Festnahme nach Trickbetrug in Finkenwerder: 56-Jähriger soll mindestens fünf Fälle begangen haben

(Symbolbild)

Die Hamburger Polizei hat einen 56-jährigen Ukrainer festgenommen, der mehrere ältere Menschen um ihr Geld gebracht haben soll. Gegen den Mann wurde ein Haftbefehl erlassen.

Der mutmaßliche Betrüger war Anfang Mai in Finkenwerder tätig. Eine 62-Jährige erhielt am Dienstagmittag zunächst einen Anruf von jemandem, der sich als Bankmitarbeiter ausgab. Im weiteren Verlauf kontaktierte ihn ein vermeintlicher Polizeibeamter – die Kommunikation lief auf Russisch, teilweise über einen Messengerdienst. Den Anrufern gelang es, der Frau einzureden, Opfer eines Betrügers geworden zu sein. Sie veranlassten sie daraufhin, Bargeld auf ihrem Grundstück zu hinterlegen, das ein Unbekannter am Nachmittag zur angeblichen „Prüfung“ abholte.

Nachdem die 62-Jährige misstrauisch wurde, zeigte sie den Vorfall gestern Vormittag bei der Außenstelle des Polizeikommissariats 47 an. Während sie die Anzeige aufgab, kontaktierten die mutmaßlichen Betrüger sie erneut und forderten zusätzliches Geld ein. Die Beamten der Fachdienststelle für Trickbetrug übernahmen nun die Ermittlungen und begleiteten die weitere Kommunikation mit den Tätern. Als der Verdächtige erschien, um das deponierte Geld abzuholen, nahmen ihn die Einsatzkräfte fest.

Bei ihren Ermittlungen kamen die Polizisten zu dem Verdacht, dass der 56-Jährige für mindestens vier weitere erfolgreiche Trickbetrügereien verantwortlich sein könnte. Diese ereigneten sich zwischen 8. Mai und 24. Juni 2026 in den Stadtteilen Billstedt, Langenhorn und Lohbrügge – insgesamt also mindestens fünf Fälle. Bei den anderen Betrügereien kontaktierten die Täter ebenfalls russischsprachige Personen und gaben sich als Polizistinnen oder Polizisten aus. Sie behaupteten, dass ein naher Angehöriger einen Verkehrsunfall verursacht habe und eine Kaution bezahlt werden müsse. Der Verdächtige soll dabei stets als „Abholer“ fungiert haben.

Nach den polizeilichen Maßnahmen führten die Ermittler den Mann in das Untersuchungsgefängnis. Ein Haftrichter erließ heute den Haftbefehl.

Warnung vor Telefonbetrug

Die Hamburger Polizei warnt vor dieser und ähnlichen Maschen im Telefonbetrug. Wichtige Verhaltensregeln sind: Vertrauen Sie Ihrem Bauchgefühl – überprüfen Sie, ob die Geschichte wirklich plausibel ist. Gesundes Misstrauen ist keine Unhöflichkeit. Sprechen Sie mit Vertrauenspersonen, Verwandten, Freunden oder Nachbarn, um solche Taten zu verhindern. Wenn es ums Geld geht, das Sie sofort übergeben sollen, seien Sie sofort alarmiert. Legen Sie auf, wenn Sie den kleinsten Verdacht haben, und rufen Sie die Polizei unter 110 an. Lassen Sie niemals Fremde in Ihre Wohnung – führen Sie Gespräche an der Tür nur mit vorgelegtem Sperrbügel oder durch die geschlossene Tür. Prüfen Sie immer die Berechtigung des Gegenübers mit einem gültigen Ausweisdokument.

Weitere Informationen bietet die Polizei Hamburg unter www.polizei.hamburg/betrug-am-telefon-a-792560 und www.polizei.hamburg/haustuerbetrug-a-792004.

» Weitere Polizeimeldungen aus Hamburg Blaulicht