Die Woche vom 31. August bis 6. September 2026 hielt die Polizei in Schleswig-Holstein mit mehreren schweren Gewaltdelikten, zwei lebensgefährlich verletzten Personen und einem Großeinsatz wegen einer Weltkriegsbombe in Kiel auf Trab. Die schwersten Vorfälle ereigneten sich in Elmshorn, Rendsburg und an einer Kieler Kreuzung.
Den Auftakt der Woche bildete eine Gewalttat aus dem Wochenende zuvor, die noch in der Berichtswoche juristische Folgen hatte: In Elmshorn ist am frühen Sonntagmorgen, 30. August, ein 34-jähriger Mann bei einer Auseinandersetzung schwer verletzt worden. Ein 24-Jähriger soll ihn gegen 06:35 Uhr vor einer Bar in der Panjestraße mit einem spitzen Gegenstand angegriffen und lebensgefährlich verletzt haben. Das Opfer musste ins Krankenhaus. Ein 55-jähriger Mann versuchte, die beiden Kontrahenten auseinanderzubringen und den Streit zu schlichten. Dabei erlitt auch er leichte Verletzungen und wurde zur Behandlung ins Krankenhaus gebracht. Während der Polizeieinsatz lief, zeigte sich der 24-Jährige aggressiv und griff die Beamten an. Ein Polizist wurde leicht verletzt, konnte seinen Dienst aber fortsetzen. Nach seiner Einlieferung in eine Spezialklinik setzte der Mann sein aggressives Verhalten fort. Im Laufe der Woche verschärfte sich die Einschätzung der Ermittler erheblich: Die Staatsanwaltschaft Itzehoe beantragte einen Haftbefehl gegen den 24-Jährigen wegen des Verdachts eines versuchten Tötungsdelikts. Das Amtsgericht Itzehoe erließ den Haftbefehl. Am Freitagmorgen nahmen Polizeibeamte den Mann fest, bei seiner Vorführung vor Gericht wurde ihm der Haftbefehl verkündet. Der 24-Jährige befindet sich nun in Untersuchungshaft. Die Mordkommission der Bezirkskriminalinspektion Itzehoe übernimmt die weiteren Ermittlungen. Mehr dazu sowie zum Haftbefehl Mehr dazu.
Ebenfalls in Elmshorn ereignete sich am Donnerstag, 3. September, ein schwerer Verkehrsunfall: Eine 84-jährige Fußgängerin wurde von einem Linienbus erfasst und lebensgefährlich verletzt worden. Der Unfall ereignete sich gegen 18:30 Uhr an der Kreuzung Westerstraße / Klostersand / Wisch. Die 84-Jährige überquerte die Westerstraße bei Grünlicht, als der 63-jährige Busfahrer aus der Straße Klostersand kommend nach links in die Westerstraße einbog — dabei stießen die beiden zusammen. Ein Notarzt musste die Frau reanimieren, bevor der Rettungshubschrauber sie in ein nahegelegenes Krankenhaus brachte. Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft wurde ein Sachverständiger hinzugezogen. Mehr dazu.
In Rendsburg ist am Montag, 31. August, ein Mann bei einer Auseinandersetzung zwischen mehreren Personen schwer verletzt worden. Nach einer Notoperation befindet sich der 30-Jährige inzwischen außer Lebensgefahr. Die Polizei war gegen 16:30 Uhr zur Breslauer Straße gerufen worden. Eine schwer verletzte Person erschien im zeitlichen Zusammenhang in einer Rendsburger Klinik; die Ermittlungen zeigten, dass der Mann an der Auseinandersetzung beteiligt war und dabei lebensgefährliche Verletzungen erlitten hatte. Noch am Montag nahmen die Polizisten einen 19-jährigen Deutschen und einen 22-jährigen Syrer vorläufig fest. Die Staatsanwaltschaft Kiel beantragte keinen Haftbefehl, da sich der Verdacht eines versuchten Tötungsdelikts gegen die beiden Männer nicht erhärtete. Sie kamen am Dienstag wieder auf freien Fuß. Die Staatsanwaltschaft Kiel und das Kommissariat 1 der Bezirkskriminalinspektion Kiel ermitteln wegen des Verdachts eines versuchten Tötungsdelikts und gefährlicher Körperverletzung weiter. Mehr dazu.
