Die Woche vom 31. August bis 6. September 2026 forderte in Nordrhein-Westfalen mehrere Todesopfer und hielt die Polizei mit einer Serie schwerer Gewaltdelikte, tödlichen Verkehrsunfällen und mutmaßlichen Sabotageakten an der Energieinfrastruktur in Atem. Dazu kamen mehrere Festnahmen nach Wohnungs- und Kellereinbrüchen sowie Drogenfahrten, die Beamte beschäftigten.
Den Auftakt der Woche bildete die Selbststellung eines Tatverdächtigen im Fall des tödlichen Messerstichs von Leverkusen-Schlebusch. Nach dem tödlichen Messerstich in Leverkusen-Schlebusch hat sich der Tatverdächtige am Montagabend (31. August) selbst gestellt. Der 24-Jährige kam auf die Polizeiwache in Köln-Kalk, begleitet von seinem Anwalt, und wurde daraufhin festgenommen. Das Amtsgericht Köln hatte bereits am 27. August einen Haftbefehl wegen Totschlags gegen den Mann erlassen. Nach den Ermittlungen ist er dringend verdächtig, sein Opfer nach einer zunächst verbalen und dann körperlichen Auseinandersetzung mit einem Messerstich in den Oberkörper getötet zu haben. Hinweise darauf, dass der Mann in Notwehr gehandelt haben könnte, gibt es nach bisherigem Ermittlungsstand nicht. Ein Haftrichter verkündete dem 24-Jährigen den Haftbefehl und ordnete Untersuchungshaft an. Mehr dazu
Ebenfalls am Dienstag, 1. September, kam es in Essen-Altendorf zu einem brutalen Überfall: In einem Mehrfamilienhaus an der Niederfeldstraße brachen zwei Männer zwei Wohnungen auf und griffen einen Bewohner an. Der 46-jährige Essener wurde dabei mit einem Gegenstand lebensgefährlich verletzt und kam mit einem Rettungswagen ins Krankenhaus; nach aktuellem Stand besteht für ihn keine Lebensgefahr mehr. Die Angreifer stahlen Bargeld sowie ein Mobiltelefon. Noch am selben Tag nahm die Polizei einen 38-Jährigen und einen 36-jährigen Essener an ihren Wohnadressen fest. Das Amtsgericht Essen erließ auf Antrag der Staatsanwaltschaft Untersuchungshaftbefehle wegen versuchten Mordes gegen beide Männer, die am Mittwoch, 2. September, vollstreckt wurden. Die Staatsanwaltschaft Essen und eine Mordkommission des Polizeipräsidiums Essen ermitteln zu den Hintergründen und zum genauen Ablauf der Tat. Mehr dazu
Ebenfalls am 2. September ereignete sich in Goch eine schwere häusliche Gewalttat: In einer Wohnung auf der Mühlenstraße kam es zu einer Auseinandersetzung zwischen einem Mann und seiner Lebensgefährtin, die beide schwer verletzt wurden. Nach einem Streit attackierte der 26-Jährige seine 25-jährige Lebensgefährtin mit einem Messer und verletzte sich anschließend selbst. Beide erlitten lebensgefährliche Verletzungen und wurden in Krankenhäuser gebracht. Die 25-Jährige schwebt weiterhin in Lebensgefahr; der Zustand des 26-Jährigen ist inzwischen stabil, er kann aber noch nicht vernommen werden. Die Staatsanwaltschaft Kleve hat beim Amtsgericht den Erlass eines Haftbefehls wegen versuchten Totschlags in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung beantragt. Mehr dazu
Am Mittwoch, 2. September, kam ein 44-jähriger Motorradfahrer in Köln-Ostheim ums Leben. Gegen 14.15 Uhr verlor er in der Nähe der Kreuzung Rösrather Straße und Hardtgenbuscher Kirchweg die Kontrolle über sein Motorrad und prallte gegen eine Laterne. Trotz sofort eingeleiteter Reanimationsmaßnahmen und des Einsatzes eines Rettungshubschraubers konnte ihm nicht geholfen werden. Ein zweiter Motorradfahrer, der ihn begleitet hatte, erlitt einen Schock. Das Verkehrskommissariat 2 hat die Ermittlungen übernommen. Mehr dazu
