Bodenfeuchte Hessen: Schwere Dürre dominiert großflächig

[Trockenheit]

Die aktuelle Karte des UFZ-Duerremonitors vom 10. August zeigt Hessen in einer deutlich trockenen Situation. Ueberwiegend rot gefaerbte Flaechen kennzeichnen schwere Duerre im Gesamtboden bis 1,80 Meter Tiefe. Rot ist nach der UFZ-Klassifizierung die dritte Stufe — eine Trockenheit, die statistisch alle 20 Jahre auftritt. Nur im Norden und an wenigen Randflaechen finden sich orange (moderate Duerre) oder gelbe Bereiche (ungewoehnlich trocken). Feuchte Bedingungen sind auf der aktuellen Karte nicht erkennbar.

Aktuelle Dürrekarte Hessen (Quelle: UFZ Dürremonitor)
Aktuelle Dürrekarte Hessen (Quelle: UFZ Dürremonitor)

Rotes Dürregebiet von Süden bis zur Mitte

Die roten Flaechen erstrecken sich flächendeckend über die zentrale und südliche Hessische Region. Im äußersten Norden und Nordosten treten orange Flaechen (moderate Duerre) auf — eine leichte Entspannung gegenueber dem Rot, aber immer noch trocken. Hellgelbe Flaechen (ungewoehnlich trocken) sind klein und verteilt, besonders an den Rändern zu sehen. Diese regionale Differenzierung zeigt, dass der Norden weniger intensiv betroffen ist als Sued- und Mittelhessen.

Minimale Niederschläge bei hohen Temperaturen

Die Wetterdaten verstaerken die Situation. Hessen verzeichnete in der vergangenen Woche durchschnittlich nur 2,8 Millimeter Niederschlag — deutlich unter dem Bedarf trockener Boeden. Parallel dazu lagen die Durchschnittstemperaturen bei 21,5 Grad Celsius, die Hoechstwerte erreichten 32,5 Grad. Diese Kombination aus geringen Niederschlaegen und hohen Temperaturen beschleunigt die Verdunstung. Die naechsten drei Tage bringen keinen Niederschlag, bei erwarteten Hoechsttemperaturen von 33,2 Grad wird sich die Austrocknung weiter verstaerken. Die Karte des UFZ-Duerremonitors, die ein 14-taegiges gleitendes Mittel darstellt, reagiert auf solche kurzfristigen Aenderungen nur verzoegert — der Gesamtboden ist ein traeger Speicher.

Konsequenzen für Landwirtschaft und Gründwasser

Schwere Duerre (rot) bedeutet, dass Pflanzenverbrauchte Wasser in tieferen Bodenschichten bereits stark ersch öpft ist. Landwirtschaftliche Kulturen ohne kuenstliche Bewaesserung geraten unter Stress. In der Forstwirtschaft zeigen sich erste Symptome der Wasserknappheit — Waldbestaende werden anfaelliger für Schaedlinge und Waldbraende. Das Grundwasser zeigt in solchen Phasen typischerweise verzögert eine sinkende Neu-Speisung, die Gefahr von langfristigem Mangel waechst mit jeder Duerre-Woche ohne nennenswerte Niederschlaege. Kurzfristige Regenfaelle würden den Oberboden erquicken, den Gesamtboden aber nur langsam befeuchten — eine groessere Niederschlagsmenge über mehrere Tage waere nötig, um die rote Klasse nachhaltig zu verlassen.

Die UFZ aktualisiert den Duerremonitor woechentlich. Beobachtung der entwicklung bleibt erforderlich, besonders für bewaesserte und wassergestützte Wirtschaftsbereiche.

Den aktuellen Wetterbericht fuer Hessen finden Sie hier.


» Zum Wetterbericht für Hessen