Freiburg regelt Gemarkungsgrenzen für neuen Stadtteil Dietenbach

Der Gemeinderat Freiburg plant eine Neuabgrenzung der Gemarkungen zwischen Freiburg und Lehen. Gemarkungen sind Katasterbezirke, die Grundstücke (Flurstücke) verwaltungstechnisch zusammenfassen und im Liegenschaftskataster und Grundbuch erfasst werden.

Hintergrund ist die Entwicklung des neuen Stadtteils Dietenbach. Dieser umfasst etwa 45 Hektar Fläche der bisherigen Gemarkung Lehen, davon circa 18 Hektar zukünftig bebaute Flächen. Ohne eine Gemarkungsgrenzänderung würden fast 20 Prozent der Einwohner des neuen Stadtteils verwaltungstechnisch zur Ortschaft Lehen gehören statt zu Dietenbach.

Die Verwaltung empfiehlt deshalb einen Flächentausch: Etwa 28 Hektar des geplanten Stadtteils Dietenbach (Baugrundstücke und Erschließungsflächen) sollen der Gemarkung Freiburg zugeordnet werden. Im Gegenzug erhält die Gemarkung Lehen Flurstücke im sogenannten Gewann Frohnholz mit einer Fläche von etwa 50 Hektar, darunter auch Waldflächen und Teilflächen eines Hochwasserrückhaltebeckens.

Nach Angaben der Vorlage dient die Neuabgrenzung der Übersichtlichkeit im Kataster und Grundbuch. Zudem erleichtert sie das Verwaltungshandeln: Einwohner des neuen Stadtteils würden dann dem richtigen Grundschulbezirk zugeordnet und hätten Wahlrecht zum passenden Ortschaftsrat.

Die Gemarkungsgrenzänderung bedarf einer übereinstimmenden Beschlussfassung im Gemeinderat Freiburg und im Ortschaftsrat Lehen. Sie muss zudem im Einvernehmen mit dem zuständigen Amtsgericht erfolgen. Die Verwaltung soll die Umsetzung zügig in die Wege leiten, da erste Baugrundstücke ab 2022/2023 neu gebildet werden sollen.

Sabine Bauer, Politikredaktion Baden-Württemberg