Die Woche vom 31. August bis 6. September 2026 brachte in Berlin mehrere schwere Gewaltvorfälle, darunter ein versuchtes Tötungsdelikt in Tempelhof, einen tödlichen Wohnungsbrand in Wittenau und eine Großrazzia gegen mutmaßliche Menschenhändler. Daneben beschlagnahmte die Polizei in verschiedenen Stadtteilen insgesamt mehr als zehn scharfe Schusswaffen.
Den schwersten Gewaltvorfall der Woche registrierte die Polizei in Tempelhof-Schöneberg: In Tempelhof-Schöneberg hat ein Schütze einen Mann schwer verletzt. Die Mordkommission des Berliner Landeskriminalamtes ermittelt jetzt wegen des Verdachts eines versuchten Tötungsdelikts. Ein Passant entdeckte das Opfer gegen 2:45 Uhr in der vergangenen Nacht. Der 53-Jährige saß mit einer Schussverletzung auf dem Fahrersitz eines Mercedes-Maybach, der quer zur Fahrbahn auf dem Gehweg an der Ecke Gottlieb-Dunkel-Straße/Eschersheimer Straße stand. Rettungskräfte brachten den Verletzten sofort in ein Krankenhaus, wo er notoperiert wurde. Die 6. Mordkommission des Landeskriminalamtes sucht nun Zeuginnen und Zeugen, die Angaben zur Schussabgabe machen können oder etwas Verdächtiges beobachtet haben. Hinweise nimmt die Mordkommission unter der Telefonnummer (030) 4664-911 666 oder per E-Mail an LKA116-hinweis@polizei.berlin.de entgegen. Mehr dazu
Tragisch endete ein Wohnungsbrand im Reinickendorfer Ortsteil Wittenau. Im Olbendorfer Weg brach in einer Wohnung eines dreigeschossigen Wohngebäudes ein Feuer aus, bei dem Einrichtungsgegenstände in Flammen gerieten. Aus der Brandwohnung retteten Einsatzkräfte eine lebensgefährlich verletzte Person. Der Rettungsdienst leitete sofort Reanimationsmaßnahmen ein, die Person verstarb jedoch noch vor Ort. Die Berliner Feuerwehr war mit 26 Einsatzkräften und 8 Fahrzeugen im Einsatz; die Brandursache ist Gegenstand der Ermittlungen. Mehr dazu
Zu einem tödlichen Verkehrsunfall kam es in Lichterfelde: Am 12. August bog ein 43-jähriger Autofahrer kurz vor 17 Uhr von der Müllerstraße nach links in den Ostpreußendamm ab und erfasste dabei an der Kreuzung Ostpreußendamm/Müllerstraße eine 75-jährige Fußgängerin sowie einen 81-jährigen Fußgänger, die gemeinsam die Fahrbahn überquerten. Der 81-Jährige wurde leicht verletzt; die 75-jährige Frau erlag wenig später ihren schweren Verletzungen. Das Fachkommissariat für Verkehrsdelikte der Polizeidirektion 4 (Süd) ermittelt zum genauen Unfallhergang. Mehr dazu
Am Dienstagabend führte die Berliner Polizei eine Großrazzia gegen mutmaßliche Menschenhändler durch. Etwa 400 Polizistinnen und Polizisten vom Landeskriminalamt, mehreren Polizeidirektionen und zwei Bereitschaftspolizeiabteilungen vollstreckten insgesamt 20 Durchsuchungsbeschlüsse in den Bezirken Pankow, Reinickendorf, Charlottenburg-Wilmersdorf, Mitte, Neukölln, Steglitz-Zehlendorf, Lichtenberg und Marzahn-Hellersdorf. Den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Berlin zufolge soll eine Gruppe von elf Männern und sieben Frauen mindestens elf vietnamesische Frauen illegal nach Deutschland gebracht und in Berliner Wohnungen zur Prostitution gezwungen haben. Mehr dazu
In Spandau beschlagnahmte das Spezialeinsatzkommando BAO Ferrum des Landeskriminalamtes bei einer Durchsuchung in der Wilhelmstadt eine scharfe Schusswaffe samt Munition sowie erlaubnispflichtige Arzneimittel. Die Berliner Polizei hat bei einer Durchsuchung in Spandau eine scharfe Schusswaffe mit Munition beschlagnahmt. Das Spezialeinsatzkommando BAO Ferrum des Landeskriminalamtes vollstreckte am 6. Januar einen Durchsuchungsbeschluss des Amtsgerichts Tiergarten in einer Wohnung im Stadtteil Wilhelmstadt. Hintergrund der Razzia waren Ermittlungen wegen des Verdachts des unerlaubten Handels mit Betäubungsmitteln in großer Menge. Die Ermittlungsgruppe Telum der Staatsanwaltschaft Berlin hatte die Durchsuchung beantragt. Sie richtet sich gegen zwei Männer im Alter von 24 und 34 Jahren. Bei der Durchsuchung der Wohnung des 34-Jährigen fanden die Beamten neben der Schusswaffe und der Munition auch erlaubnispflichtige Arzneimittel. Der 34-Jährige wurde vor Ort festgenommen. Am folgenden Tag führte ihn die Polizei vor dem Ermittlungsgericht vor. Mehr dazu
