Bodenfeuchte Berlin: Orange und Rot dominieren großflächig

Die aktuelle Karte des UFZ-Duerremonitors zeigt für Berlin zum 30. Juli 2026 ein differenziertes Bild: Der Großteil des Bundeslandes ist von moderater bis schwerer Trockenheit betroffen. Orange (moderate Dürre) und Rot (schwere Dürre) dominieren flächig, während nur kleine Bereiche im äußersten Westen und Norden gelb oder grün gefärbt sind. Die Karte bildet ein 14-Tages-Gleitendes Mittel des Bodenfeuchteparameters bis 1,80 m Tiefe ab und wird vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung wöchentlich aktualisiert.

Aktuelle Dürrekarte Berlin (Quelle: UFZ Dürremonitor)
Aktuelle Dürrekarte Berlin (Quelle: UFZ Dürremonitor)

Süd- und Ostberliner Gebiete besonders betroffen

Die Regionen im Süden und Osten Berlins zeigen überwiegend Rotfärbung, was auf schwere Dürre hindeutet — ein Zustand, der statistisch etwa alle 20 Jahre auftritt. Der Bereich um die Spree-Neiße und in Richtung Brandenburg-Mitte ist deutlich ausgeprägter trocken. Der Westen und Nordwesten Berlins weisen dagegen orange und teilweise gelbe Färbung auf, was auf moderate Trockenheit deutet. Hellgelbe Flecken (ungewöhnlich trocken) sind nur fragmentarisch sichtbar, insbesondere um 12°E und 13°E.

Wetterlage verstärkt Feuchtedefizit der Tiefenschichten

Die letzte Woche brachte nur 17,3 mm Niederschlag — deutlich unter dem klimatologischen Normalwert. Mit Höchsttemperaturen von 37,5°C herrschte gleichzeitig intensive Verdunstung. Der Oberboden mag von den gelegentlichen Niederschlägen kurzfristig profitiert haben, doch der Gesamtboden bis 1,80 m Tiefe, den die UFZ-Karte abbildet, reagiert träge auf diese Schwankungen. Die erwarteten 4,2 mm in den nächsten 3 Tagen werden das Tiefendefizit nicht ausgleichen; die Temperatur wird mit 29,9°C weiterhin erhöht bleiben.

Landwirtschaft und Grundwasserneubildung unter Druck

Moderate bis schwere Dürre auf dieser Fläche bedeutet für die Landwirtschaft spürbare Ertragsrisiken, besonders bei Kulturen ohne ausreichende Bewässerung. Das Grundwasser wird bei andauernden Trockenperioden weniger gespeist; selbst wenn Regen fällt, dringt dieser oberflächlich ab, ohne die tieferen Schichten zu erreichen. Forstbestände und naturnahe Ökosysteme sind empfindlich gegenüber prolongierter Trockenheit in dieser Tiefenklasse. Eine Beobachtung der Entwicklung ist angezeigt.

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