Bodenfeuchte Saarland: Schwere Dürre im Gesamtboden

Die aktuelle Dürrekarte des UFZ-Duerremonitors (Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung) zeigt für das Saarland zum 4. August 2026 eine deutliche Trockenheit. Das 14-Tage-Mittel des Bodenfeuchtemonitors für den Gesamtboden bis 1,80 Meter Tiefe dokumentiert, dass rund 70–75 Prozent der Landesfläche in der Klasse „schwere Dürre“ (rot) eingefärbt sind. Hinzu kommen Areale in dunkelroter Färbung (extreme Dürre), die etwa 15–20 Prozent der Region ausmachen. Nur kleinflächig zeigen sich orange (moderate Dürre) und gelbe (ungewöhnlich trocken) Bereiche, insbesondere im Süden und Südosten.

Aktuelle Dürrekarte Saarland (Quelle: UFZ Dürremonitor)
Aktuelle Dürrekarte Saarland (Quelle: UFZ Dürremonitor)

Norden und Westen am stärksten belastet

Die schwere Dürre (rote Klasse) erstreckt sich flächig über den gesamten Norden des Saarlandes sowie große Teile der Westregion. Der Raum um den unteren Saar-Verlauf ist besonders betroffen. Extreme Dürre (dunkelrot) zeigt sich mosaikartig im nördlichen Mittelgebirgsbereich und in einzelnen Zonen der Eifel-angrenzenden Regionen. Der Südosten und die südlichen Randzonen weisen dagegen geringfügig bessere Werte auf, bleiben aber mehrheitlich in der roten Klasse. Grüne oder blaue Zonen, die normale bis feuchte Bedingungen anzeigen würden, sind auf dieser Karte nicht sichtbar.

Trockenphase verstärkt sich durch Niederschlagsdefizit

Die Wetterbedingungen der vergangenen sieben Tage haben die Situation verschärft. Mit durchschnittlich nur 0,2 Millimetern Niederschlag und Höchsttemperaturen von 35,4 °C herrschte eine ausgeprägte Trockenphase. Der Gesamtboden, der träge auf kurzfristige Änderungen reagiert, kann diese minimalen Niederschlagsmengen nicht aufzehren. In den nächsten drei Tagen ist nach aktuellem Stand kein Niederschlag zu erwarten; die Höchsttemperaturen liegen bei etwa 30,8 °C. Diese Bedingungen werden die Bodenfeuchte in der Tiefe weiter reduzieren.

Auswirkungen auf Landwirtschaft und Grundwasserspeicher

Böden in der Klasse „schwere Dürre“ zeigen Verfügbarkeitsstress für Pflanzen. Besonders im Ackerbau sind Ertragsverluste bei spät geernteten Kulturen zu erwarten. Die Grundwasserneubildung bleibt deutlich unter dem Normalwert – eine kritische Situation für die längerfristige Wasserversorgung. Forstbetriebe müssen mit erhöhtem Waldbrandrisiko rechnen. Die extreme Dürre in lokalen Hotspots verschärft diese Gesamtlage zusätzlich. Beobachtung und ggf. Notfallmaßnahmen sind angebracht.

Der UFZ-Duerremonitor wird wöchentlich aktualisiert. Den aktuellen Wetterbericht für das Saarland finden Sie hier.