Am Sonntag, 6. September, mussten rund 5.235 Personen aus 2.580 Haushalten in Kiel-Dietrichsdorf ihre Wohnungen verlassen, nachdem Spezialisten bei der Auswertung eines Bombenhinweispunktes auf eine 250 Kilogramm schwere amerikanische Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg gestoßen waren. Die Bombe lag in der Insterburger Straße etwa vier Meter unter der Erde und war mit einem Aufschlagszünder am Heck ausgestattet. Bis 14 Uhr richtete die Polizei Straßensperrungen ein; der Kampfmittelräumdienst übernahm anschließend die Entschärfung. Mehr dazu.
Am Mittwochmorgen, 3. September, gegen 7:30 Uhr bedrohten zwei Unbekannte einen Schüler in der Teplitzer Allee im Kieler Stadtteil Elmschenhagen-Süd mit einem Messer und forderten die Herausgabe von Bargeld. Der Junge war mit dem Fahrrad auf dem Weg zur Schule. Da er nach eigenen Angaben kein Bargeld bei sich hatte, ließen die Tatverdächtigen von ihm ab und flüchteten zu Fuß. Eine sofort eingeleitete Fahndung durch mehrere Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte führte nicht zur Ergreifung der beiden Männer. Die Polizei fahndet weiterhin und beschreibt einen der Tatverdächtigen als etwa 16 bis 18 Jahre alt, zirka 190 Zentimeter groß und von kräftiger Statur. Mehr dazu.
Ebenfalls am Montag, 31. August, wurden in Kiel zwei Seniorinnen nach Bargeldabhebungen überfallen. Gegen 14:50 Uhr entriss ein unbekannter Mann einer 70-Jährigen in der Teplitzer Allee in Elmschenhagen Kontoauszüge und ihr Mobiltelefon, nachdem er ihr offenbar in der Bankfiliale gefolgt war. In einem zweiten Fall am selben Nachmittag versuchten Täter, einer weiteren älteren Frau nach einer Abhebung Wertsachen zu entreißen — auch dieser Versuch scheiterte. Die Polizei sucht Zeugen. Mehr dazu.
In Flensburg nahm die Polizei am Montag, 31. August, einen 36-jährigen Mann fest, der zwei Fahrzeuge in der Karlstraße in Brand gesetzt haben soll. Am frühen Samstagmorgen, 22. August, gegen 03:45 Uhr war zunächst ein VW Touran angezündet worden; das Feuer griff schnell auf einen daneben geparkten VW Polo über. Beide Fahrzeuge brannten vollständig aus. Der Sachschaden wird auf rund 20.000 Euro geschätzt. Am Dienstag, 1. September, wurde der Verdächtige einer Haftrichterin beim Amtsgericht Flensburg vorgeführt, die Untersuchungshaft anordnete. Mehr dazu.
In Glücksburg wurde am Abend des 3. September eine 89-jährige Frau Opfer eines sogenannten Schockanrufs. Eine Anruferin gab sich als Enkelin aus und behauptete mit weinerlicher Stimme, einen Menschen totgefahren zu haben. Ein angeblicher Polizist forderte die Rentnerin daraufhin auf, Geld zur Abwendung einer Haftstrafe zu zahlen. Unter diesem Druck übergab die Frau gegen 19:45 Uhr Goldmünzen im Wert von mehreren zehntausend Euro in einem beigen Stoffbeutel an einen unbekannten Mann vor ihrer Haustür. Kurz darauf erkannte sie den Betrug und verständigte die Polizei, die sofort eine Fahndung einleitete. Mehr dazu.
