Die aktuelle UFZ-Duerrekarte vom 30. Juli 2026 zeigt für Sachsen ein differenziertes Bild der Bodenfeuchte im Gesamtboden bis 1,80 Meter Tiefe. Der Norden und Osten des Bundeslandes weisen überwiegend orange Färbung auf (moderate Dürre), während die Mitte und ein breiter Korridor vom Westen bis südöstlich ausgeprägt rote Bereiche (schwere Dürre) aufweisen. Im Süden und in Teilbereichen des Nordens sind gelbe und hellgelbe Zonen sichtbar (ungewöhnlich trocken). Insgesamt dominiert in etwa 60–70 Prozent Sachsens die Trockenheitsklasse orange bis rot; nur kleinere südwestliche und südliche Areale zeigen hellgelbe oder beruhigendere Färbung.

Zentrale und östliche Regionen deutlich trockener
Die Dürreintensität konzentriert sich auf die Achse von Nordwestsachsen über das Erzgebirge bis in den südöstlichen Raum. Hier sind flächig rote Pixels sichtbar – ein Indiz für schwere Dürre, statistisch alle 20 Jahre zu erwarten. Der nördliche Bereich (Nordsachsen, östlich bis zur Lausitz) wird durch orange dominiert, also moderate Dürre. Der südwestliche und südliche Rand (Vogtland, südliches Erzgebirge) zeigt ein gemischtes Muster aus Gelb und Orange, deutet also auf weniger intensive Trockenheit hin. Blau oder Grüntöne, die auf normale bis feuchte Verhältnisse hinweisen würden, sind flächig nicht sichtbar.
Nur 4 mm Regen – Gesamtboden reagiert träge
Die Wetterbilanz der vergangenen sieben Tage zeigt mit durchschnittlich 4 Millimetern Niederschlag eine deutlich zu geringe Wasserzufuhr. Die Durchschnittstemperatur lag bei 21,9 Grad Celsius, mit Spitzenwerten von 36,4 Grad – Bedingungen, die Verdunstung begünstigen. Während kurzfristige Niederschläge den Oberboden erleichtern könnten, reagiert der Gesamtboden, den die UFZ-Karte abbildet, träge. Die aktuelle Karte ist ein 14-Tage-Gleitendes Mittel; die bisherigen Niederschläge dieser Woche sind also nur teilweise eingeflossen. Die kommenden drei Tage bringen laut Vorhersage maximal 6,7 Millimeter Regen bei weiterhin sommerlichen 29,7 Grad – eine Entspannung der Gesamtbodenfeuchte ist kurzfristig nicht zu erwarten.
Folgen für Landwirtschaft und Waldwasserbilanz
Die Kombination aus schwerer Dürre (rot) in der Mitte und moderater Dürre (orange) im Norden bedeutet für die Landwirtschaft spürbare Einschränkungen. Pflanzen müssen tiefer wurzeln, um Wasser zu erreichen; bei flacheren Böden drohen Mindererträge. In den roten Zonen können auch bewässerte Kulturen an ihre Grenzen stoßen. Für Waldbestände ist die Situation kritisch: Die Bodenfeuchte in tieferen Schichten bleibt mangelhaft, was Bäume unter Trockenstress setzt und die Anfälligkeit für Schädlinge erhöht. Oberflächengewässer und Grundwasserstände werden durch anhaltende Defizite belastet. Eine Besserung hängt von ausdauernden Niederschlägen ab, die die kommenden Tage nicht bringen werden.
Datenquelle: UFZ-Duerremonitor (Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung). Die Karte wird wöchentlich aktualisiert und bildet ein 14-Tage-gleitendes Mittel ab.
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