Bodenfeuchte Nordrhein-Westfalen: 4,9 Millimeter Regen in 7 Tagen — moderate Trockenheit hält an

Der Boden bis in eine Tiefe von 1,80 Meter zeigt in Nordrhein-Westfalen ein gemischtes Bild. Die aktuelle Dürrekarte des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung zeigt, dass etwa 60 Prozent der Landesfläche von moderater bis schwerer Dürre betroffen sind, während rund 40 Prozent ungewöhnlich trocken oder in normalen Bereichen liegen.

Aktuelle Dürrekarte Nordrhein-Westfalen (Quelle: Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung)
Aktuelle Dürrekarte Nordrhein-Westfalen (Quelle: Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung)

Süden und Mitte am stärksten betroffen

Die dunkelrot und rot gefärbten Gebiete konzentrieren sich auf den Süden und die Mittelbereiche des Landes — insbesondere zwischen Köln und dem Ruhrgebiet sowie in Teilen des Bergischen Landes zeigt sich schwere Dürre. Der Süden Nordrhein-Westfalens, an der Grenze zu Hessen und Rheinland-Pfalz, weist sogar Flecken extremer Dürre auf. Der Norden und Nordwesten mit Bereichen um Münster und ins Osnabrücker Land hinein zeigen hellgelbe bis orange Färbungen, die auf ungewöhnliche bis moderate Trockenheit hindeuten und damit weniger belastet sind.

Schwache Niederschläge verstärken die Trockenheit

In der vergangenen Woche fiel durchschnittlich 4,9 Millimeter Regen — deutlich unter dem Normalwert für August. Die Durchschnittstemperatur lag bei 17,4 Grad Celsius, die Höchsttemperatur erreichte 25,8 Grad Celsius. Der Boden reagiert träge auf kurzfristige Niederschläge. Die bisherigen Regengaben reichen nicht aus, um die Feuchtedefizite in der Tiefe auszugleichen. Für die bereits trockenen Regionen wird die Situation damit nicht entlastet.

Folgen für Landwirtschaft und Grundwasser

Für Kulturen in der späten Wachstumsphase stellt die schwere Dürre in den südlichen und mittleren Landesteilen eine Belastung dar. Künstliche Bewässerung kann regionale Defizite nur teilweise ausgleichen. Der Grundwasserneubildung schaden die bisherigen Niederschlagsmengen erheblich — unter diesen Bedingungen findet praktisch keine natürliche Auffüllung der Speicher statt. Forstbestände in den betroffenen Lagen zeigen Stresssymptome; die Waldbrandgefahr bleibt erhöht.

Aussichten für Niederschlag – 18,3 Millimeter erwartet

Für die kommenden drei Tage werden 18,3 Millimeter Niederschlag erwartet. Dies ist eine deutliche Menge, die dem Boden helfen wird, Feuchte aufzunehmen — besonders in den oberflächennahen Schichten. Die Höchsttemperatur wird auf 29,6 Grad Celsius prognostiziert. Mit dieser Regenmenge können die südlichen und mittleren Regionen erste Entspannung erfahren, wobei der Boden in größerer Tiefe weiterhin träge reagiert.

Den aktuellen Wetterbericht für Nordrhein-Westfalen finden Sie hier.


» Zum Wetterbericht für Nordrhein-Westfalen