohte ein 46-Jähriger mehrere Angestellte eines Autohauses in der Neckarsulmer Straße in Heilbronn. Der Mann betrat das Gebäude gegen 18 Uhr und gab sich gegenüber Kunden als Verkäufer aus. Nachdem er der Örtlichkeit verwiesen wurde, zückte er ein Cuttermesser und bedrohte die anwesenden Personen. Er befand sich offenbar in einer psychischen Ausnahmesituation. Polizeikräfte überwältigten ihn und brachten ihn in eine psychiatrische Einrichtung. Niemand wurde verletzt.

Balkonbrand in Leingarten – 20.000 Euro Schaden

Am Samstagabend brach in Leingarten kurz nach 21 Uhr ein Feuer auf dem Balkon eines Mehrfamilienhauses in der Wasserfallstraße aus. Vermutlich wurde eine Zigarette unsachgemäß entsorgt. Das Feuer griff auf einen Holztisch und Gartenstühle über, dann zerbarst durch die Hitze ein Fenster. Die Freiwillige Feuerwehr Leingarten konnte ein Übergreifen auf die Wohnungsmöbel und den Dachstuhl verhindern. Der Sachschaden wird auf etwa 20.000 Euro geschätzt. Verletzt wurde niemand.

Parkplatz-Pkw in Flammen – fünf Verletzte bei Löschversuchen

Am Sonntagabend gegen 21:30 Uhr geriet in Ilsfeld-Wüstenhausen ein auf der Löwensteiner Straße geparkter Pkw in Brand, vermutlich aufgrund eines technischen Defekts. Die Flammen griffen auf eine Hecke und einen weiteren Pkw über. Bei Löschversuchen vor Eintreffen der Feuerwehr wurden fünf Personen leicht verletzt. Die Feuerwehr löschte den Brand und verhinderte ein Übergreifen auf das Wohnhaus. Der Sachschaden wird auf etwa 100.000 Euro geschätzt.

Massenunfall auf der A6: 13 Verletzte, darunter sieben Kinder

Auf der Autobahn 6 Höhe Kirchardt ereignete sich am Samstagabend um 20:15 Uhr ein schwerer Verkehrsunfall mit erheblichen Folgen. Ein 41-Jähriger war mit seinem vollbesetzten VW Bus zwischen den Anschlussstellen Sinsheim-Steinsfurt und Bad Rappenau unterwegs. Vermutlich aufgrund nicht angepasster Geschwindigkeit fuhr er am Stauende auf einen Dodge eines 57-Jährigen auf.

Durch die Wucht des Aufpralls wurde der Dodge auf den Audi eines 21-Jährigen geschoben, dieser wiederum auf den Mercedes einer 68-Jährigen. Alle acht Insassen des VW – sieben Kinder im Alter von neun bis 14 Jahren sowie ein Erwachsener – und die beiden Insassen des Dodge wurden schwer verletzt. Der Audi-Fahrer und sein Beifahrer zogen sich leichte Verletzungen zu. Im Einsatz waren zwei Rettungshubschrauber und neun Rettungswägen. Die Autobahn wurde bis etwa 1:30 Uhr vollständig gesperrt. Der Sachschaden wird auf etwa 83.000 Euro geschätzt.

Unfallflucht in Lauffen

Die Polizei sucht Zeugen für eine Unfallflucht am Sonntagnachmittag in Lauffen. Zwischen 16 Uhr und 19:30 Uhr beschädigte der Fahrer eines blauen Pkw vermutlich beim Abbiegen von der Südstraße in die Schillerstraße eine Grundstücksmauer und entfernte sich unerlaubt von der Unfallstelle. Der Sachschaden wird auf etwa 1.000 Euro geschätzt. Das Polizeirevier Lauffen nimmt Hinweise unter 07133 2090 entgegen.

Auseinandersetzung im Freibad – Polizistin verletzt

Am frühen Samstagabend kam es im Freibad Obersulm-Affaltrach in der Silbergrubenstraße zu einer Auseinandersetzung. Ein 47-Jähriger soll gegen 18 Uhr gegen die Freibadordnung verstoßen haben. Als ihm die Örtlichkeit verwiesen werden sollte, beleidigte und bedrohte er die Bademeisterin. Im Rahmen des Polizeieinsatzes verhielt sich der Mann aggressiv, weshalb ihm Handschellen angelegt wurden. Ein Handgemenge zwischen mehreren Personen und der Polizei folgte. Eine 23-Jährige und eine Polizistin wurden leicht verletzt; die 23-Jährige wurde ins Krankenhaus gebracht.

Während des Einsatzes näherte sich zudem ein 24-Jähriger trotz mehrmaliger Aufforderung immer wieder den Einsatzkräften, weshalb auch ihm Handschellen angelegt wurden. Beide Männer wurden vorläufig festgenommen und später auf freien Fuß entlassen. Zeugen werden gebeten, sich beim Polizeirevier Weinsberg unter 07134 9920 zu melden.

86-Jährige verstorben

Eine 86-Jährige, die am Montagabend lebensgefährliche Verletzungen erlitt, als sie mutmaßlich einen Wasserkocher falsch bediente, ist im Krankenhaus verstorben. Die Ermittlungen laufen noch.

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