Die Woche vom 29. Juni bis 5. Juli 2026 brachte der thüringischen Polizei einige schwere Fälle: Im Mittelpunkt standen ein großangelegter Sprengstoffeinsatz in Ostthüringen, eine lebensgefährliche Messerattacke in Apolda sowie ein tödlich verlaufener Verkehrsunfall im Landkreis Schmalkalden-Meiningen. Daneben zogen Beamte im Freistaat in der gesamten Woche auffällig viele Fahrerinnen und Fahrer aus dem Verkehr, die unter dem Einfluss von Cannabis oder anderen Drogen am Steuer saßen.
Den Auftakt machte am Montag, 30. Juni, ein Großeinsatz in Ostthüringen: Ein größerer Polizeieinsatz hat am Montag, 30. Juni 2026, die Bereiche Triebes, Auma und Triptis im thüringischen Greizerland in Atem gehalten. Im Mittelpunkt der Ermittlungen stand ein 44-jähriger Deutscher, bei dem die Polizei unerlaubte pyrotechnische Gegenstände gelagert und hergestellt haben soll. Bei den Durchsuchungen fanden die Beamten die gesuchten Materialien vor und stellten sie sicher. Gegen den 44-Jährigen hat die Polizei ein Ermittlungsverfahren unter anderem wegen des Verdachts eines Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz eingeleitet. Bei dem groß angelegten Einsatz wurde die Landespolizeiinspektion Gera von weiteren Polizei- und Spezialkräften unterstützt. Auch Sprengstoffspürhunde waren im Einsatz. Mehr dazu
Am darauffolgenden Dienstag weiteten sich die Ermittlungen aus: Ein umfangreicher Polizeieinsatz in Thüringen hat am Dienstag zu Ermittlungen gegen einen 44-jährigen Deutschen wegen Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz geführt. Die Beamten durchsuchten mehrere Bereiche in den Landkreisen Greiz und Saale-Orla-Kreis. Der Tatverdächtige wurde am Dienstagabend gegen 22:00 Uhr in Triptis vorläufig festgenommen. Die Polizei führte Durchsuchungsmaßnahmen in den Bereichen Triebes und Auma (Landkreis Greiz) sowie in Triptis (Saale-Orla-Kreis) durch. Dabei stellten die Beamten pyrotechnische Gegenstände und weitere Materialien sicher, die kriminaltechnisch untersucht werden. Am Mittwoch wurde der 44-Jährige einem Haftrichter vorgeführt und kam in Untersuchungshaft. Mehr dazu
Einen tödlichen Ausgang nahm ein Verkehrsunfall im Landkreis Schmalkalden-Meiningen: Ein Autofahrer, der am Abend des 28. Juni 2026 verunfallt war, erlag gestern Abend im Krankenhaus seinen Verletzungen, wie die Landespolizeiinspektion Suhl bestätigte. Mehr dazu
Am Mittwochabend ereignete sich auf der Landstraße zwischen Hirschbach und Suhl ein weiterer schwerer Unfall: Ein 26-jähriger Autofahrer verlor die Kontrolle über sein Fahrzeug, nachdem sich während der Fahrt ein Rad seines Pkw gelöst hatte. Das Auto kam von der Fahrbahn ab und überschlug sich mehrfach. Der Fahrer wurde verletzt und von Rettungskräften ins Krankenhaus gebracht. Ein Drogenvortest bei der Unfallaufnahme schlug positiv auf Cannabis an, woraufhin die Beamten eine Blutentnahme anordneten. Mehr dazu
In der Nacht zum Donnerstag verübten Unbekannte in einem Mehrfamilienhaus in der Albert-Schweitzer-Straße in Heilbad Heiligenstadt einen gefährlichen Anschlag: Die Täter tränkten eine Fußmatte mit Buttersäure — einer ätzenden und gesundheitsschädlichen Flüssigkeit — und machten sich damit der Sachbeschädigung und Körperverletzung schuldig. Gegen 6:30 Uhr bemerkten Anwohner den intensiven Gestank und alarmierten die Rettungsleitstelle. Die Bewohner wurden aus dem Gebäude evakuiert, Feuerwehrleute entfernten die kontaminierte Matte und lüfteten das Treppenhaus durch. Eine Person wurde verletzt; sie klagte über Übelkeit. Mehr dazu
Am Samstagmittag kam es in Apolda zu einem Angriff auf einen 49-jährigen Familienvater: Ein 38-Jähriger ihn in der Baderei vor einem Asia-Imbiss unvermittelt attackierte. Nach Angaben der Polizei zeigte sich der Angreifer zunächst verbal auffällig, bevor er plötzlich auf den Familienvater zuging und sich mit vorgehaltener Faust vor ihm aufbaute. Dann griff der 38-Jährige zu drastischen Mitteln: Er holte sich einen Tisch vom Außenbereich des nahegelegenen Cafés und hielt ihn mit den Tischbeinen nach vorne gerichtet auf den 49-Jährigen zu. Ein aufmerksamer Passant unterbrach die Eskalation, indem er beherzt den Tisch ergriff und die Situation damit unter Kontrolle brachte — noch bevor die Polizei eintraf. Mehr dazu
