Bodenfeuchte Thüringen: Orange und Rot dominieren — Süden deutlich trockener

[Teilweise zu trocken]

Die aktuelle Karte des UFZ-Duerremonitors zeigt für Thüringen zum 21. Juli 2026 ein differenziertes Bild: Der Gesamtboden (bis 1,80 m Tiefe) weist in weiten Teilen des Landes moderate bis deutliche Trockenheit auf. Orange (moderate Duerre) und rot (schwere Duerre) sind die dominierenden Klassen, während kleinere Flächen im Norden und Nordosten noch normale Bodenfeuchte aufweisen. Die Karte ist ein 14-Tage-Gleitendes Mittel und wird vom UFZ wöchentlich aktualisiert.

Aktuelle Dürrekarte Thüringen (Quelle: UFZ Dürremonitor)
Aktuelle Dürrekarte Thüringen (Quelle: UFZ Dürremonitor)

Süden und Mitte am stärksten betroffen

Der Südwesten und die Landesmitte Thüringens zeigen die ausgeprägteste Trockenheit. Hier sind Flächen in der Klasse Rot (schwere Duerre) deutlich sichtbar, besonders im mittleren Bereich und südlich von Erfurt bis in die Vorländer des Thüringer Waldes. Der Nordosten des Landes hingegen erscheint teils in hellgelb (ungewöhnlich trocken) bis orange, mit vereinzelten grünen Bereichen, die auf normale Bodenfeuchte hindeuten. Der Norden zeigt ein gemischtes Muster aus orange und teilweise gelb-getönten Flächen. Insgesamt sind etwa 70–75 % der Landesfläche in den Trockenheitsklassen Orange oder Rot erfasst.

Nur 6,8 mm Regen in sieben Tagen — Entspannung nicht in Sicht

Die aktuelle Wetterlage verschärft die Situation. In den letzten sieben Tagen fielen durchschnittlich nur 6,8 mm Niederschlag bei Temperaturen um 18,1 °C. Die kommenden drei Tage bringen weitere Belastung: Es werden nur 0,1 mm Regen erwartet, während die Temperaturen auf bis zu 28,9 °C ansteigen. Diese trockene, warme Phase wirkt sich unmittelbar auf den Oberboden aus; der Gesamtboden reagiert allerdings träge auf kurzfristige Wetterwechsel. Die bisherige Trockenperiode hat sich daher auch in dieser 14-Tage-Mittelung deutlich manifestiert.

Folgen für Landwirtschaft und Grundwasser

Die moderate bis schwere Trockenheit in Orange und Rot verlangt Aufmerksamkeit bei Feldfrüchten und Weidewirtschaft. Besonders die südlichen Regionen müssen mit reduzierten Ertragserwartungen rechnen, falls die trockene Phase anhält. Grundwasserneubildung ist bei diesen Bodenfeuchte-Klassen eingeschränkt; längerfristige Niederschlagsdefizite könnten sich auch auf die Wasserspeicher auswirken. Für Waldbestände in der Klasse Rot wird die Trockenheitsstress erhöht sein, was das Risiko von Schädlingsbefall (etwa Borkenkäfer) erhöht. Lokale Wasserversorger sollten die Situation beobachten, da Grundwasserzuflüsse bei dieser Trockenheit gedrosselt sind.

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