Der Gemeinderat Freiburg hat sich für den Bau eines zusätzlichen Gymnasiums am Standort Tuniberg ausgesprochen. Der genaue Ort wird in einem noch zu erstellenden Rahmenplan präzisiert. Diese Entscheidung ist in einer Beschlussvorlage (G-20/053) des Amtes für Schule und Bildung festgehalten.
Hintergrund ist ein wachsender Schülerzahlenbedarf in Gymnasien. Nach aktuellen Prognosen reichen die vorhandenen Räume spätestens ab dem Schuljahr 2023/2024 nicht mehr aus. Ab dem Schuljahr 2028/2029 wird ein Fehlbedarf von vier Gymnasialzügen erwartet, ab 2031/2032 mit der Fertigstellung des neuen Stadtteils Dietenbach sogar von acht Zügen. Als Reaktion wird das Berthold-Gymnasium um zwei Züge erweitert. Eine geplante Gemeinschaftsschule in Dietenbach soll zwei zusätzliche Züge für die gymnasiale Oberstufe bieten. Dies reicht jedoch nicht aus, weshalb ein neues vierzügiges Gymnasium am Tuniberg entstehen soll.
Vor der Entscheidung wurden Anhörungen in den Ortschaften Opfingen, Munzingen, Ebnet, Hochdorf, Kappel, Lehen, Tiengen und Waltershofen durchgeführt. Eine Initiative aus dem Stadtteil Weingarten hatte alternativ vorgeschlagen, das Gymnasium dort zu errichten. Die Verwaltung begründet die Tuniberg-Entscheidung damit, dass nur für ein Gymnasium ein Bedarfsnachweis gegenüber der staatlichen Schulverwaltung erbracht werden kann.
Der Bau ist mit erheblichen Kosten im mittleren zweistelligen Millionenbereich ab 2025/2026 verbunden. Zudem erklärte der Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald grundsätzliches Interesse an einer Beteiligung am geplanten Gymnasium.
Sabine Bauer, Politikredaktion Baden-Württemberg