Der Anschlag auf den Christopher Street Day in Berlin hat bei Astrid Passin, der Sprecherin der Hinterbliebenen des Breitscheidplatz-Attentats, Erinnerungen an das Weihnachtsmarkt-Attentat von 2016 geweckt. „Die Nachricht hat uns einen Schock versetzt, denn es sind die gleichen Bilder wie damals“, sagte die Vorsitzende des Vereins „Victims of Terrorism Germany“ dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.
Passin thematisierte besonders die aktuelle Flucht des Täters: „Und wieder ist der Täter flüchtig. Es ist wichtig, ihn jetzt schnell zu finden – und möglichst ohne, dass ausländische Sicherheitsbehörden wieder Hilfe wie bei Anis Amri leisten müssen.“ Der tunesische Attentäter von 2016 wurde auf der Flucht in Italien erschossen.
Gegenüber dem Nachrichtenportal beschrieb Passin die emotionale Belastung der Betroffenen: „Die Hinterbliebenen haben ein starkes Angstgefühl. Und das bewegt uns. Wir wollen jetzt da sein und Angebote schaffen.“
Die Sprecherin verwies auch auf Lehren aus dem Breitscheidplatz-Anschlag von 2016, bei dem 13 Menschen starben – unter ihnen Passins Vater. „Nach dem Anschlag auf dem Breitscheidplatz haben Polizei und Feuerwehr ihre Arbeitsabläufe angepasst. Wir haben das mit angeregt. Ich hoffe, dass das jetzt entsprechend funktioniert hat.“ Sie betonte die Bedeutung von Sicherheitsgefühl und geordnetem Handeln für Betroffene: „Die Betroffenen müssen ein Gefühl der Sicherheit haben – und dass es geordnet zugeht. Das ist wichtig. Denn man weiß als Betroffener zunächst gar nicht, was passiert ist. Das Gefühl, dass der Liebste plötzlich weg ist, ist unfassbar.“
Autor: dts Nachrichtenagentur