Der Gemeinderat Freiburg befasst sich mit der Bedarfsplanung für Jugendsozialarbeit an beruflichen Schulen. Eine Vorlage (Drucksache G-20/158) schlägt vor, wie frei werdende Stellen neu verteilt werden sollen.
Hintergrund ist ein Rückgang von Vorbereitungsklassen, sogenannten VABO-Klassen (Vorqualifizierungsjahr Arbeit/Beruf mit Schwerpunkt Erwerb von Deutschkenntnissen). Dadurch werden Ressourcen frei. Gleichzeitig zeigen Erhebungen an einzelnen Schulen: Viele junge Neuzugewanderte bleiben nach den Vorbereitungsklassen im regulären Schulsystem und benötigen weiterhin Unterstützung. Zudem melden alle beruflichen Schulen einen erhöhten Bedarf an Jugendsozialarbeit wegen gestiegener Belastungen bei Schülern.
Eine Arbeitsgruppe hat daher ein Berechnungsmodell entwickelt. Es berücksichtigt vier gewichtete Faktoren: Schulgröße (20 Prozent), soziale Benachteiligung (30 Prozent), Unterstützungsbedarf durch Lehrkraftbefragung (30 Prozent) und duale Ausbildung (20 Prozent). Bei sozialer Benachteiligung werden beispielsweise Schulabschlüsse, der Anteil ausländischer Schüler und Berechtigungsscheine für Schülerbeförderung ausgewertet.
Das Verteilungsmodell sieht gestaffelte Prioritäten vor: Zuerst verbleiben freie Stellen an der Schule, wo sie frei werden. Dann werden sie an Schulen desselben Trägers vergeben. Danach gehen sie an Schulen mit der größten Bedarfslücke.
Konkret sollen 2,25 Vollzeitäquivalente verteilt werden. Die Walther-Rathenau-Gewerbeschule, die Max-Weber-Schule, die Friedrich-Weinbrenner-Gewerbeschule und die Merian-Schule erhalten jeweils 0,5 Stellen. Die Richard-Fehrenbach-Gewerbeschule bekommt 0,25 Stellen. Die Umsetzung ist für den 1. Februar 2021 geplant.
Sabine Bauer, Politikredaktion Baden-Württemberg