Extreme Dürre erfasst Ostdeutschland: Sachsen und Brandenburg besonders betroffen – April 2026

Die aktuelle Dürrekarte des UFZ Helmholtz-Zentrums zeigt zum 18. April 2026 eine dramatische Verschlechterung der Bodenfeuchtesituation in Deutschland. Während der Westen noch teilweise moderate Bedingungen aufweist, herrscht im Osten des Landes eine außergewöhnliche Dürre mit dunkelroten Warnfarben.

Aktuelle Dürrekarte Deutschland (Quelle: UFZ Dürremonitor)
Aktuelle Dürrekarte Deutschland (Quelle: UFZ Dürremonitor)

Besonders dramatisch ist die Lage in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Thüringen. Hier zeigt der Soil Moisture Index (SMI) die höchste Dürrestufe an – erkennbar an den dunkelroten Bereichen auf der Karte. Auch große Teile Bayerns, Mecklenburg-Vorpommerns und Hessens sind von schwerer bis außergewöhnlicher Dürre betroffen. Im Kontrast dazu präsentieren sich nur noch wenige Gebiete im äußersten Westen und Norden in gelben bis hellbraunen Tönen, was auf weniger kritische Verhältnisse hindeutet.

Die Niederschlagsbilanz der vergangenen Woche bestätigt die regionale Ungleichverteilung: Während Mecklenburg-Vorpommern mit 69,6 mm und Brandenburg mit 43,6 mm deutlich mehr Regen erhielten, blieben Bayern (1 mm) und Baden-Württemberg (4,6 mm) praktisch trocken. Auch die Wettervorhersage für die kommenden drei Tage verspricht keine Entspannung für die Dürregebiete – in Bayern und Baden-Württemberg ist kein Niederschlag zu erwarten, während die nördlichen Bundesländer immerhin etwas Regen bekommen sollen.

An der kritischen Bodenfeuchtesituation ändern auch die moderaten Niederschläge in einigen Regionen vorerst wenig. Die Böden sind so stark ausgetrocknet, dass oberflächlicher Regen zunächst verdunstet oder oberflächlich abfließt, bevor er die tieferen Bodenschichten erreicht. Zudem reichen die prognostizierten Mengen von wenigen Millimetern bei weitem nicht aus, um das über Monate entstandene Wasserdefizit auszugleichen.

Für die Landwirtschaft bedeutet diese Situation eine ernste Bedrohung: Aussaat und Keimung sind gefährdet, Weideland trocknet aus und die Wasserversorgung für Nutztiere wird problematisch. Auch die Forstwirtschaft steht vor großen Herausforderungen – die Waldbrandgefahr steigt erheblich und bereits geschwächte Baumbestände sind anfälliger für Schädlinge. Kommunale Wasserversorger müssen in den betroffenen Gebieten mit sinkenden Grundwasserpegeln rechnen.

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