Zeit für eine erste Bilanz der Woche: Zwischen dem 20. und 26. Juli 2026 beschäftigten die Hamburger Polizei mehrere Gewaltdelikte erheblichen Ausmaßes – darunter ein versuchtes Tötungsdelikt auf einem Campingplatz, ein Wohnungsraub mit vorgehaltener Schusswaffe sowie Festnahmen im Zusammenhang mit einem tödlichen Überfall aus dem Dezember 2024. Daneben zerschlug die Polizei einen Waffenschiebring und nahm einen mutmaßlichen Serieneinbrecher fest.
Den schwersten Vorfall der Woche meldet die Kriminalpolizei für den Donnerstagabend, 24. Juli: Auf einem Campingplatz in Hamburg-Ochsenwerder ist es am Donnerstagabend zu einem versuchten Tötungsdelikt gekommen. Ein 65-jähriger Mann soll seinen 66 Jahre alten Bruder mit einem Messer lebensbedrohlich verletzt haben. Der Streit zwischen den beiden Männern ereignete sich gegen 19:33 Uhr am Ochsenwerder Elbdeich. Zeuginnen und Zeugen griffen sofort ein und alarmierten Feuerwehr sowie Polizei. Die Beamtinnen und Beamten nahmen den deutschen Tatverdächtigen vorläufig fest. Eine Rettungswagenbesatzung transportierte den 66-Jährigen unter Notarzt-Begleitung in ein Krankenhaus, wo er notoperiert wurde. Sein Zustand hat sich mittlerweile stabilisiert. Der Kriminaldauerdienst übernahm die ersten Ermittlungen vor Ort, wurde aber noch am Abend von der Mordkommission abgelöst. Diese ermittelt in enger Zusammenarbeit mit der Abteilung für Kapitaldelikte der Staatsanwaltschaft Hamburg. Mehr dazu
Einen Ermittlungserfolg aus einem älteren Tötungsdelikt vermeldete die Polizei ebenfalls in dieser Woche: Im Zusammenhang mit einem tödlichen Überfall vom 27. Dezember 2024 auf dem Großmoordamm in Hamburg-Harburg – bei dem ein 17-Jähriger sein Leben verlor und ein damals 34-Jähriger lebensgefährliche Verletzungen erlitt – nahmen Spezialisten des Landeskriminalamts und der Berliner Polizei am 25. Juli zwei Tatverdächtige im Alter von 19 und 21 Jahren in Berlin fest. Den beiden Männern wird unter anderem vorgeworfen, dem 34-Jährigen im Verlauf der Auseinandersetzung schwere Stichverletzungen zugefügt zu haben. Haftbefehle wurden über die Staatsanwaltschaft Hamburg beim Amtsgericht erwirkt; die Überstellung nach Hamburg steht bevor. Mehr dazu
Am Montag, 20. Juli, wurde ein 69-jähriger Mann in seiner Wohnung in Hamburg-Marienthal Opfer eines dreisten Raubüberfalls. Mit einer Schusswaffe haben zwei Unbekannte den Senior in seiner Wohnung in Hamburg-Marienthal überfallen und ausgeraubt. Gegen 14:30 Uhr klingelten eine Frau und ein Mann an der Tür eines Mehrfamilienhauses in der Schimmelmannstraße, gaben sich als Paketzusteller aus und drängten sich so zur Wohnungstür des Mannes vor. Nachdem dieser öffnete, bedrohten die beiden den 69-Jährigen mit einer Schusswaffe und zwangen ihn, Bargeld auszuhändigen. Danach flüchteten die Täter in unbekannte Richtung. Der leicht verletzte Senior informierte noch am Nachmittag die Polizei; die Ermittlungen führt mittlerweile die Abteilung für Raubdelikte. Die Polizei sucht Zeugen. Mehr dazu
Mitte der Woche – die Durchsuchungen fanden bereits am Mittwoch, 15. Juli, statt, die Ergebnisse wurden in dieser Woche bekannt – sprengte die Hamburger Polizei einen Waffenschiebring in Bergedorf. Bei Durchsuchungen in Moorfleet und Neuallermöhe beschlagnahmten Einsatzkräfte sechs scharfe Schusswaffen, mehrere Schreckschusswaffen sowie Waffenteile, Werkzeuge und pyrotechnische Gegenstände. Zwei verdächtige Männer wurden verhaftet. Den Ermittlungen zufolge sollen ein 17-jähriger polnischer Staatsangehöriger sowie ein 19-jähriger Deutscher unter anderem Schreckschusswaffen zu scharfen Waffen umgebaut und diese anschließend gewinnbringend weiterverkauft haben. Ein dritter Verdächtiger, ein 20-jähriger Deutscher, war bei den Durchsuchungen nicht anzutreffen. Die Durchsuchungen führte die Fachdienststelle für Waffen- und Sprengstoffdelikte (LKA 75) durch, unterstützt vom Staatsschutz, der Bergedorfer Kriminalpolizei, dem Polizeikommissariat Bergedorf sowie drei Diensthunden. Mehr dazu
