Die Deutsche Bahn rechnet beim geplanten Verkauf ihrer verbliebenen Auslandstöchter mit deutlich geringeren Erlösen als beim kürzlich abgeschlossenen Schenker-Deal. Das, was an Auslandsaktivitäten noch verkauft werden könne, werde keinen substanziellen Beitrag zum Konzerngewinn leisten, sagte Bahnchefin Evelyn Palla dem „Handelsblatt“.
Der Unterschied zu früheren Verkäufen ist beträchtlich: Beim Verkauf der Speditionstochter DB Schenker hatte der Buchgewinn noch bei 7,3 Milliarden Euro gelegen. Kürzlich hatte der Konzern bestätigt, sich von der Sparte DB International Operations zu trennen, die Züge unter anderem in Indien, Ägypten und Uruguay betreibt.
Trotz der geringen erwarteten Verkaufserlöse hält Palla am Ziel fest, den Nettoverlust von 2,3 Milliarden Euro aus dem Jahr 2025 zu senken. „Wir wollen bereits in diesem Jahr sehr nah ran an die schwarze Null und werden das auch schaffen“, sagte sie dem „Handelsblatt“.
Ein umfassender Konzernumbau soll dabei helfen: Dieser soll jährlich 500 Millionen Euro einsparen. Mindestens 30 Prozent der Stellen in der Zentrale sollen wegfallen. Bei der Gütersparte DB Cargo läuft der Abbau von 6.000 Stellen nach Pallas Angaben schneller als geplant. Zusätzlich hofft die Bahnchefin auf Effizienzgewinne bei den insgesamt 220.000 Mitarbeitern des Konzerns.