Der Boden bis in eine Tiefe von 1,80 Meter zeigt in Niedersachsen ein gemischtes Bild. Während der Norden und Nordwesten überwiegend gelb gefärbt sind und ungewöhnliche bis moderate Trockenheit anzeigen, dominieren in der Mitte und im Südosten orange bis rote Bereiche. Etwa 55 Prozent der Landesfläche sind von moderater bis schwerer Dürre betroffen, etwa 30 Prozent zeigen normale bis feuchte Bedingungen.

Süden und Mitte deutlich trockener
Die roten und dunkelrot gefärbten Pixel konzentrieren sich in einem breiten Streifen von Süden nach Osten: Sie erstrecken sich von der Region um Hannover über das Weserbergland bis in die Gegend um Braunschweig. Hier herrscht schwere Dürre vor. Einzelne dunkelrote Flecken zwischen Hildesheim und Goslar deuten auf extreme Dürre hin, bleiben aber räumlich begrenzt. Der Westen und Norden des Landes sind deutlich entlastet: breite gelbe Flächen zeigen ungewöhnlich trockene Bedingungen, was bedeutet, dass der Boden dort weniger Wassermangel aufweist.
Knappes Niederschlagsangebot bei moderaten Temperaturen
In der vergangenen Woche fiel durchschnittlich 7,9 Millimeter Niederschlag — eine Menge, die unterhalb des langjährigen Durchschnitts liegt. Die Durchschnittstemperatur betrug 17,3 Grad Celsius bei einer Höchsttemperatur von 28 Grad Celsius. Der Boden reagiert träge auf Niederschläge, weil Wasser Zeit braucht, um bis in tiefere Schichten einzudringen. Die bisherige Niederschlagsmenge reicht nicht aus, um die Defizite in der Mitte und im Süden auszugleichen.
Folgen für Landwirtschaft und Grundwasser
Die schwere Dürre in der Mitte und im Süden belastet Kulturen in der späten Wachstumsphase. Künstliche Bewässerung kann Engpässe nur regional ausgleichen und zusätzliche Anforderungen an die Wasserversorgung stellen. Für die Grundwasserneubildung ist die anhaltende Trockenheit ungünstig — unter diesen Bedingungen findet nur begrenzte natürliche Auffüllung der Speicher statt. Der feuchte Norden ist derzeit entlastet.
Aussichten für Niederschlag – 6,8 Millimeter erwartet
Für die kommenden drei Tage werden durchschnittlich 6,8 Millimeter Niederschlag erwartet. Das ist eine Menge, die den Boden bis in tiefere Schichten nur schrittweise erreicht. Die erwartete Höchsttemperatur liegt bei 22,6 Grad Celsius, was die Verdunstung weiter fördert. Eine deutliche Besserung der Feuchtemängel ist damit nicht zu erwarten.
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