Essen: Maroder polnischer Transporter mit 58 Mängeln aus dem Verkehr gezogen

Scharfkantiges Heck

Ein in Polen zugelassener Mercedes Sprinter ist am Dienstag in Essen der Verkehrskontrolle zum Verhängnis geworden. Der Fahrzeugtransporter fiel den Beamten des Verkehrsdienstes der Polizei Essen gegen 11 Uhr an der Kreuzung Hafenstraße/Sultarkamp sofort auf: Die Schweller an der Fahrerkabine waren offensichtlich durchgerostet, zudem war die Windschutzscheibe gerissen.

Bei der daraufhin durchgeführten Kontrolle erkannten die Beamten erhebliche weitere Durchrostungen am Unterboden des Fahrzeugs. Der 21-jährige georgische Fahrer hatte zudem mehrere rot leuchtende Warnlampen im Cockpit ignoriert – darunter eine, die auf ein defektes Bremssystem hinwies. Aufgrund dieser offensichtlichen Mängel musste der Transporter unter Polizeiaufsicht unmittelbar zu einer nahegelegenen DEKRA-Station fahren.

Dort offenbarte sich das volle Ausmaß des technischen Desasters: Die Sachverständigen stellten rekordverdächtige 58 Mängel fest. 49 davon wurden als erheblich eingestuft, zwei Mängel führten zur Einstufung als verkehrsunfähig. Die Bremsscheibe vorne links war so beschädigt, dass sie fast gebrochen wäre. Die Aufhängung der Kardanwelle, die den Antrieb des Fahrzeugs regelt, war durchgerostet und hätte jederzeit abbrechen können.

Die Mängelliste setzte sich fort mit weiteren Durchrostungen und Undichtigkeiten am Bremszylinder und anderen Bauteilen. Der Unterboden war so undicht, dass Öl ausgetreten war – ein erhebliches Sicherheitsrisiko für nachfolgende Fahrzeuge, da auslaufendes Öl zur Rutschpartie werden kann. Besonders gefährlich war zudem das scharfkantige Heck des Transporters: Die Auffahrrampe war gebrochen und nur noch mit einem Gurt befestigt. Ein vorbeilaufender Fußgänger hätte sich leicht schwere Verletzungen in Beinhöhe zuziehen können.

Der Transporter war derart marode, dass der Fahrer ihn im Beisein der Polizeibeamten zum nahegelegenen Schrottplatz fahren musste. Wie der Fahrer nach Hause nach Georgien gelangte, ist nicht bekannt. Das Scheitern des Fahrzeugs hatte jedoch Konsequenzen für den Fahrer: Gegen ihn wurde eine Ordnungswidrigkeitsanzeige geschrieben. Zusätzlich wurde eine Sicherheitsleistung in Höhe von 500 Euro erhoben, da auch Verstöße gegen das Fahrpersonalgesetz festgestellt worden waren. Die Kosten für das DEKRA-Gutachten muss der Fahrer selbst tragen.

Der Verkehrsdienst der Polizei Essen führt regelmäßig Kontrollen im gewerblichen Verkehr durch, um die Verkehrssicherheit zu erhöhen. Dabei werden neben dem technischen Zustand der Fahrzeuge auch die Ladungssicherung, die Qualifikation der Fahrer und die Einhaltung ihrer Lenk- und Ruhezeiten überprüft.

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