Ebenfalls in Spandau beschlagnahmten Polizistinnen und Polizisten bei einem Einsatz in Neukölln und Treptow-Köpenick neun scharfe Schusswaffen. Polizisten haben in Berlin-Neukölln und Treptow-Köpenick neun scharfe Schusswaffen beschlagnahmt. Der Fund gelang bei der Kontrolle eines 38-jährigen Mannes, der am Vorabend des 19. Juni gegen 19:15 Uhr in Gropiusstadt beobachtet worden war. Beamte des Polizeiabschnitts 48 in ziviler Kleidung hatten einen mutmaßlichen Drogenhandel beobachtet und dessen Transporter angehalten. Der Mann wehrte sich gegen die Beamten; nach seiner Fixierung fanden sie drei scharfe Schusswaffen — eine davon griffbereit — sowie Munition. Bei weiteren Ermittlungen geriet eine Parzelle in einer Kleingartenanlage an der Johannisthaler Chaussee in den Fokus, wo weitere Waffen sichergestellt wurden. Mehr dazu
In Friedrichshain-Kreuzberg bedrohte ein 19-jähriger Mann am 2. September während laufender Fernsehaufnahmen eine Journalistin mit einer Schusswaffe. In Friedrichshain-Kreuzberg hat ein Mann am 2. September während einer Fernsehaufnahme mit einer Schusswaffe gedroht. Nach bisherigen Erkenntnissen befand sich ein Kamerateam gegen 13:30 Uhr auf dem Boxhagener Platz, um dort ein Interview mit einer Fachreferentin einer Organisation zu drehen. Während des Interviews näherte sich ein junger Mann auf einem E-Scooter dem Kamerateam, erkundigte sich nach dem Sender und zog dann eine Schusswaffe, die er auf den Körper der Interviewpartnerin richtete. Anschließend entfernte er sich mit dem E-Scooter. Anhand eines übermittelten Fotos konnte die Polizei einen 19-jährigen, polizeibekannten Mann identifizieren. Mehr dazu
In Berlin-Mitte kam es vor einem Nachtklub in der Alexanderstraße zu einem schweren Raub: Ein 33-jähriger Sicherheitsmitarbeiter soll einen 22-jährigen Besucher in den Fahrstuhl gebracht und ihn zum Verlassen aufgefordert haben. Als der 22-Jährige nach dem Grund fragte, hielt der Mitarbeiter ihm nach Angaben der Polizei eine Schusswaffe an die Stirn und drohte ihm, ihn zu töten, wenn er nicht sofort gehe. Anschließend entwendete der Mann eine Zigarettenschachtel aus der Jackentasche des jungen Mannes. Alarmierte Polizistinnen und Polizisten durchsuchten die Räumlichkeiten des Clubs nach der mutmaßlich verwendeten Schusswaffe, fanden sie aber nicht. Der 33-jährige Tatverdächtige wurde vor Ort angetroffen und identifiziert, nach Abschluss der Maßnahmen jedoch entlassen. Mehr dazu
In Niederschönhausen wurde ein Mann in der Nacht zum Dienstag offenbar mit einer Schreckschusswaffe beschossen. In Niederschönhausen ist ein Mann in der Nacht zum Dienstag offenbar mit einer Schreckschusswaffe beschossen worden. Nach Angaben eines Zeugen hielten gegen 1 Uhr zwei unbekannte Männer mit einem Auto am Fahrbahnrand der Grabbeallee Ecke Tschaikowskistraße an. Der Beifahrer stieg aus und schoss mehrfach auf einen Mann, wobei er eine Schreckschusswaffe verwendete. Der Mann lag danach mehrere Minuten regungslos auf dem Gehweg; nachdem er wieder zu sich kam, entfernte er sich vom Ort, bevor Polizisten eintreffen konnten. Ob er verletzt wurde, ist noch unklar. Die Kriminalpolizei ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung. Mehr dazu
