Die deutschen Unternehmen halten sich bei Investitionen weiterhin stark zurück. Nach einer noch unveröffentlichten Konjunkturumfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) verzichtet derzeit jedes fünfte Unternehmen vollständig auf Investitionen. Für die Studie wurden knapp 1.000 Unternehmen aus verschiedenen Branchen befragt, wie die „Welt am Sonntag“ berichtet.
Das IW spricht von der „längsten Investitionsschwäche in Deutschland“. Die Gründe sind nach Ansicht der befragten Unternehmen vielfältig: 77 Prozent nennen hohe Arbeitskosten als wichtigstes Hemmnis, gefolgt von Regulierung (69 Prozent), hohen Steuern (66 Prozent) und Energiekosten (65 Prozent).
Zwar investieren gut zwei Drittel der investierenden Unternehmen (67 Prozent) ausschließlich im Inland. Die Autoren der Studie warnen jedoch davor, dies als Zeichen für die Attraktivität des Standorts Deutschland zu interpretieren. Vor allem kleinere Betriebe investierten häufig mangels Alternativen in Deutschland, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu bewahren. Größere Unternehmen verlagerten Investitionen dagegen deutlich häufiger ins Ausland.
Während die aktuellen Ergebnisse auch von geopolitischen Unsicherheiten beeinflusst werden, sehen die Studienautoren dahinter vor allem strukturelle Probleme des Standorts Deutschland.
Autor: dts Nachrichtenagentur