Dortmunds Polizeipräsident: Vereine tragen künftig mehr Verantwortung für Stadionsicherheit

(Symbolbild)

Dortmunds Polizeipräsident Tim Frommeyer setzt auf eine neue Aufgabenteilung beim Schutz von Fußballspielen. Die Polizei wird sich künftig aus den Stadionbereichen zurückziehen und nur noch in Notfällen eingreifen. Die Veranstalter sollen stärker in die Verantwortung genommen werden.

„Das ist kein Rückzug. Das ist ehrliche Aufgabenteilung“, betont Frommeyer die neue Strategie, die auf einer Kooperationsvereinbarung zu den Stadionallianzen Nordrhein-Westfalen basiert. Diese wurde am 23. Juli von NRW-Innenminister Herbert Reul zusammen mit den nordrhein-westfälischen Vereinen aller drei deutschen Profiligen vorgestellt.

Die Zahlen verdeutlichen das Ausmaß: In der vergangenen Saison hat die Polizei in Nordrhein-Westfalen rund 460.000 Arbeitsstunden für Fußballeinsätze geleistet. Das entspricht etwa 350 Polizistinnen und Polizisten, die ein ganzes Jahr nur für Fußballeinsätze arbeiten würden. „Diese Kräfte fehlen an anderer Stelle, und zwar jeden Tag. Auf Dauer ist das so nicht zu verantworten“, erklärt Frommeyer.

Konkret bedeutet die neue Regelung: Polizistinnen und Polizisten werden grundsätzlich nicht mehr unmittelbar im Veranstaltungsbereich präsent sein, sondern nur noch im Ausnahmefall. Die Polizei greift im Stadion nur ein, wenn es um die Abwehr von Gefahren für Leib und Leben geht oder wenn Straftaten ein sofortiges Handeln erfordern. Auch Fanmärsche werden im Normalfall nicht mehr von der Polizei begleitet.

„Die Vereine als Veranstalter sind für die Sicherheit im Stadion zuständig. Sie kennen ihr Stadion, ihre Fans und ihre Abläufe am besten“, begründet Frommeyer die Neuausrichtung. Der gebürtige Dortmunder sammelte bereits Erfahrungen mit großen Stadien: Von Januar 2024 bis Juli 2026 war er Polizeipräsident in Gelsenkirchen.

Leitender Polizeidirektor Achim Stankowitz, der verantwortlicher Polizeiführer der UEFA-Europameisterschaft 2024 am Spielort Dortmund war, unterstützt den Kurs. „Wir liegen dabei voll auf einer Wellenlänge“, sagt er. Zur Stadionallianz gehört auch eine klare, repressive Linie gegen bekannte Störer. Stadionverbote, Platzverweise, Bereichsbetretungsverbote und Meldeauflagen sollen wirksame Instrumente sein.

Prävention spielt ebenfalls eine wichtige Rolle. Einlasskontrollen gewinnen an Bedeutung, besonders mit Blick auf Pyrotechnik. „Hier sind die Veranstalter eindeutig in der Pflicht“, betont Stankowitz. Kern der Zusammenarbeit ist ein frühzeitiger, regelmäßiger Informationsaustausch und eine gemeinsame Lage- und Risikoeinschätzung: Zeichnen sich Störungen ab, passen Veranstalter und Polizei ihre Konzepte rechtzeitig an.

Das gemeinsame Ziel ist klar formuliert: „Fußball soll in sicheren Stadien stattfinden und Freude machen, ohne Gewalt und ohne Pyrotechnik“, sagt Innenminister Herbert Reul. Frommeyer ergänzt: „Gemeinsames Ziel von Vereinen und Polizei ist es, dass künftig nicht ein paar Chaoten dafür sorgen, dass Fußballspiele – die für hunderttausende Menschen Feste sind – immer mehr zu aufwändigen Hochsicherheitsangelegenheiten werden.“

Dieser Bericht wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz ausschließlich aus offiziellen Angaben der Polizei oder Justizbehörden erstellt und redaktionell geprüft.

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