Auf der Autobahn 45 bei Lüdenscheid ist eine Person ums Leben gekommen. Nach Angaben der Polizei Dortmund erfasste ein 36-jähriger Autofahrer aus Gummersbach die Person, die sich auf dem mittleren Fahrstreifen befand. Im Anschluss wurde sie von einem Lastwagen und mehreren weiteren Fahrzeugen erfasst. Rettungskräfte konnten nur noch ihren Tod feststellen. Die Identität der verstorbenen Person ist bislang ungeklärt. Das Verkehrsunfallaufnahme-Team der Polizei Dortmund sicherte die Spuren am Unfallort. Nach dem bisherigen Ermittlungsstand kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Person absichtlich auf die Fahrbahn gelangt ist. Die A45 war für die Dauer der Unfallaufnahme bis in die frühen Morgenstunden gesperrt. Mehr dazu
Einen möglichen Zusammenhang zwischen mehreren Vorfällen an der Energieinfrastruktur untersuchten Ermittler diese Woche intensiv. Am Abend des 1. September schlug ein Anschlag auf ein Umspannwerk in Bergheim an: Mehrere Stromleitungen fielen aus, die Kraftwerke Niederaußem und Neurath wurden automatisch stromlos geschaltet — nennenswerte Stromausfälle in umliegenden Orten blieben jedoch aus. Ermittler gehen davon aus, dass ein leitender Gegenstand vermutlich an einem Zaun befestigt und gegen eine Stromleitung geschleudert wurde. Mehr dazu Am 4. September entdeckten Spezialeinheiten der Polizei NRW auf einem Parkplatz im Kreis Düren einen zu einem Wohnmobil umgebauten Lastwagen, der dem mutmaßlichen Verfasser eines Bekennerschreibens zu Sabotageakten an Umspannwerken in Brandenburg, Nordrhein-Westfalen und Sachsen zugeordnet wird. Bei der Durchsuchung des Fahrzeugs sicherten die Beamten umfangreiches Beweismaterial einschließlich Pyrotechnik. Gesucht wird ein 48-jähriger Mann aus Gevelsberg, der flüchtig ist. Die Kriminalpolizei hat eine Ermittlungsgruppe eingerichtet. Mehr dazu
Am Dienstagabend, 1. September, wurden in Gelsenkirchen-Bulmke-Hüllen mehrere Streifenwagen zu einem Mehrfamilienhaus gerufen. Dort fanden Beamte einen 55-jährigen Gelsenkirchener mit einer Stichverletzung vor. Rettungskräfte versorgten den Mann noch vor Ort; weil zunächst Lebensgefahr bestand, wurde er in ein nahegelegenes Krankenhaus gebracht. Der 27-jährige Tatverdächtige, ebenfalls aus Gelsenkirchen, wurde noch am Tatort vorläufig festgenommen. Das Amtsgericht Essen erließ am Mittwoch, 2. September, auf Antrag der Staatsanwaltschaft einen Haftbefehl gegen ihn. Der 55-Jährige befindet sich mittlerweile außer Lebensgefahr. Mehr dazu
Nach einem schweren Raub auf ein Ehepaar in Schöppingen klärte das Fachkommissariat der Kreispolizeibehörde Borken den Fall durch die Festnahme von vier Tatverdächtigen auf. Die Täter hatten das Ehepaar massiv bedroht und geschlagen, bevor sie Bargeld, Bankkarten, Mobiltelefone und Schmuck stahlen. Ende Mai wurden zwei Männer im Alter von 19 und 20 Jahren festgenommen, Anfang Juni folgte die Festnahme eines 21-Jährigen. Ein vierter Verdächtiger im Alter von 20 Jahren wurde am Donnerstag bei seiner Einreise am Flughafen Dortmund verhaftet. Den vier Männern konnten im Zuge der Ermittlungen zusätzliche Straftaten nachgewiesen werden, darunter Taten im Raum Steinfurt. Mehr dazu
