Wie in den Vorjahren hatte sich das Polizeipräsidium Mannheim intensiv auf den Jahreswechsel vorbereitet. Der Kräfteansatz wurde der Lage entsprechend angepasst, die Schichtstärken der örtlichen Reviere erhöht und zusätzliche Unterstützung von Einsatzkräften der Bereitschaftspolizei, der Wasserschutzpolizei sowie den Ordnungsdiensten der Städte Mannheim und Heidelberg geleistet. Die Maßnahmen galten Mannheim, Heidelberg und dem gesamten Rhein-Neckar-Kreis.
Nach einem zunächst eher ruhigen Verlauf der Silvesternacht nahm die Zahl der Einsätze kurz vor Mitternacht deutlich zu. Mehrfach mussten Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte gemeinsam mit den Einsatzkräften der Feuerwehren – darunter die Berufsfeuerwehren Mannheim und Heidelberg sowie die Freiwilligen Feuerwehren der Gemeinden im Rhein-Neckar-Kreis – zu Brandeinsätzen ausrücken. In der Mehrzahl handelte es sich um Mülltonnenbrände, vereinzelt kam es zu Balkonbränden infolge fehlgeleiteter Silvesterraketen.
Im Heidelberger Stadtteil Emmertsgrund erlitt eine Person leichte Brandverletzungen; ein Polizeibeamter erhielt durch Rauchgas ebenfalls eine leichte Verletzung. Der entstandene Sachschaden lässt sich derzeit noch nicht beziffern. Beim Brand eines Doppelhauses im Mannheimer Stadtteil Käfertal entstand jedoch Sachschaden in Höhe von rund 200.000 Euro. Es kam niemand zu Schaden.
In Mannheim versammelten sich mehrere tausend Feiernde rund um den Wasserturm, die Kurpfalzbrücke und den Plankenkopf. In der Spitze hielten sich über 2.000 Personen am Mannheimer Wahrzeichen auf. Der Fahrzeugverkehr im Bereich des Wasserturms wurde zwischen 23:15 Uhr und 01:00 Uhr umgeleitet. Unter den Feiernden befanden sich vereinzelt Gruppen mit erkennbarer Aggressionsbereitschaft. Durch das rasche und konsequente Einschreiten der eingesetzten Polizeikräfte konnten Eskalationen frühzeitig verhindert werden.
Gegen 00:15 Uhr trat im Stadtteil Schönau eine Gruppe von etwa 20 Jugendlichen in Erscheinung, die in der Lilienthalstraße drei Straßenbahnen durch Stein- und Böllerwürfe erheblich beschädigten. Mehrere Scheiben sowie eine Eingangstür wurden zerstört, das Fahrerhaus einer Straßenbahn wurde entglast. Zudem wurden eine Straßenbahnhaltestelle beschädigt sowie die Scheiben eines Aufenthaltsraums der städtischen Verkehrsgesellschaft und eines Jugendhauses eingeworfen. Personen kamen hierbei nicht zu Schaden. Der Sachschaden wird auf einen niedrigen sechsstelligen Betrag geschätzt. Eine Person wurde festgenommen. Die weiteren Ermittlungen wegen des Verdachts des Landfriedensbruchs dauern an.
In Heidelberg konzentrierte sich der Großteil der Feiernden auf der Alten Brücke sowie auf der Theodor-Heuss-Brücke. Auf der Theodor-Heuss-Brücke hielten sich in der Spitze rund 1.800 Personen auf. Aufgrund des starken Andrangs wurde die Brücke gegen Mitternacht für weitere zuströmende Personen gesperrt. Zeitgleich wurde auch die B 37 zwischen Stadthalle und Neckarmünzplatz für den Verkehr gesperrt. Sämtliche Sperrmaßnahmen konnten gegen 00:45 Uhr wieder aufgehoben werden, nachdem zahlreiche Feiernde in Richtung Altstadt weitergezogen waren.
Im Rhein-Neckar-Kreis verlief der Jahreswechsel aus polizeilicher Sicht ohne nennenswerte Zwischenfälle. Rund um die Drehscheibe Walldorf kamen zwar zahlreiche Personen zusammen, zu Ordnungsstörungen oder sonstigen Zwischenfällen kam es jedoch nicht. Im Rahmen der Einsatzmaßnahmen registrierte die Polizei in der Nacht vier Widerstandshandlungen beziehungsweise tätliche Angriffe gegen Polizeikräfte. Dabei wurden insgesamt drei Polizeibeamtinnen bzw. Polizeibeamte leicht verletzt. Zudem kam es im Verlauf der Einsatzmaßnahmen zum teilweise gezielten Beschuss und Bewurf von Polizeikräften mit Knallkörpern und Silvesterraketen. Verursacher blieben jedoch in der Anonymität der Menschenmenge verborgen.
„Unser Einsatzkonzept für den diesjährigen Jahreswechsel ist aufgegangen. Durch frühzeitiges, entschlossenes und zugleich besonnenes Einschreiten konnten Eskalationen wirksam verhindert werden“, resümierte Einsatzleiter Alexander Ulmer am Ende der Nacht.