Am S-Bahnhof Nordbahnhof griff ein 39-jähriger Deutscher am Sonntagabend gegen 22:30 Uhr einen serbischen Staatsangehörigen an, der einer verbal belästigten Frau zur Hilfe geeilt war. Der Tatverdächtige soll dem Helfer ins Gesicht geschlagen und ihn mit einem Cuttermesser verletzt haben. Der 37-jährige Helfer erlitt eine etwa 1,5 Zentimeter lange Schnittwunde und wurde in ein nahegelegenes Krankenhaus gebracht. Der Angreifer flüchtete zunächst; ein außer Dienst befindlicher Beamter der Bundespolizei erkannte ihn am Montagmorgen gegen 5:30 Uhr im Berliner Hauptbahnhof wieder und veranlasste die Festnahme. Mehr dazu
In Neukölln nahm die Polizei zwei Männer fest, die einen 23-Jährigen in einem Friseursalon in der Roseggerstraße am Abend des 17. Dezember gegen 19:30 Uhr zur Zahlung eines mittleren vierstelligen Geldbetrages aufgefordert haben sollen. Ein 22-Jähriger soll die Forderung unter Gewaltandrohung bekräftigt und dem 23-Jährigen das Mobiltelefon aus der Hand gerissen haben. Das Opfer verständigte die Polizei; beide Tatverdächtigen wurden kurz darauf festgenommen. Mehr dazu
Unbekannte zerstörten im Großen Tiergarten einen Gedenkbaum, der an den Anschlag auf den Berliner CSD erinnern soll. Polizisten entdeckten die Beschädigung am 1. Januar gegen 1:20 Uhr im Ahornsteig; der Baum und das Schutzgitter wurden aus der Erde gerissen, auch weitere Gegenstände in der Umgebung wurden beschädigt. Der Polizeiliche Staatsschutz des Landeskriminalamtes ermittelt wegen gemeinschaftlicher Sachbeschädigung. Mehr dazu
Messerattacken und Schusswaffen-Gebrauch
Die Woche verzeichnete mehrere Vorfälle mit Schusswaffen und Messern. Nach einem Messerangriff am S-Bahnhof Nordbahnhof hat die Bundespolizei einen 39-jährigen Mann festgenommen. Der Deutsche soll am Sonntagabend gegen 22:30 Uhr eine Frau verbal belästigt haben. Ein serbischer Staatsangehöriger kam der Frau zur Hilfe — woraufhin der Mann ihm ins Gesicht schlug und ihn mit einem Cuttermesser verletzte. Der 37-jährige Helfer erlitt eine etwa 1,5 Zentimeter lange Schnittwunde. Mehr dazu — Das versuchte Tötungsdelikt in Tempelhof-Schöneberg, bei dem ein 53-Jähriger mit einer Schusswaffe schwer verletzt und notoperiert wurde, ist bereits im Hauptteil beschrieben. Mehr dazu — Der Vorfall am Boxhagener Platz, bei dem ein 19-Jähriger am 2. September einer Journalistin eine Schusswaffe an den Körper hielt, ist ebenfalls bereits im Hauptteil beschrieben. Mehr dazu — Der Raub durch einen Sicherheitsmitarbeiter vor einem Club in Berlin-Mitte, bei dem dem Opfer eine Schusswaffe an die Stirn gehalten wurde, ist bereits im Hauptteil beschrieben. Mehr dazu — Der Beschuss eines Mannes in Niederschönhausen mit einer Schreckschusswaffe ist ebenfalls bereits im Hauptteil beschrieben. Mehr dazu
Auffällig ist die Häufung von Schusswaffenfunden in dieser Woche: Allein in zwei separaten Einsätzen stellte die Polizei insgesamt zehn scharfe Schusswaffen sicher — neun in Neukölln und Treptow-Köpenick sowie eine weitere in Spandau. Hinzu kamen mehrere Vorfälle, bei denen Schusswaffen von Tatverdächtigen gegenüber Zivilpersonen eingesetzt wurden. Das deutet auf eine anhaltend hohe Verfügbarkeit illegaler Waffen im Stadtgebiet hin, auch wenn Rückschlüsse auf einen statistischen Trend auf Basis einer einzigen Wochenbilanz nicht möglich sind.
Dass die Großrazzia gegen mutmaßliche Menschenhändler mit rund 400 Polizistinnen und Polizisten und 20 Durchsuchungsbeschlüssen in acht Berliner Bezirken zu einem Fahndungserfolg führte, zeigt den erheblichen Ermittlungsaufwand, den die Behörden in diesem Bereich betreiben. Mehr dazu
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