Zeit für eine erste Bilanz der Woche: Zwischen dem 17. und 23. August 2026 beschäftigten Berlins Polizei unter anderem ein Brandanschlag auf Wahlplakate in Spandau, mehrere Messerangriffe mit teils schweren Verletzungen sowie ein SEK-Einsatz nach Schüssen vom Balkon in Mariendorf. Die Bilanz der Woche umfasst außerdem bewaffnete Raubüberfälle, Brandstiftungen und einen politisch motivierten Angriff am Kottbusser Tor.
Den Auftakt der Woche bildete ein Messerangriff in Neukölln am Sonntag, 17. August. Auf der Hobrechtstraße eskalierte gegen 18 Uhr ein bereits seit längerer Zeit andauernder Konflikt zwischen einem 38-Jährigen und einem 33-jährigen Mann. Das Opfer erlitt Stichverletzungen am Bein. Durch laute Hilferufe machte der Verletzte zwei Angestellte des Ordnungsamtes auf die Situation aufmerksam. Der Angreifer ließ daraufhin von seinem Opfer ab und flüchtete, als die Ordnungsamtsmitarbeitenden eingriffen. Das Amtsgericht Tiergarten erließ auf Antrag der Staatsanwaltschaft Haftbefehl gegen den 38-Jährigen. Er wurde festgenommen und am 18. August 2026 einem Ermittlungsrichter des Amtsgerichts Tiergarten zur Verkündung und Vollziehung des Haftbefehls vorgeführt. Die 3. Mordkommission des Landeskriminalamts Berlin hat die Ermittlungen zu dem versuchten Tötungsdelikt übernommen. Mehr dazu
In der Nacht zum Dienstag rückte das Spezialeinsatzkommando nach Mariendorf aus: Zeugen hatten gegen 21:10 Uhr schussähnliche Knallgeräusche im Bereich Ullsteinstraße/Mariendorfer Damm gemeldet und berichtet, dass ein Mann einer Person direkt damit gedroht hatte, eine Waffe gegen sie einzusetzen. Als Polizistinnen und Polizisten eintrafen, konnten sie die Wohnung in einem Mehrfamilienhaus am Mariendorfer Damm ausfindig machen und beobachteten, wie der Mann mehrfach über die Brüstung des Balkons mit einer Waffe schoss. Das SEK drang in die Wohnung ein und nahm den 45-Jährigen fest. Nach bisherigen Erkenntnissen wurde niemand verletzt. Mehr dazu
In der Nacht von Montag auf Dienstag wurde in Britz ein 36-Jähriger Opfer eines brutalen Raubüberfalls. In Britz ist ein 36-Jähriger nach einem Messerangriff ins Krankenhaus gebracht worden. Nach Angaben der Polizei wurden Einsatzkräfte in der vergangenen Nacht gegen 0:30 Uhr alarmiert, nachdem der Mann mit Messerstichen verletzt worden war. Wie die Polizei mitteilte, war der 36-Jährige nach einem Einkauf an einem Kiosk in der Werderstraße von mehreren Personen zunächst geschlagen und zu Boden gebracht worden. Im weiteren Verlauf stachen zwei der Angreifer mehrfach mit Messern auf ihn ein. Die Täter stahlen dem Mann zudem Bargeld und sein Ausweisdokument. Nach der Attacke kehrte der Verletzte in seine Wohnung zurück, wo er aufgrund seiner Verletzungen zusammenbrach; seine Mitbewohner leisteten Erste Hilfe und alarmierten Polizei und Rettungskräfte. Mehr dazu
Ebenfalls in Pankow ereignete sich ein bewaffneter Überfall, bei dem ein 18-Jähriger in eine Wohnung an der Florastraße gelockt wurde. Dort warteten neben einem ihm bekannten 17-Jährigen zwei weitere unbekannte junge Männer auf ihn. Die drei Tatverdächtigen schlugen dem 18-Jährigen ins Gesicht und traten ihn gegen Rücken und Beine. Anschließend fesselten sie ihn. Mit einer Schusswaffe, Pfefferspray und einem Messer bedrohten sie das Opfer und forderten eine mittlere dreistellige Summe Bargeld. Der 18-Jährige händigte das Geld aus. In einem günstigen Moment gelang dem Heranwachsenden die Flucht; er alarmierte sofort die Polizei. Mehr dazu
In der Nacht zum Donnerstag brannten in Spandau Wahlplakate. Zwei Männer im Alter von 24 und 26 Jahren sollen kurz vor 3 Uhr sowie gegen 3:20 Uhr brennbare Gegenstände gegen Plakate am Falkenseer Damm und am Falkenseer Platz geworfen haben. Die Feuerwehr löschte die Brände; beide Plakate wurden beschädigt. Die Tatverdächtigen wurden im Koeltzepark vorläufig festgenommen und nach Aufnahme ihrer Personalien wieder entlassen. Der Polizeiliche Staatsschutz des Landeskriminalamts ermittelt. Mehr dazu
Einen weiteren Brandanschlag meldete die Polizei aus Berlin-Wedding: In der Nacht zum Mittwoch warf ein vermummter Täter gegen 23:30 Uhr einen brennenden Gegenstand in Richtung eines Spätis in der Amsterdamer Straße. Der Brandsatz prallte an der Markise ab und landete neben einem geparkten Auto, das durch die Hitzeentwicklung beschädigt wurde. Mehrere Zeugen löschten das Feuer selbstständig; der Täter floh. Verletzt wurde niemand. Die Polizei sucht noch nach den Hintergründen der Tat. Mehr dazu
