Bodenfeuchte Niedersachsen: Orange und Rot dominieren im Süden und der Mitte

Die aktuelle Karte des UFZ-Duerremonitors zeigt für Niedersachsen ein differenziertes Bild der Bodenfeuchte im Gesamtboden bis 1,80 Meter Tiefe. Der Norden und Nordwesten des Bundeslandes weisen normale bis feuchte Bedingungen auf, während der Süden und die Mitte durch erhöhte Trockenheit geprägt sind. Etwa 60–70 Prozent der Landesfläche zeigen Anzeichen ungewöhnlicher bis moderater Trockenheit.

Aktuelle Dürrekarte Niedersachsen (Quelle: UFZ Dürremonitor)
Aktuelle Dürrekarte Niedersachsen (Quelle: UFZ Dürremonitor)

Südniedersachsen deutlich trockener als der Norden

Die UFZ-Karte vom 21. Juli dokumentiert regional ausgeprägte Unterschiede. Der nördliche Landesteil, insbesondere die Küstenregionen und das Tiefland zwischen 53,5 und 54°N, bleibt überwiegend grün bis hellgelb und signalisiert normale oder nur leicht erhöhte Trockenheit. Im südlichen und mittleren Niedersachsen hingegen dominieren orange gefärbte Flächen, die auf moderate Dürre (statistische Wiederkehrperiode: etwa 10 Jahre) hindeuten. Einzelne rote Flecken im südlichen Zentrum des Landes deuten sogar auf schwere Trockenheit hin. Der Nordwesten zeigt stellenweise hellgelbe Färbung.

Sieben Tage mit nur 6 Millimetern Niederschlag

Die Wetterlage verstärkt diese Situation. In den vergangenen sieben Tagen fielen durchschnittlich nur 6 Millimeter Niederschlag – deutlich unter dem klimatologischen Normalwert für diese Jahreszeit. Die Durchschnittstemperatur lag bei 17,6°C, mit Spitzen bis 27,5°C. Besonders relevant: Die nächsten drei Tage bringen laut Prognose keinen Niederschlag, bei erwarteten Höchsttemperaturen um 26,3°C. Diese trockene und warme Wetterkonstellation wirkt sich unmittelbar auf den oberflächennahen Bodenwasserhaushalt aus. Der UFZ-Monitor zeigt jedoch ein 14-Tage-Gleitendes Mittel des Gesamtbodens – dieser reagiert träge auf kurzfristige Niederschläge. Die aktuelle Trockenphase wird daher erst mit zeitlicher Verzögerung in tieferen Bodenschichten sichtbar.

Landwirtschaft und Grundwasser unter Beobachtung

Für die südniedersächsische Landwirtschaft bedeutet die moderate bis schwere Trockenheit eine spürbare Belastung. Pflanzen in Wachstumsphasen, insbesondere Sommergetreide und Zuckerrüben, sind auf ausreichende Bodenwasserversorgung angewiesen; die orange bis rote Färbung zeigt hier ein erhöhtes Bewässerungspotential auf. Im Norden bleibt die Situation derzeit unkritisch. Für das Grundwasser ist relevant, dass der Gesamtboden als Speicher fungiert: Die anhaltende Trockenheit in der südlichen Hälfte könnte die Grundwasserneubildung in den kommenden Wochen weiter bremsen, sofern keine ergiebigen Niederschläge folgen. Der UFZ-Monitor wird wochen aktualisiert und ermöglicht es, diese Entwicklung zu verfolgen.

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