Bodenfeuchte Hamburg: Orange und Rot im Südosten, Norden normal

Die aktuelle UFZ-Dürrekarte vom 29. Juli zeigt für Hamburg ein differenziertes Bild: Während der Norden und Westen der Hansestadt normal feuchte Bodenverhältnisse aufweisen, dokumentiert der UFZ-Dürrenmonitor im Südosten und in der Mittleren Region eine moderat bis deutlich erhöhte Trockenheit. Das 14-Tage-gleitende Mittel des Soil Moisture Index (SMI) für den Gesamtboden bis 1,80 Meter Tiefe bildet damit die anhaltende sommerliche Dürreperiode ab, wobei die räumliche Ausprägung regional unterschiedlich ausfällt.

Aktuelle Dürrekarte Hamburg (Quelle: UFZ Dürremonitor)
Aktuelle Dürrekarte Hamburg (Quelle: UFZ Dürremonitor)

Südosten mit moderater bis deutlicher Trockenheit

Die Süd- und Südostteile Hamburgs zeigen überwiegend orange (moderate Dürre) und rote Töne (deutliche Trockenheit), lokal auch Übergänge zu dunkelrot. Diese Klassen treten statistisch alle 10 bis 20 Jahre auf und signalisieren, dass der Bodenspeicher in 1,80 Metern Tiefe merklich unter dem langjährigen Durchschnitt liegt. Der Norden sowie große Teile des Westens werden dagegen in Blau- und Grüntönen abgebildet – ein Zeichen normal bis leicht erhöhter Bodenfeuchte.

Wenig Niederschlag, hohe Temperaturen verschärfen Bilanz

Die aktuellen Wetterdaten verdeutlichen die anhaltende Trockenheit: In den letzten sieben Tagen fielen im Mittel nur 8,5 Millimeter Niederschlag, während die Durchschnittstemperatur 19,8 °C betrug – mit Höchstwerten bis 36,6 °C. Der Oberboden kann sich durch Niederschlag kurzfristig regenerieren, doch der Gesamtboden reagiert träge. Die kommenden drei Tage bringen voraussichtlich keinen Niederschlag und Höchstwerte um 24,8 °C, womit sich die Bilanz weiter verschärft. Diese Kombination aus Wärmestress und minimalen Regenfällen verzögert die Erholung des Bodenwasserspeichers.

Folgen für Vegetation und Grundwasser

Für Landwirtschaft und Gartenbau bedeutet die orange/rote Klassifizierung im Südosten erhöhte Bewässerungsanforderungen. Pflanzen mit tieferen Wurzelsystemen – darunter viele Forstbestände – zeigen bei persistenter Trockenheit in 1,80 Metern Tiefe Stress. Auch die Grundwasserneubildung bleibt bei anhaltenden Defiziten gedrosselt. Der Norden und Westen profitieren von besserer Feuchteversorgung und sind in dieser Hinsicht günstiger gestellt. Der UFZ-Dürrenmonitor wird wöchentlich aktualisiert und spiegelt dabei stets ein 14-Tage-Mittel wider – kurzfristige Schwankungen sind in diesem Zeitrahmen bereits geglättet.

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