Der Boden bis in eine Tiefe von 1,80 Meter zeigt in Niedersachsen ein gemischtes Bild. Während der Norden und Nordwesten überwiegend grün und hellgelb gefärbt sind und normale bis ungewöhnlich trockene Verhältnisse anzeigen, dominieren im Süden und in der Mitte orange und rote Bereiche. Etwa 55 Prozent der Landesfläche sind von moderater bis schwerer Dürre betroffen, etwa 45 Prozent liegen im Bereich ungewöhnlich trocken bis normal.

Süden unter moderater bis schwerer Dürre
Die orange und roten Färbungen konzentrieren sich auf die südlichen und mittleren Landesteile zwischen Hannover und dem Harz sowie in Teilen der Lüneburger Heide. Hier herrscht moderate bis schwere Dürre vor. Der Norden und Nordwesten, insbesondere die Küstenregionen und Teile Ostfrieslands, zeigen hellgelbe und grüne Bereiche, die auf ungewöhnlich trockene bis feuchte Bedingungen hindeuten. Die Übergangszone im Osnabrücker Land und in der Weserregion weist Mischverhältnisse aus Orange und Gelb auf.
Niederschlag und Temperatur stabilisieren die Lage moderat
In der vergangenen Woche fielen durchschnittlich 11,7 Millimeter Niederschlag. Die Durchschnittstemperatur lag bei 16,6 Grad Celsius, die Höchsttemperatur erreichte 24,6 Grad. Der Boden reagiert träge auf kurzfristige Niederschläge — die Wassergabe der vergangenen Woche hat den Oberboden befeuchtet, doch die tieferen Schichten bis 1,80 Meter hinein zeigen noch die Auswirkungen längerer Trockenheitsphasen. Die gemäßigten Temperaturen begrenzen die Verdunstung und geben dem Boden Zeit, Wasser aufzunehmen.
Folgen für Landwirtschaft und Wasserhaushalt
Für die Landwirtschaft stellt die moderate bis schwere Dürre in der südlichen Hälfte eine Belastung dar. Kulturen in der Wachstumsendphase sind auf verfügbares Bodenwasser angewiesen. Der Grundwasserneubildung schaden anhaltend niedrige Niederschlagsmengen — eine vollständige natürliche Auffüllung der Speicher unter diesen Bedingungen ist nicht zu erwarten. Der Norden mit besserer Bodenfeuchte ist derzeit entlastet.
Aussichten für Niederschlag – 13,5 Millimeter erwartet
Für die kommenden drei Tage prognostiziert der Wetterdienst durchschnittlich 13,5 Millimeter Niederschlag. Die Höchsttemperatur wird bei etwa 27,9 Grad Celsius liegen. Diese Regenmenge könnte den Oberboden in trockenen Regionen vorübergehend entlasten, wird aber die Tiefenschichten nur begrenzt erreichen. Eine nachhaltige Entspannung hängt von einer länger anhaltenden Niederschlagstätigkeit ab.
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