Die aktuelle Dürrekarte des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung zeigt Brandenburg überwiegend in Orange und Rot. Moderate Dürre und schwere Dürre dominieren flächenhaft das Bundesland. Etwa 75 Prozent der Landesfläche bis 1,80 Meter Tiefe sind von diesen beiden Trockenheitsgraden betroffen. Nur kleine Bereiche im Westen und Norden zeigen hellgelbe Färbung (ungewöhnlich trocken) oder grüne Töne (normale Bodenfeuchte).

Süden und Mitte am stärksten betroffen
Die schwere Dürre konzentriert sich auf die südliche und zentrale Landesfläche zwischen dem Raum um Berlin und der Lausitz. Hier reicht die Trockenheit durchgehend bis in die tieferen Bodenschichten vor. Der Norden Brandenburgs zeigt ein weniger einheitliches Bild: Orange wechselt hier mit hellgelben Flecken und einzelnen grüneren Zonen, besonders im äußersten Nordwesten.
Schwache Niederschläge verschärfen den Befund
In den vergangenen sieben Tagen fielen durchschnittlich 9,4 Millimeter Regen. Diese Menge reicht nicht aus, um den Boden in der Tiefe nachhaltig zu regenerieren. Der Oberboden profitiert kurzfristig von jedem Niederschlag, aber in 1,80 Meter Tiefe wirkt sich Regen erst mit zeitlicher Verzögerung aus — der Boden reagiert träge. Die gleichzeitig gemessene Durchschnittstemperatur von 12,6 Grad in der vergangenen Woche bremst die Verdunstung, lindert aber nicht die anhaltende Trockenheit in der Tiefe.
Folgen für Landwirtschaft und Waldökosysteme
Bei schwerer Dürre im Boden müssen Pflanzen mit reduzierten Wasservorräten haushalten. Wintergetreide und mehrjährige Kulturen können Wasser nur begrenzt aus der Tiefe ziehen. Waldbestände bauen ihre Reserven ab. Grundwasserneubildung verlangsamt sich deutlich.
Aussichten für Niederschlag – kaum Entlastung absehbar
In den kommenden drei Tagen werden nur 0,8 Millimeter Regen erwartet. Diese geringe Menge bringt für den ausgetrockneten Boden keine messbare Erleichterung. Die erwartete Höchsttemperatur von 16,5 Grad bleibt moderat, verstärkt die Trockenheitslage aber nicht zusätzlich.
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