Der Gemeinderat Freiburg befasst sich mit der Aufstellung eines Bebauungsplans für das Grundstück des Marienhauses im Stadtteil Wiehre. Die Vorlage (ein Beschlussdokument der Verwaltung) umfasst drei Punkte: die Aufstellung des Bebauungsplans, die Durchführung von Bürgerbeteiligung und die Änderung des Flächennutzungsplans im Parallelverfahren (gleichzeitige Bearbeitung zweier verwandter Verfahren).
Hintergrund ist ein Sanierungsbedarf bei drei Alten- und Pflegeeinrichtungen der Pfarrgemeinde St. Johann in der Wiehre mit insgesamt 276 Plätzen. Das St. Antoniushaus muss Ende 2006 wegen brandschutztechnischer Mängel geschlossen werden. Deshalb soll eine neue Pflegeeinrichtung mit circa 195 Plätzen gebaut werden. Eine Sanierung des bestehenden Marienhaus-Altbaus von 1887 und 1928 ist laut Machbarkeitsstudien nicht möglich.
Das rund 7.650 Quadratmeter große Eckgrundstück an der Tal- und Scheffelstraße ist städtebaulich exponiert. Das neue Gebäude muss sich in Höhenentwicklung und Fassadengestaltung an die Umgebung anpassen. Das bestehende St.-Notburga-Haus mit Altenbegegnungsstätte und Sozialstation soll erhalten bleiben und funktional integriert werden.
Die Neubebauung führt zu zusätzlicher Bodenversiegelung und zum Verlust von Rasenflächen. Einzelne Bäume müssen entfernt werden. Dies löst Ausgleichsmassnahmen gemäß Baugesetzbuch und Bundesnaturschutzgesetz aus, die in einem grünordnerischen Beitrag zum Bebauungsplan festgehalten werden.
Der Träger hat einen engen Zeitrahmen vorgegeben: Ein Bewilligungsbescheid für Landeszuschüsse wird Ende 2003 erwartet. Der Bau soll Anfang 2004 beginnen und bis Ende 2006 abgeschlossen sein.
Sabine Bauer, Politikredaktion Baden-Württemberg