Drei indische Seeleute bei US-Angriff auf Öltanker im Golf von Oman getötet

via dts Nachrichtenagentur

Bei einem Angriff des US-Militärs auf einen Öltanker im Golf von Oman sind drei indische Seeleute ums Leben gekommen, die zuvor als vermisst galten. Das bestätigte Indiens Schifffahrtsminister Sarbananda Sonowal am Donnerstag. Der unter palauischer Flagge fahrende Tanker „MT Settebello“ war am Mittwoch von US-Streitkräften beschossen worden.

An Bord des Tankers befanden sich 24 indische Besatzungsmitglieder, von denen 21 gerettet werden konnten. Die US-Streitkräfte warfen der Besatzung vor, Anweisungen nicht befolgt zu haben. Sonowal bezeichnete den Vorfall als „zutiefst bedauerlich“ und kündigte an, dass die Leichen der drei getöteten Seeleute bald nach Indien überführt würden.

Das US-Verteidigungsministerium erklärte, ein Kampfflugzeug habe „Präzisionsmunition“ in den Maschinenraum des Tankers abgefeuert, nachdem die Crew wiederholt Anweisungen ignoriert habe. Die USA warfen der „Settebello“ vor, eine US-Blockade zu umgehen, indem sie versuchte, Öl aus dem Iran zu transportieren.

Es handelt sich bereits um den zweiten Angriff auf ein Schiff mit indischer Besatzung binnen weniger Tage. Am Montag hatte die US-Marine bereits die „Marivex“ – ebenfalls ein unter palauischer Flagge fahrender Öltanker – im Golf von Oman attackiert, weil sie US-Anweisungen nicht befolgt habe. Damals wurden alle 24 Besatzungsmitglieder von der omanischen Armee gerettet.

Die indische Regierung reagierte mit diplomatischen Schritten und bestellte nach dem Angriff den stellvertretenden Leiter der US-Vertretung in Neu-Delhi ein. Zudem forderte die Regierung ein Ende der Angriffe auf die Handelsschifffahrt und zivile Infrastruktur in der Region.

Manoj Yadav, Generalsekretär der indischen Seemannsgewerkschaft FSUI, übte scharfe Kritik an dem Vorgehen der USA. Die USA hätten gewusst, welche Nationalitäten an Bord der Schiffe waren, und er halte es für unglaubwürdig, dass die US-Streitkräfte keine Informationen darüber gehabt hätten. Statt eines Angriffs wäre eine Festsetzung der Schiffe eine vertretbare Alternative gewesen.

Die USA haben nach der faktischen Schließung der Straße von Hormus durch den Iran eine Seeblockade verhängt. Seit dem 13. April wurden nach Angaben des US-Militärs acht Schiffe außer Gefecht gesetzt und 134 weitere umgeleitet.

Die Spannungen zwischen dem Iran und den USA bleiben unterdessen hoch. Beide Seiten haben sich am zweiten Tag in Folge wieder gegenseitig beschossen, was die im April vereinbarte, brüchige Waffenruhe weiter unter Druck setzt. US-Präsident Donald Trump drohte dem Iran am Mittwoch mit einem „harten“ Schlag und kritisierte, Teheran verzögere die Unterzeichnung eines Friedensabkommens.

Der Krieg hatte am 28. Februar begonnen, als die USA und Israel Angriffe auf den Iran flogen, bei denen das geistliche Oberhaupt des Landes getötet wurde. Der Iran reagierte mit Attacken auf Israel und US-Verbündete am Golf. Die Kämpfe weiteten sich rasch aus, im März wurde auch der Libanon in den Krieg hineingezogen.

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