In der Nacht zu Freitag brachen zwei 36-jährige Männer aus Kiel in eine Doppelhaushälfte in der Lübecker Landstraße in Bad Segeberg ein. Die Bewohner waren nicht zu Hause, hatten jedoch eine Videoüberwachung installiert und sahen den Einbruch über die Kamera live mit. Sie riefen den Notruf; die alarmierten Beamten des Polizeireviers Bad Segeberg trafen die beiden Täter noch im Gebäude an und nahmen sie auf frischer Tat fest. Einer der Einbrecher versuchte zu fliehen, wurde aber nach kurzer Zeit gestellt. Mehr dazu.
In Lübeck entzog sich am Samstag, 29. August, gegen 1:45 Uhr ein 38-jähriger Mann auf einem E-Bike einer Kontrolle in der Fregattenstraße, indem er davonfuhr. Auf einem Parkplatz stellten ihn Beamte — ohne Rucksack und Fahrrad. Das E-Bike fand sich später auf einem Discounter-Parkplatz; es war gestohlen. Ein Diensthund spürte den weggeworfenen Rucksack auf, in dem Betäubungsmittel lagen. Der 38-Jährige wurde festgenommen und kam in Untersuchungshaft. Mehr dazu.
In Großhansdorf drangen zwischen dem 2. September, 17:00 Uhr, und dem Nachmittag des 3. September Unbekannte in ein Einfamilienhaus in der Straße Voßberg ein, durchsuchten mehrere Räume und verschwanden unerkannt. Ob etwas gestohlen wurde, war zunächst unklar. Die Ahrensburger Kriminalpolizei sucht Zeugen. Mehr dazu. In Ahrensburg scheiterten am frühen Donnerstagmorgen, 3. September, gegen 3:00 Uhr zwei Unbekannte beim Versuch, in eine Tankstelle in der Hamburger Straße einzubrechen. Die Täter flüchteten ohne Beute in Richtung Ahrensburger Friedhof; die Kriminalpolizei ermittelt und sucht Zeugen. Mehr dazu.
Auf der A1 Richtung Hamburg kollidierte am Donnerstagmorgen, 3. September, ein Lkw mit einem Opel, nachdem der 58-jährige Lkw-Fahrer beim Fahrstreifenwechsel das Heck des Pkw erfasste. Das Auto geriet nach links von der Fahrbahn ab und prallte gegen die Mittelschutzplanke. Die 41-jährige Fahrerin wurde leicht verletzt und ins Krankenhaus gebracht; der Lkw-Fahrer blieb unverletzt. Der Opel musste abgeschleppt werden. Mehr dazu.
Messerattacken und Schusswaffen-Gebrauch
Am frühen Sonntagmorgen, 30. August, soll ein 24-Jähriger vor einer Bar in der Panjestraße in Elmshorn einen 34-Jährigen mit einem spitzen Gegenstand angegriffen und lebensgefährlich verletzt haben — der Verdächtige sitzt mittlerweile wegen des Verdachts eines versuchten Tötungsdelikts in Untersuchungshaft. Mehr dazu. Am Mittwoch, 3. September, bedrohten zwei Unbekannte in der Teplitzer Allee in Kiel einen Schüler mit einem Messer und forderten Bargeld; der Versuch scheiterte, die Tatverdächtigen sind weiterhin flüchtig. Mehr dazu.
Gleich drei Vorfälle dieser Woche betreffen Einbrüche in Wohngebäude oder Gewerbe: in Bad Segeberg, Großhansdorf und Ahrensburg. Das deutet auf eine anhaltend hohe Einbruchsaktivität in der Region hin — zumal auch der Lübecker Drogenfall mit einem gestohlenen E-Bike verknüpft war. Bemerkenswert ist zudem, dass die Videoüberwachung der Hauseigentümer in Bad Segeberg direkt zur Festnahme auf frischer Tat führte.
Einen ungewöhnlichen Fahndungserfolg erzielte die Polizei in Lübeck: Ein Diensthund spürte den weggeworfenen Rucksack mit Betäubungsmitteln auf, nachdem der Verdächtige auf einem E-Bike geflüchtet war — und ermöglichte damit die Festnahme und den Erlass der Untersuchungshaft. Mehr dazu.