Die aktuelle Dürrekarte des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung zeigt Niedersachsen in einem gemischten Zustand. Während der Norden und Nordosten überwiegend grüne Töne aufweisen, die auf normale bis feuchte Bodenverhältnisse hindeuten, dominieren in der Mitte und im Süden orange und rote Färbungen. Etwa 55 bis 60 Prozent der Landesfläche sind von moderater bis schwerer Dürre betroffen, während rund 40 Prozent normale Bodenfeuchte aufweisen.

Süden und Mitte unter Druck
Die ausgeprägteste Trockenheit zeigt sich im südlichen und mittleren Niedersachsen — besonders zwischen dem Weserbergland und der Region um Hannover bis zur Lüneburger Heide. Hier überwiegt die schwere Dürre mit roten Färbungen, stellenweise mit Übergängen zu dunkelroten Bereichen im südwestlichen Bereich. Der Norden dagegen, insbesondere Ostfriesland und die Küstenregionen, bleibt von erheblicher Trockenheit verschont und zeigt grüne bis hellgrüne Bodenfeuchte. Der Boden bis 1,80 Meter Tiefe reagiert träge auf kurzfristige Niederschläge — die aktuelle Dürrekarte ist ein 14-Tage-Mittel und bildet daher längerfristige Trends ab.
Schwacher Regen, Sonne danach
In der vergangenen Woche fielen in Niedersachsen im Durchschnitt 14,3 Millimeter Regen. Diese Menge reicht aus, um den Oberboden vorübergehend zu befeuchten, trägt aber nicht dazu bei, die tieferen Schichten wieder aufzufüllen. Die durchschnittliche Temperatur der vergangenen sieben Tage lag bei 10,3 Grad Celsius — moderat für Oktober. Die Höchsttemperatur betrug 16,6 Grad. Für Landwirtschaft und Waldwirtschaft bedeutet die anhaltende Trockenheit in der Mitte und im Süden weiterhin Stress: Die Erntebilanzen können sich nicht vollständig erholen, und die Grundwasserneubildung bleibt unter dem saisonalen Sollwert.
Aussichten für Niederschlag – Minimal erwartet
In den kommenden drei Tagen werden nur 3,9 Millimeter Niederschlag erwartet. Diese geringe Menge trägt nicht zur Entspannung bei. Die erwartete Höchsttemperatur liegt bei 19,7 Grad Celsius, Tiefsttemperaturen bei 6,6 Grad. Trockenheit und milde Temperaturen werden sich somit bis Mitte kommender Woche fortsetzen — für den Boden bedeutet dies: keine wesentliche Entspannung in absehbarer Zeit.
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