Ebenfalls am Samstagabend beschäftigte ein Fall in Jena die Polizei: Ein Zeuge meldete einen 30-Jährigen, der in der Ernst-Schneller-Straße im Stadtteil Lobeda zusammengeschlagen am Boden lag. Der Mann hatte leichte Verletzungen im Gesicht und eine Schürfwunde am Knie erlitten. Ein Atemalkoholtest ergab einen Wert von 3,63 Promille. Laut seinen Angaben hatten ein unbekannter Mann und eine Frau ihn angesprochen, woraufhin der Mann auf ihn einschlug, während die Frau versuchte, ihn zurückzuhalten. Der Täter flüchtete anschließend. Die Polizei brachte den Geschädigten ins Klinikum Jena. Mehr dazu
In der Nacht auf Sonntag, 5. Juli, lieferte sich ein Volvo mit zwei Insassen eine Verfolgungsjagd mit drei Funkstreifenwagen des Polizeireviers Weißenfels/Naumburg über Landesgrenzen hinweg. Trotz Blaulicht und Anhaltesignalen raste der Fahrer in Richtung Weimar davon; Polizisten der PI Apolda verstärkten die Verfolgung. Als der flüchtige Wagen im Bereich Oberroßla wendete, durchbrach der Fahrer rücksichtslos die Polizeisperren und lenkte das Auto zurück in Richtung Eckartsberga. Kurz nach dem Abzweig Reisdorf verlor er die Kontrolle, und das Fahrzeug prallte gegen einen Baum. Die beiden Insassen standen im Verdacht, zuvor Diesel gestohlen zu haben; der Fahrer war nicht im Besitz einer Fahrerlaubnis und stand unter Drogeneinfluss. Mehr dazu
Messerattacken und Schusswaffen-Gebrauch
In Apolda kam es am Freitagabend, 3. Juli 2026, zu einer schweren Messerattacke: Ein 33-jähriger Mann hat am Freitagabend, 3. Juli 2026, in der Straße des Friedens vor einem Getränkemarkt einen 36-jährigen Deutschen mit einem Klappmesser mehrfach angegriffen und dabei lebensgefährlich verletzt. Der Täter stand zur Tatzeit unter dem Einfluss von Alkohol und Drogen. Das Opfer erlitt schwere Verletzungen am Hals und an den Schultern und musste unmittelbar nach dem Angriff ins Krankenhaus eingeliefert werden. Beamte der Polizeiinspektion Apolda nahmen den Täter noch am Tatort fest; das Klappmesser wurde in Tatortnähe sichergestellt. Die Kriminalpolizei Jena übernahm anschließend die Ermittlungen. Mehr dazu
Auffällig in der zurückliegenden Woche war die große Zahl von Fahrerinnen und Fahrern, die die Polizei im Freistaat unter dem Einfluss von Cannabis oder anderen Drogen am Steuer ertappte. Allein in Gera zog die Polizei am Montag und in den frühen Morgenstunden des Dienstags insgesamt fünf Fahrzeugführer aus dem Verkehr — darunter einen Mercedes-Sprinter-Fahrer, zwei E-Bike-Fahrer ohne ausreichenden Versicherungsschutz und einen E-Scooter-Fahrer, alle mit positivem Drogentest auf Cannabis. Am Sonntag erwischten Beamte der Polizeiinspektion Saale-Orla gleich zwei Personen auf einem einzigen E-Scooter: Beide standen unter Drogeneinfluss, das Gefährt war weder versichert noch konnten die Nutzer einen Eigentumsnachweis vorlegen — der E-Scooter wurde sichergestellt. Außerdem stoppte die Polizeiinspektion Schmalkalden-Meiningen am Samstagabend einen 29-jährigen Autofahrer am Stiller Tor in Schmalkalden, der unter Cannabiseinfluss fuhr, und im Landkreis Sömmerda hielten Beamte der Landespolizeiinspektion Erfurt am Montagmittag einen 29-jährigen BMW-Fahrer in Schillingstedt an — auch hier positiver Drogentest auf Cannabis, Blutentnahme und Ordnungswidrigkeitenverfahren. Ergänzt wurde die Bilanz durch einen 17-Jährigen in Saale-Orla, der am Sonntag mit einem E-Scooter ohne Versicherungsschutz und unter Cannabiseinfluss unterwegs war und ein Strafverfahren erhielt. Diese Häufung dürfte kein Zufall sein: Die Polizei hat in der Woche erkennbar gezielt auf Drogenfahrten kontrolliert.