Die Dürresituation in Nordrhein-Westfalen zeigt weiterhin ein gespaltenes Bild: Während der Norden des Landes weitgehend entspannt ist, herrscht im südlichen NRW teilweise extreme Trockenheit. Der aktuelle UFZ Dürremonitor vom 11. Mai weist insbesondere für das Sauerland und angrenzende Gebiete besorgniserregende rote Bereiche aus.

Besonders dramatisch stellt sich die Lage im südöstlichen Sauerland dar, wo der Soil Moisture Index extreme Dürre anzeigt. Die dunkelroten Flächen erstrecken sich von der Grenze zu Hessen bis in den Hochsauerlandkreis. Auch Teile des Rheinisch-Bergischen Kreises und des Oberbergischen Kreises sind von schwerer bis extremer Dürre betroffen. Im deutlichen Kontrast dazu zeigen die nördlichen Landesteile – das Münsterland, weite Teile des Ruhrgebiets und Niederrhein – überwiegend gelbe bis weiße Bereiche und damit normale Bodenfeuchte.
An der kritischen Dürresituation im Süden ändern auch die 28,5 Millimeter Niederschlag der vergangenen Woche wenig. Diese Regenmenge reicht nicht aus, um die tiefen Bodenschichten wieder aufzufüllen, die über Monate ausgetrocknet sind. Die für die kommenden drei Tage erwarteten weiteren 15,6 Millimeter Niederschlag bei kühlen Temperaturen um die 13 Grad werden zwar oberflächlich für Entspannung sorgen, können aber die strukturelle Trockenheit in tieferen Erdschichten noch nicht beheben.
Für die Landwirtschaft in den betroffenen Gebieten bedeutet dies anhaltenden Stress: Feldfrüchte leiden unter Wassermangel, Weiden trocknen aus und die Bewässerung wird zur kostspieligen Notwendigkeit. In der Forstwirtschaft steigt die Waldbrandgefahr, während sich die Bäume schwer von den Dürrejahren erholen. Auch die Trinkwasserversorgung könnte in den roten Bereichen unter Druck geraten, wenn sich die Grundwasserstände nicht bald erholen.
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