Bodenfeuchte Deutschland: Süden in schwerer Dürre, Norden teilweise entspannt

Die aktuelle Karte des UFZ-Duerremonitors vom 21. Juli 2026 zeigt ein stark polarisiertes Bild: Während der Süden und große Teile der Mitte Deutschlands von schwerer bis extremer Trockenheit in den oberen Bodenschichten geprägt sind, verzeichnen einzelne Regionen des Nordens noch normale bis leicht erhöhte Bodenfeuchte. Das 14-tägige Mittel des Bodenfeuchtemonitors (Gesamtboden bis 1,80 m Tiefe) wird wöchentlich aktualisiert und zeigt damit die träge Reaktion tieferer Bodenschichten auf Niederschlagsveränderungen.

Aktuelle Dürrekarte Deutschland (Quelle: UFZ Dürremonitor)
Aktuelle Dürrekarte Deutschland (Quelle: UFZ Dürremonitor)

Süddeutschland unter schwerer Dürre

Bayern und Baden-Württemberg sind flächig von schwerer Dürre (rote Klasse) betroffen, mit großflächigen Inseln extremer Dürre (dunkelrot) besonders im südlichen Bayern. Auch Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland zeigen überwiegend orange bis rote Färbung, was auf moderate bis schwere Trockenheit hinweist. Die Pfalz und der Hunsrück sind besonders markant in Dunkelrot gefärbt – hier liegen die Bodenfeuchten in historisch trockenen Bereichen vor. Baden-Württemberg profitierte zwar von etwa 48 mm Niederschlag in der vergangenen Woche, doch diese Menge reicht nicht aus, um die defizitären Tiefenschichten aufzufüllen.

Norddeutschland heterogen, Osten angespannt

Der Norden zeigt ein gemischtes Bild: Bremen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern weisen großflächig hellgelb bis gelbe Färbung auf – eine leicht erhöhte Trockenheit ohne Dürre-Charakter. Brandenburg und Berlin hingegen sind überwiegend orange gefärbt (moderate Dürre). Der Osten insgesamt – Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen – ist von orange bis rot geprägt, mit roten Kernen vor allem in Sachsen und Ostthüringen. Das Ruhrgebiet und westliche Teile Nordrhein-Westfalens zeigen dunkelrote Flecken, obwohl die Region in den letzten 7 Tagen nur 0,1 mm Niederschlag registrierte.

Aktuelle Niederschläge reichen nicht zur Entspannung

Die vergangene Woche brachte deutschlandweit durchschnittlich nur 11,3 mm Regen. Regionale Unterschiede sind deutlich: Während Baden-Württemberg mit 48,4 mm eine relative Ausnahme darstellt, erhielten Bayern (5,2 mm), Hessen (1,1 mm), Nordrhein-Westfalen (0,1 mm) und weitere zentrale Regionen minimal Niederschlag. Die kommenden 3 Tage versprechen mit erwartet 0,6 mm im deutschlandweiten Durchschnitt keine Besserung – nur Brandenburg und Berlin können mit geringen Regenmengen rechnen. Bei durchschnittlichen Temperaturen von 18,2°C und keinem Schneefall bleibt der Verdunstungsdruck hoch, während der Gesamtboden als träges System weiterhin Defizite aus vorherigen Wochen abarbeitet.

Für Landwirtschaft und Forstwirtschaft bedeutet die großflächige schwere Dürre im Süden und in der Mitte erhebliche Herausforderungen bei Bewässerung und Waldschutz. In den rot bis dunkelrot gefärbten Regionen sind Grundwasserstände und Bodenreserven nachhaltig angespannt. Beobachtung der weiteren Entwicklung und gezielter Wassermanagement bleiben erforderlich.

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