Bodenfeuchte Hessen: 48,6 Millimeter Regen in 7 Tagen — Trockenheit lässt nach

Der Boden bis in eine Tiefe von 1,80 Meter zeigt in Hessen ein gemischtes Bild. Die aktuelle Dürrekarte des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung dokumentiert überwiegend rote Färbung mit dunkelroten Flecken in der Mitte und im Süden — schwere bis extreme Dürre prägt etwa 75 Prozent der Landesfläche. Der Norden und Nordwesten zeigen jedoch hellgelbe bis orange Bereiche, die auf ungewöhnlich bis moderat trockene Verhältnisse deuten. Im äußersten Norden sind vereinzelte grüne Pixel erkennbar, die auf normale Bodenfeuchtigkeit hinweisen.

Aktuelle Dürrekarte Hessen (Quelle: Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung)
Aktuelle Dürrekarte Hessen (Quelle: Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung)

Süden und Mitte unter extremer Dürre

Dunkelrot dominiert in der Mitte Hessens, besonders deutlich im Raum Frankfurt und östlich davon bis zur Bergstraße. Hier herrscht extreme Dürre vor. Der südliche Landesteil, insbesondere die Regionen um Darmstadt und Offenbach, zeigt ebenfalls überwiegend dunkelrote Färbung. Das Rheintal und einzelne Beckenlandschaften wie der Norden um Kassel wechseln zwischen Rot und Dunkelrot ab. Im Norden, besonders um Marburg und in Teilen Hessens entlang der Lahn, sind orange bis hellgelbe Gebiete erkennbar.

Regen schwächt die Trockenheit ab

In der vergangenen Woche fiel mit 48,6 Millimetern Niederschlag endlich wieder bedeutsame Wassermenge. Die Durchschnittstemperatur lag bei 16 Grad, die Höchsttemperatur bei 23 Grad. Diese moderaten Temperaturen und der Regen bremsen die weitere Austrocknung. Der Boden reagiert jedoch träge auf Niederschläge — die Feuchtigkeit dringt nur allmählich in tiefere Schichten ein. Die Karte zeigt einen 14-Tage-Mittelwert und wird wöchentlich aktualisiert; der Oberboden hat sich durch den Regen kurzfristig erholt, während die Tiefe bis 1,80 Meter noch von den Defiziten der Vorwochen geprägt ist.

Folgen für Landwirtschaft und Grundwasser

Die schwere bis extreme Dürre in Mittelhessen gefährdet das verfügbare Bodenwasser für Kulturen in fortgeschrittenen Wachstumsphasen. Künstliche Bewässerung kann diese Defizite nur regional ausgleichen und belastet die Wasserversorgung zusätzlich. Der Grundwasserneubildung kommt der bisherige Regen zugute — die eingefallenen 48,6 Millimeter helfen, natürliche Speicher langsam wieder aufzufüllen, können aber bisherige Defizite nicht unmittelbar ausgleichen. Forstbestände in trockengefährdeten Lagen zeigen noch immer Stresssymptome; die Waldbrandgefahr bleibt erhöht, auch wenn die jüngsten Niederschläge leichte Entlastung bringen.

Aussichten für Niederschlag – 2,7 Millimeter erwartet

Für die kommenden drei Tage prognostiziert der Wetterdienst 2,7 Millimeter Niederschlag bei einer erwarteten Höchsttemperatur von 26,6 Grad Celsius. Diese geringe Regenmenge wird die bestehende Trockenheit nicht wesentlich entspannen. Die Bodenfeuchte wird sich in den tief ausgetrockneten Regionen Mittelhessens daher weiter nur langsam erholen.

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