Die Polizeidirektion Flensburg warnt eindringlich vor einer neuen Welle von Telefonbetrügern, die seit Montag verstärkt zuschlagen. Besonders brisant: Erstmals werden auch russischsprachige Familien gezielt von perfekt Russisch sprechenden Betrügern attackiert – mit Erfolg. In Kappeln und Flensburg verloren am Mittwoch zwei Familien Geld im fünfstelligen Bereich.
Bei den sogenannten „Schockanrufen“ geben sich die Täter als Familienangehörige oder Polizeibeamte aus und täuschen Notlagen vor. Sie behaupten, ein naher Verwandter sei in einen schweren Verkehrsunfall mit tödlichem Ausgang verwickelt und drohe nun mit einer Haftstrafe. Zur Abwendung einer Gefängnisstrafe fordern sie die sofortige Zahlung einer angeblichen Kaution oder die Übergabe von Wertgegenständen. Teilweise stellen die Betrüger eine spätere Rückerstattung des Geldes in Aussicht.
Eine weitere Variante: Anrufer geben sich als Kriminalbeamte aus und behaupten, ein Einbruch in das Haus der kontaktierten Person stehe bevor. Der Name der Betroffenen sei angeblich auf einer Liste gefunden worden, die bei mutmaßlichen Einbrechern sichergestellt wurde. Unter dem Vorwand, Bargeld und Wertgegenstände schützen zu wollen, bewegen die Täter ihre Opfer dazu, diese an einen vermeintlichen Polizeibeamten zu übergeben.
Am Mittwoch, dem 13. Mai 2026, kam es zu einem neuen Phänomen: In Kappeln und Flensburg wurden in den Abendstunden russischsprachige Familien von perfekt Russisch sprechenden Personen angerufen, die sich als Polizeibeamte ausgaben. Auch hier berichteten die Täter von einem angeblich schweren Verkehrsunfall, den ein Familienangehöriger verursacht haben soll. In beiden Fällen kam es zu Geldübergaben im fünfstelligen Eurobereich.
Die Polizei gibt folgende Tipps: Seien Sie misstrauisch, wenn unbekannte Anrufer Sie mit beunruhigenden Sachverhalten konfrontieren und Geld fordern. Hinterfragen Sie die Angaben kritisch und nehmen Sie umgehend selbst Kontakt zu Ihren Angehörigen auf. Informieren Sie im Zweifel immer die Polizei. Sprechen Sie mit Familienangehörigen, Nachbarn und Freunden über diese Betrugsmasche.
Betroffen ist der gesamte Bereich der Polizeidirektion Flensburg. Die Polizei registriert seit dem vergangenen Montag vermehrt Hinweise auf diese Betrugsversuche bei ihrer Leitstelle.