Bodenfeuchte Deutschland: Südwesten und Bayern unter Dürrestress

[Teilweise zu trocken]

Die aktuelle Bodenfeuchte-Karte des UFZ-Dürre­monitors vom 23. Juli 2026 zeigt ein differenziertes Bild: Während der Norden und Nordosten Deutschlands überwiegend normale bis feuchte Bedingungen aufweisen, dominieren in Südbayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz die höheren Trockenheitsklassen. Das 14-Tage-Gleit­mittel erfasst den Gesamtboden bis 1,80 Meter Tiefe und wird wöchentlich aktualisiert.

Aktuelle Dürrekarte Deutschland (Quelle: UFZ Dürremonitor)
Aktuelle Dürrekarte Deutschland (Quelle: UFZ Dürremonitor)

Süden und Südwesten dominiert von moderater bis schwerer Dürre

Bayern und Baden-Württemberg zeigen auf der Karte überwiegend orange bis rote Färbung, was auf moderate bis schwere Dürre nach der UFZ-Klassifizierung hindeutet. Auch Rheinland-Pfalz und das Saarland sind betroffen. Im südlichen Bayern reichen die Dürreflecken bis zu den dunkelroten Bereichen (extreme Dürre). Demgegenüber präsentiert sich der Norden günstiger: Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen zeigen überwiegend grüne bis gelbe Färbung, was auf normale bis leicht erhöhte Trockenheit deutet. Brandenburg und Berlin sind im mittleren Bereich einzuordnen, während Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen ein gemischtes Muster aufweisen.

Zu wenig Niederschlag in der Woche – Norden erhält Entlastung

Die vergangenen sieben Tage brachten Deutschland im Durchschnitt nur 4,9 Millimeter Niederschlag – deutlich unter dem Bedarf. Besonders kritisch ist die Bilanz in Baden-Württemberg (4,2 mm), Bayern (4,8 mm), Hessen (0 mm), Nordrhein-Westfalen (0,1 mm) und Rheinland-Pfalz (0,6 mm). Hier entspricht das 14-Tage-Mittel der Karte damit einer anhaltenden Trockenphase. Der Gesamtboden reagiert auf solche Niederschlagdefizite träge – kurzzeitige Regengüsse wirken sich erst mit Verzögerung aus. Für die kommenden drei Tage wird im Norden (Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Bremen) mit 12 bis 15 Millimeter gerechnet, was eine gewisse Entlastung brächte. Die südlichen Bundesländer erhalten hingegen kaum Zuwachs (0 bis 5,4 mm). Im Nordosten treten Nebel und Regenschauer auf.

Auswirkungen auf Landwirtschaft und Grundwasser

Die moderaten bis schweren Dürre-Bereiche in Süddeutschland dürften bereits Auswirkungen auf sommerliche Kulturen haben. Der Wasserspeicher des Gesamtbodens ist in den betroffenen Regionen deutlich reduziert. Für die Grundwasserneubildung ist die anhaltende Trockenheit im Süden ungünstig; erst regelmäßigere Niederschläge könnten eine Erholung einleiten. Der Norden profitiert derzeit von besseren Feuchte­verhältnissen und erhält in den nächsten Tagen zusätzliche Niederschläge.

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