Fachtagung in Fulda: Experten warnen vor Radikalisierung durch Social Media

Mareike Bier (HLZ), Stefan Wunsch (DEXT LK Hef-Rof), Magdalena Hartmann (DEXT LK FD), Sina Schmidt (DEXT VB), Max Fischer (DEXT Stadt FD), Christian Diegelmann (PP OH)

Am 27. August kamen rund 120 Fachkräfte aus Schulen, Behörden und der Sozialen Arbeit im Bonifatiushaus in Fulda zusammen, um sich mit Radikalisierungsprozessen bei Minderjährigen in digitalen Räumen auseinanderzusetzen. Die Fachtagung „Minderjährige im Digitalen Raum. Radikalisierungsbeschleuniger Social Media“ war bereits die dritte Veranstaltung dieser Reihe in vier Jahren.

Organisiert wurde die Tagung von den Fachstellen für Demokratieförderung und Extremismusprävention (DEXT) der Stadt Fulda, des Landkreises Fulda, des Landkreises Hersfeld-Rotenburg und des Vogelsbergkreises in Zusammenarbeit mit dem Beauftragten für die Prävention der politisch motivierten Kriminalität des Polizeipräsidiums Osthessen. Die Hessische Landeszentrale für politische Bildung unterstützte die Veranstaltung organisatorisch.

Der Erste Kreisbeigeordnete des Landkreises Fulda, Frederik Schmitt (CDU), betonte die Bedeutung einer behörden- und landkreisübergreifenden Vernetzung: „Es ist unerlässlich, dass sich staatliche und nichtstaatliche Fachkräfte für diese herausfordernden Themen fit machen und sich miteinander über mögliche Radikalisierungsverläufe frühzeitig austauschen.“ Schmitt wies auf die Korrelation zwischen intensiver Handynutzung und negativen Folgen für Kinder und Jugendliche hin, besonders im Bereich Sprache und psychische Erkrankungen. Er begrüßte die Initiative, durch unterschiedliche Impulse über demokratiefeindliche, extremistische und strafbare Inhalte im Internet zu sensibilisieren.

Dr. Zillich von der Ludwig-Maximilians-Universität München eröffnete die Fachtagung mit einem Vortrag zum Thema „Normverletzendes Verhalten auf Social Media“. Sie präsentierte Ergebnisse der aktuellen Jim-Studie, wonach die durchschnittliche Smartphone-Nutzung von 12- bis 19-Jährigen bei 231 Minuten täglich liegt. Dr. Zillich skizzierte die wesentlichen Problemfelder wie Hassbotschaften, extremistische Inhalte, politisch motivierte Kriminalität, Verschwörungsnarrative und Desinformation im Zusammenhang mit Social-Media-Nutzung. Sie verdeutlichte am Beispiel von TikTok, X und Telegram, wie Algorithmen und Social-Media-Funktionen es Extremisten ermöglichen, neue Zielgruppen zu erreichen.

Im Verlauf der Fachtagung wurden weitere Berührungspunkte und Herausforderungen behandelt: die „Tik-Tokisierung“ des Extremismus, digitale Hassbotschaften und Verschwörungstheorien, Desinformation sowie transnationale Online-Communitys mit terroristischen Bezügen. Die Referenten zeigten auf, dass sich bei all diesen Phänomenen Wechselwirkungen zwischen Online- und Offline-Welt feststellen lassen. Viele Straftaten und Radikalisierungsverläufe haben gegenwärtig digitale Bezüge. Propagandadelikte etwa, auch im schulischen Kontext, stehen oft im Zusammenhang mit verschiedenen Online-Trends oder sogenannten „Challenges“. Im schlimmsten Fall können Radikalisierungsverläufe im Netz zu schweren Straftaten in der realen Welt führen.

Zahlreiche Workshops ermöglichten den Austausch über bewährte Praktiken und Handlungsstrategien sowie die Beantwortung individueller Fragen. Matthias Feuerstein, Programmbereichsleiter für gesellschaftspolitische Bildung bei der Akademie Burg Fürsteneck, rundete die Veranstaltung mit einem Tagungskommentar ab.

Die Fachtagung wurde im Rahmen des Landesprogramms „Hessen – aktiv für Demokratie und gegen Extremismus“ vom Hessischen Ministerium des Innern, für Sicherheit und Heimatschutz gefördert. Inhaltlich beteiligt waren das Polizeipräsidium Osthessen, das Landesamt für Verfassungsschutz Hessen, das Kompetenzzentrum gegen Extremismus in Baden-Württemberg, jugendschutz.net, die Ludwig-Maximilians-Universität München, die Medienanstalt Hessen, die Berghof Foundation und die Akademie Burg Fürsteneck.

Dieser Bericht wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz ausschließlich aus offiziellen Angaben der Polizei oder Justizbehörden erstellt und redaktionell geprüft.

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