Am U-Bahnhof Kottbusser Tor kam es zu einem politisch motivierten Angriff: Gegen 8:30 Uhr gerieten ein 37-Jähriger und ein 39-Jähriger in eine Auseinandersetzung auf dem Bahnsteig der U8. Als der 37-Jährige äußerte, pro-israelisch eingestellt zu sein, verletzte ihn der andere Mann mit einem Cuttermesser am Arm. Polizistinnen und Polizisten nahmen den 39-Jährigen vorläufig fest; wegen des politischen Hintergrunds hat der Polizeiliche Staatsschutz des Landeskriminalamts die Ermittlungen übernommen. Mehr dazu
In Berlin-Mitte hat ein 37-Jähriger einen 43-jährigen Mann brutal attackiert. Zwei Mitarbeiter der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) beobachteten die Tat auf dem Europaplatz und griffen ein. Der Angreifer trat mehrfach auf den auf dem Boden liegenden Mann ein und verletzte ihn dabei schwer. Die beiden BVG-Mitarbeiter hielten den 37-Jährigen bis zum Eintreffen von Bundespolizisten fest. Rettungskräfte brachten das Opfer mit erheblichen Schädelverletzungen zur stationären Behandlung in ein Krankenhaus. Der Festgenommene wurde anschließend an die Kriminalpolizei der Polizeidirektion 2 (West) überstellt. Mehr dazu
In Rudow ist in der Nacht zum Sonntag ein geparkter Wagen durch Schussabgabe beschädigt worden. Anwohner hörten gegen 3:10 Uhr mehrere Schussgeräusche in der Johannisthaler Chaussee. Erst gegen 11:20 Uhr bemerkte eine 39-Jährige ein Einschussloch in ihrem Auto und rief die Polizei. Die Ermittlungen zu den Hintergründen der Tat haben Kriminalermittler der Direktion 4 (Süd) übernommen. Mehr dazu
In Lichtenberg wurde eine 52-jährige Frau in einer Straßenbahn fremdenfeindlich beleidigt und körperlich angegriffen. Nach einer verbalen Auseinandersetzung mit einer 17-Jährigen in der Linie M 16 stieg an der Haltestelle Möllendorffstraße/Frankfurter Allee auch die Mutter der Jugendlichen ein. Mutter und Tochter beschimpften die 52-Jährige fremdenfeindlich; die Mutter schubste sie mehrfach. Der Polizeiliche Staatsschutz ermittelt. Mehr dazu
In Wittenau nahm die Polizei zwei Frauen fest, die sich als Pflegedienstmitarbeiterinnen ausgegeben haben sollen, um Zutritt zur Wohnung einer 84-jährigen Seniorin zu erlangen. Eine aufmerksame 30-jährige Zeugin erkannte das Vorgehen und alarmierte sofort die Polizei. Die 19- und 28-Jährigen wurden noch vor Ort festgenommen und stehen im Verdacht eines versuchten Trickdiebstahls. Mehr dazu
Die Bundespolizei nahm am Donnerstagmorgen drei Männer fest, die rund 20 Meter Signalkabel an der Bahnstrecke zwischen den Bahnhöfen Bornholmer Straße und Berlin-Pankow gestohlen haben sollen. Mitarbeitende der Deutschen Bahn alarmierten gegen 7:30 Uhr die Polizei, nachdem sie verdächtige Aktivitäten bemerkt hatten. Bei der Durchsuchung zweier Festgenommener — eines 38-jährigen Deutschen und eines 37-jährigen Russen — fanden Beamte Schneidwerkzeug sowie jeweils eine Dose mit Substanzen, die auf illegale Drogen hindeuten. Mehr dazu
Messerattacken und Schusswaffen-Gebrauch
Die Woche verzeichnete mehrere Fälle, in denen Täter Messer oder Schusswaffen einsetzten. In Neukölln erlitt ein 33-Jähriger am Sonntag, 17. August, Stichverletzungen am Bein; die 3. Mordkommission ermittelt wegen versuchten Tötungsdelikts — Mehr dazu. In Britz wurde ein 36-Jähriger in der Nacht zum Dienstag von mehreren Angreifern mit Messerstichen verletzt und ausgeraubt — Mehr dazu. Am U-Bahnhof Kottbusser Tor verletzte ein 39-Jähriger einen 37-Jährigen mit einem Cuttermesser am Arm — Mehr dazu. In Pankow bedrohten Tatverdächtige einen 18-Jährigen mit einer Schusswaffe, Pfefferspray und einem Messer und raubten ihn aus — Mehr dazu. In Mariendorf schoss ein 45-Jähriger mehrfach vom Balkon; das SEK nahm ihn fest — Mehr dazu. In Rudow beschädigte eine Schussabgabe in der Nacht zum Sonntag ein geparktes Auto in der Johannisthaler Chaussee — Mehr dazu.
Auffällig in dieser Woche ist die Häufung von Branddelikten: Neben dem Anschlag auf Wahlplakate in Spandau registrierte die Polizei eine Brandstiftung an einem Späti in Wedding. Beide Taten wurden von vermummten oder anonym agierenden Tätern begangen, und in beiden Fällen dauern die Ermittlungen zu den Hintergründen noch an. Zusätzlich kündigt die Polizei Berlin für die Folgewoche — vom 24. bis 28. August — eine berlinweite Aktionswoche gegen das Mitführen von Waffen und Messern im öffentlichen Personennahverkehr an, die gemeinsam mit der Bundespolizei und der BVG durchgeführt wird. Mehr dazu
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