Trickbetrüger haben am Dienstag in Heidenheim eine Seniorin um ihre Schmuckschatulle gebracht. Die Polizei prüft nun, ob die gleiche Bande auch in Königsbronn aktiv war.
Gegen 12.15 Uhr klingelte eine unbekannte Frau bei einer älteren Bürgerin in Heidenheim-Schnaitheim in der Straße Am Rathaus. Die Täterin gab sich als neue Pflegekraft aus und gewann auf diese Weise das Vertrauen der Seniorin, um in die Wohnung zu gelangen. Im Wohnzimmer verwickelte sie die Frau in ein Gespräch – offenbar ein bewusstes Ablenkungsmanöver.
Während die falsche Pflegerin die Seniorin beschäftigte, betrat eine zweite unbekannte Person unbemerkt das Schlafzimmer. Als die Bewohnerin den Eindringling bemerkte und mit der Polizei drohte, flüchtete die Person sofort aus der Wohnung. Später stellte die Seniorin fest, dass ihre türkise Schmuckschatulle mit dem kompletten Inhalt verschwunden war – der Wert wird auf mehrere hundert Euro geschätzt.
Die Polizei beschreibt die Ablenkerin als auffallend große Frau mit etwa 190 Zentimetern Körpergröße. Sie trug eine blau gestreifte Bluse. Zur zweiten Person liegen den Behörden bisher keine Erkenntnisse vor.
Bereits knapp eine Stunde zuvor, gegen 11.30 Uhr, versuchten zwei Frauen in Königsbronn in der Daimlerstraße einen ähnlichen Betrug. Sie stellten sich bei einer 94-Jährigen als medizinisches Personal vor. Während eine der beiden Frauen die Seniorin geschickt durch Gesprächsführung ablenkte, verschaffte sich die andere Frau kurzzeitig Zugang zur Wohnung und sah sich um. Aus dieser Wohnung wurde nach bisherigen polizeilichen Erkenntnissen nichts gestohlen – der Betrugsversuch blieb also erfolglos.
Weil beide Tatorte nur wenige Kilometer auseinanderliegen, prüft die Polizei Heidenheim nun, ob es sich um dieselbe Täterbande handelt. Die Ermittlungen laufen. Zeugen, die verdächtige Beobachtungen gemacht haben, werden gebeten, die Polizei Heidenheim unter der Telefonnummer 07321/322-432 anzurufen.
Tipps der Polizei zum Schutz vor Betrügern:
Die Polizei mahnt, besonders wachsam zu sein: Lassen Sie keine Fremden in die Wohnung. Nutzen Sie Türspion oder Fenster, um Besucher zu überprüfen, und verwenden Sie Ihre Türsprechanlage. Öffnen Sie die Haustür niemals vollständig – legen Sie immer einen Sperrbügel oder eine Sicherheitskette an. Falls unbekannte Besucher an der Tür stehen, holen Sie telefonisch eine Nachbarin oder einen Nachbarn hinzu oder bestellen Sie die Person zu einem späteren Termin, wenn eine Vertrauensperson anwesend ist. Im Zweifelsfall können Sie die offiziellen Nummern Ihrer Krankenkasse anrufen, um die Identität zu überprüfen. Und im Notfall: Rufen Sie die Polizei an und fragen Sie nach, ob möglicherweise ein Betrug vorliegen könnte.