Am 3. September leistete ein 55-jähriger Pedelec-Fahrer ohne festen Wohnsitz in Deutschland auf der Kessenicher Straße in Euskirchen Widerstand gegen Polizisten. Gegen 7.45 Uhr war der Mann hinter einem Lkw auf der Linksabbiegespur zu dicht aufgefahren und gestürzt. Ein freiwilliger Drogenvortest zeigte ein positives Ergebnis für Kokain. Als die Beamten ihn zur Blutprobenentnahme auf die Wache bringen wollten, weigerte er sich; die Polizei brachte ihn daraufhin zwangsweise dorthin. Auf der Wache wehrte er sich gegen die Polizisten und beschimpfte sowie bedrohte sie. Mehr dazu
Gleich zwei Einbruchsfälle endeten diese Woche mit Festnahmen und Untersuchungshaft. In der Nacht zum Freitag, 4. September, hörten Bewohner eines Mehrfamilienhauses an der Burgholzstraße in der Dortmunder Nordstadt verdächtige Geräusche aus dem Kellergeschoss, entdeckten einen unbekannten Mann, der Kellerverschläge aufgebrochen hatte, und hielten ihn bis zum Eintreffen der Polizei fest. Der 34-jährige Bulgare ohne festen Wohnsitz ließ sich widerstandslos festnehmen und kam anschließend in Untersuchungshaft. Mehr dazu In Viersen-Dülken bemerkte eine Anwohnerin abends Taschenlampenschein in einer Kleingartenanlage und alarmierte die Polizei. Die Beamten nahmen einen 44-jährigen polizeibekannten Mann ohne festen Wohnsitz vorläufig fest; bei ihm wurden Werkzeug, mutmaßliche Tatbeute und ein Fahrrad sichergestellt. Mehr dazu
Am Donnerstag, 3. September, stoppte die Polizei in Bergheim auf dem Konrad-Adenauer-Platz einen 30-jährigen E-Scooter-Fahrer: Ein Drogentest reagierte positiv auf Kokain und Opiate, das Gerät war nicht versichert und als gestohlen gemeldet. Ein Arzt nahm dem Mann im Krankenhaus Blut ab; mehrere Strafanzeigen wurden gefertigt. Mehr dazu
In Dortmund-Rahm brannte am Dienstagabend gegen 22.40 Uhr eine Gartenlaube hinter einem Mehrfamilienhaus am Albert-Schweitzer-Weg vollständig nieder. Die Kriminalpolizei ermittelt wegen vorsätzlicher Brandstiftung. Im selben Stadtteil waren bereits in der Nacht zum 27. August zwei Autos durch einen Brand beschädigt worden; die Polizei prüft einen möglichen Zusammenhang. Mehr dazu
Messerattacken und Schusswaffen-Gebrauch
Diese Woche wurden der Polizei in Nordrhein-Westfalen mehrere Messerangriffe gemeldet. In Leverkusen-Schlebusch war ein Opfer nach einem Messerstich in den Oberkörper ums Leben gekommen — der Tatverdächtige stellte sich am 31. August selbst; Details zum Fall finden sich oben. Mehr dazu Am 2. September attackierte ein 26-Jähriger in Goch seine 25-jährige Lebensgefährtin mit einem Messer und verletzte sich anschließend selbst; beide erlitten lebensgefährliche Verletzungen. Mehr dazu Am Dienstagabend, 1. September, wies ein 55-jähriger Gelsenkirchener nach einem Angriff eine Stichverletzung auf; der 27-jährige Tatverdächtige wurde noch am Tatort festgenommen. Mehr dazu
Zwei Entwicklungen der Woche stechen bei näherer Betrachtung heraus. Gleich drei Messervorfälle innerhalb weniger Tage — Leverkusen-Schlebusch, Goch und Gelsenkirchen — mit insgesamt einem Todesopfer und zwei weiteren lebensgefährlich Verletzten verdeutlichen die Schwere dieser Woche. Daneben fällt die mutmaßliche Sabotageserie an der Energieinfrastruktur auf: Der Anschlag auf das Umspannwerk in Bergheim am 1. September und der Fund eines verdächtigen Fahrzeugs mit Pyrotechnik im Kreis Düren am 4. September, verbunden mit einem bundesländerübergreifenden Fahndungsaufruf nach einem 48-jährigen Mann aus Gevelsberg, deuten auf ein koordiniertes Vorgehen hin, das die Ermittler weiter beschäftigen wird.