Die aktuelle Dürrekarte des UFZ Helmholtz-Zentrums zeigt eine dramatische Entwicklung: Weite Teile Deutschlands leiden unter anhaltender Trockenheit, wobei besonders Ostdeutschland von extremer Dürre betroffen ist. Während der Westen noch vereinzelt normale Bodenfeuchtewerte aufweist, herrschen in Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Teilen von Sachsen teilweise katastrophale Bedingungen.

Die dunkelroten Bereiche auf der Dürrekarte vom 20. April 2026 konzentrieren sich vor allem auf die östlichen Bundesländer. Brandenburg zeigt großflächig extreme Dürrebedingungen, ebenso weite Teile von Sachsen-Anhalt und das östliche Sachsen. Auch Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen und das nördliche Bayern sind stark von Trockenheit geprägt. Lediglich in Nordrhein-Westfalen, Teilen von Niedersachsen und Schleswig-Holstein zeigt der Soil Moisture Index noch normale bis feuchte Bodenbedingungen, erkennbar an den gelben und vereinzelt helleren Farbtönen.
Die Wetterdaten der vergangenen Woche verdeutlichen das Problem: Während der Osten Deutschlands durchaus nennenswerte Niederschläge erhielt – Brandenburg sogar 53,7 mm in sieben Tagen – blieb der Süden und Südwesten extrem trocken. Baden-Württemberg verzeichnete nur 0,9 mm, Bayern 1,9 mm und das Saarland 4,9 mm Regen. Verschärfend kommt hinzu, dass für die nächsten drei Tage deutschlandweit kein Niederschlag erwartet wird. Diese trockenen Aussichten werden die bereits angespannte Bodenfeuchtesituation weiter verschlechtern, da die oberflächlichen Niederschläge der vergangenen Woche nicht ausreichen, um die tieferen Bodenschichten nachhaltig zu durchfeuchten.
Für die Landwirtschaft bedeutet diese Situation erhebliche Herausforderungen beim Frühjahrsanbau. Besonders in Brandenburg und Sachsen-Anhalt drohen Keimprobleme bei Sommerkulturen und Stress für bereits etablierte Winterkulturen. Die Wasserversorgung in den betroffenen Regionen steht vor zunehmenden Problemen, während Waldbrandgefahr und Stress für die Vegetation weiter ansteigen. Auch die Schifffahrt könnte bei anhaltender Trockenheit durch niedrige Wasserstände der Flüsse beeinträchtigt werden.
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