Der Ökonom Ferdinand Dudenhöffer hat eine umstrittene Forderung an Volkswagen gerichtet: Der Gründer des CAR-Instituts verlangt die Rückkehr zur 40-Stunden-Woche ohne Lohnausgleich. Dies teilte er der Neuen Osnabrücker Zeitung (NOZ) mit. Damit könnte der Konzern laut Dudenhöffer einen Teil der hohen Produktionskosten senken, die die deutsche Autoindustrie derzeit unter Druck setzen.
Dudenhöffer argumentiert, dass auch bei Mercedes ähnliche Diskussionen laufen. Die Arbeitnehmer müssten Opfer bringen, damit die Branche erfolgreich in die Zukunft gehe. Der Experte fordert sogar radikaler: „Schmeißen wir die Tarifautonomie weg für ein paar Jahre.“ Damit meint er, dass die Tarifverträge vorübergehend außer Kraft gesetzt werden sollten.
Trotz dieser düsteren Forderungen zeigt sich Dudenhöffer mittelfristig optimistisch. Er erwartet, dass es in fünf bis sieben Jahren zu einem Aufschwung kommen könne. Grund für seine relative Zuversicht: Die deutschen Autobauer seien grundsätzlich „gut aufgestellt“. Als Beispiel verweist er auf die Marke Skoda innerhalb des VW-Konzerns, die fortschrittliche und wettbewerbsfähige Fahrzeuge produziere. „Skoda kann`s – also ist der Generalverdacht, die Autobauer hätten etwas verpennt, falsch“, so Dudenhöffer.
Der Autoexperte widerspricht zudem dem weit verbreiteten „Gerücht“, dass deutsche Autobauer die Entwicklung der E-Mobilität verschlafen hätten. Volkswagen sei der erste europäische Hersteller gewesen, der in ein reines E-Auto-Werk investiert habe. Dudenhöffer sieht daher kein grundsätzliches Konzernversagen. Vielmehr macht er die Politik verantwortlich: Sie habe die Rahmenbedingungen ständig geändert, was es für langfristige Industrieinvestitionen schwierig mache.
Hintergrund für Dudenhöffers Mahnungen sind die wachsenden Probleme bei Volkswagen. Der Konzern meldete am Freitag erneut sinkende Absätze: Im zweiten Quartal 2026 fiel die Zahl der verkauften Autos um knapp 9 Prozent. Der Aufsichtsrat des Wolfsburger Unternehmens beriet daraufhin am Donnerstag über drastische Sparmaßnahmen. Im Gespräch sind die Schließung von vier Werken sowie der Abbau von mehr als 100.000 Arbeitsplätzen. Eine Entscheidung fiel bei der von Protesten begleiteten Sitzung allerdings nicht.
Genau diese Unentschlossenheit kritisiert Dudenhöffer scharf: „Die Unsicherheit bleibt, was nicht gut ist für Kunden, Mitarbeiter und Kapitalgeber.“ Die fehlenden Beschlüsse verstärken damit die bereits angespannte Situation in der Branche.
Autor: dts Nachrichtenagentur