Bodenfeuchte Baden-Württemberg: Schwere Trockenheit im Gesamtboden

Die aktuelle Karte des UFZ-Duerremonitors vom 6. August 2026 zeigt Baden-Württemberg in einer angespannten Bodenfeuchte-Situation. Das Gesamtboden-Feuchte-Index bis 1,80 Meter Tiefe wird ueberwiegend von der Klasse „schwere Duerre“ (Rot) dominiert, die etwa 70 bis 75 Prozent der Flaeche erfasst. Daneben treten in groesseren Flaechen die Klassen „extreme Duerre“ (Dunkelrot) und „moderate Duerre“ (Orange) auf. Nur schmale Kuestenstreifen und Teile des Nordens zeigen „ungewoehnlich trocken“ (Hellgelb). Feuchte Bodenverhaeltnisse sind auf der Karte nicht sichtbar.

Aktuelle Dürrekarte Baden-Württemberg (Quelle: UFZ Dürremonitor)
Aktuelle Dürrekarte Baden-Württemberg (Quelle: UFZ Dürremonitor)

Nordbaden, Kraichgau und Odenwald deutlich betroffen

Die Klasse „extreme Duerre“ (Dunkelrot) konzentriert sich im nordbadischen Raum und erstreckt sich in Fleckenmustern bis in die Oberrhein-Ebene und das suedliche Hessen-Grenzgebiet. Die flaechen-dominante Klasse „schwere Duerre“ (Rot) ist im gesamten Zentrum und Sueden des Landes verbreitet — besonders ausgepraegt in Kraichgau, Schwarzwald-Rand und dem Odenwald. Die westliche Rheinebene zeigt kleinflaechigerweise „moderate Duerre“ (Orange) und „ungewoehnlich trocken“ (Hellgelb). Im Nordwesten bildet ein Streifen mit hellgelben Pixeln eine leichte Abweichung zur flaechen-dominanten roten Klasse.

Hochsommer beschleunigt Feuchtigkeitsverlust

Das UFZ-Diagramm bildet ein 14-taegiges gleitendes Mittel ab — kuerzliche Niederschlaege sind darin noch nicht vollstaendig reflektiert. Die aktuelle Wetterlage verstaerkt diese Bilanz erheblich: In den letzten sieben Tagen fielen im Schnitt nur 2,8 Millimeter Niederschlag bei durchschnittlich 25 Grad Celsius und Spitzenwerten von 34,8 Grad. Die kommenden drei Tage bringen keine Niederschlaege, bei Hoechsttemperaturen um 33 Grad. Unter diesen Bedingungen verliert der Oberboden rasch Feuchte, waehrend der Gesamtboden bis 1,80 Meter Tiefe deutlich traeger reagiert. Die schwere Duerre in tieferen Bodenschichten ist somit nicht nur Abbild der letzten zwei Wochen, sondern Resultat ausgedehnter Trockenphase im Fruehjahr und Frühsommer.

Landwirtschaft und Wasserwirtschaft unter Druck

Bodenverhaeltnisse der Klasse „schwere Duerre“ und „extreme Duerre“ sind fuer landwirtschaftliche Kulturen und Waldverjaengung problematisch. Sommer-Getreide und Grünland reagieren auf solche Verhaeltnisse mit Ertrags- und Vitalitaetseinbussen. Auch das Grundwasserneubildungs-Vermoegen sinkt deutlich — ein Aspekt, der fuer die Wasserwirtschaft in einem langfristigen trockenen Sommerhalbjahr erheblich ist. Forstwirtschaft und Waldbrandrisiko erfordern Aufmerksamkeit, insbesondere in Schwarzwald und Odenwald. Die UFZ aktualisiert diese Karte woechentlich; eine Entspannung ist ohne signifikante Niederschlaege in den kommenden Tagen nicht zu erwarten.

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