Am Donnerstagnachmittag, 24. Juli, wurde eine 35-jährige Person in Hamburg-Barmbek-Nord überfallen. Gegen 17:05 Uhr befand sich die Frau mit ihren zwei Hunden in einem Stichweg parallel zu den Bahngleisen an der Fuhlsbüttler Straße, als ein unbekannter Mann sie unvermittelt mit einer Rasierklinge bedrohte. Der Angreifer versuchte, einen der Hunde an sich zu nehmen, drohte dem Tier Verletzungen an und wollte sich mit dem Tier entfernen. Als die 35-Jährige ihn festhielt und versuchte, den Notruf zu wählen, riss der Unbekannte ihr das Mobiltelefon aus der Hand und flüchtete. Die Polizei fahndet nach dem Täter und sucht Zeugen. Mehr dazu
Nach einer Serie von Wohnungseinbrüchen in Hamburg-Billstedt seit Mitte Juni 2026 – betroffen waren unter anderem zwei bewegungseingeschränkte Senioren an der Steinbeker Hauptstraße, am Archsumer Weg und am Braunstieg – nahm die Polizei am Dienstag, 22. Juli, einen 33-jährigen türkischen Staatsangehörigen fest. Uniformierte und zivile Einsatzkräfte des Polizeikommissariats 42 vollzogen die Verhaftung; die weiteren Ermittlungen führt das Landeskriminalamt der Region Mitte II. Mehr dazu
Einen Angriff auf einen Bundespolizisten – dieser ereignete sich bereits am 4. Juli 2026 bei der Schlagermove und wurde in dieser Woche im Rahmen einer Sammelmeldung bekannt – meldet die Bundespolizei vom S-Bahnhof Landungsbrücken. Ein 42-jähriger Deutscher weigerte sich, den Sanitätsstützpunkt zu verlassen, und versuchte bei den polizeilichen Maßnahmen, einen Beamten zu treten. Die Polizisten brachten ihn zu Boden und fesselten ihn. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen tätlichen Angriffs auf einen Vollstreckungsbeamten. Mehr dazu
Lebensgefahr drohte in der Nacht zum 24. Juli einer 18-Jährigen, die kurz vor 23:45 Uhr im Tunnel zwischen den S-Bahnstationen Königstraße und Reeperbahn die Gleise betrat, um dort ihren Rucksack zu suchen. Ein Triebfahrzeugführer entdeckte sie mit einer Taschenlampe im Gleisbereich und meldete dies der Notfallstelle der S-Bahn; die Strecke wurde kurzzeitig gesperrt. Bundespolizisten aus dem Revier Altona holten die junge Frau anschließend vom Bahnsteig. Mehr dazu
Am Donnerstag, 23. Juli, führte die Hamburger Polizei mit rund 150 Beamtinnen und Beamten eine groß angelegte Verkehrskontrolle im gesamten Stadtgebiet durch. Von 6 bis 22 Uhr wurden 550 Fahrzeuge und 535 Personen überprüft. Die Bilanz: 13 Strafverfahren sowie 628 Ordnungswidrigkeiten. Häufigster Verstoß war fehlerhaftes Abbiegen und Wenden mit 332 Fällen, gefolgt von 96 Parkverstößen, 37 Fällen der Handynutzung am Steuer, 34 Rotlichtverstößen und elf Geschwindigkeitsverstößen. Mehr dazu
Messerattacken und Schusswaffen-Gebrauch
Gleich mehrere Vorfälle mit Messern oder Schusswaffen durch Tatverdächtige wurden diese Woche in Hamburg aktenkundig. Beim versuchten Tötungsdelikt auf dem Campingplatz in Ochsenwerder am 24. Juli soll ein 65-Jähriger seinen 66 Jahre alten Bruder mit einem Messer lebensbedrohlich verletzt haben – Mehr dazu. Im Harburger Tötungsdelikt vom Dezember 2024 wird den beiden nun festgenommenen Tatverdächtigen vorgeworfen, dem 34-Jährigen schwere Stichverletzungen zugefügt zu haben – Mehr dazu. Bei dem Wohnungsraub in Hamburg-Marienthal am 20. Juli bedrohten zwei Unbekannte einen 69-Jährigen mit einer Schusswaffe und zwangen ihn zur Herausgabe von Bargeld – Mehr dazu. Beim Überfall in Barmbek-Nord am 24. Juli bedrohte ein unbekannter Mann eine 35-Jährige mit einer Rasierklinge – Mehr dazu.
Auffällig in dieser Woche ist die Häufung von Delikten, bei denen Täter gezielt Vertrauen erschlichen: Das Duo, das sich in Marienthal als Paketzusteller ausgab, und der mutmaßliche Einbrecher in Billstedt, der gezielt bewegungseingeschränkte Senioren als Opfer wählte, stehen exemplarisch für eine Täterlogik, die auf die Schutzlosigkeit der Opfer setzt. Die Polizei bittet in beiden Fällen um Zeugenhinweise.
Auf eine positive Nachricht zum Abschluss: Der seit Mittwoch, 22. Juli, vermisste 81-jährige Gerhard Scherkl aus Hamburg-Billstedt – er war dringend auf regelmäßige Medikamente angewiesen – wurde am Nachmittag des 24. Juli wohlbehalten in der Neustadt angetroffen. Alle Fahndungsmaßnahmen sind damit beendet. Mehr dazu
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